Skip to main content

Erste Stunden der Free Agency sehr intensiv

von Stefan Herget / NHL.com

Am heutigen 1. Juli um 12 Uhr Mittag Ortszeit in New York begann das neue Vertragsjahr und es ging bereits in den ersten Stunden turbulent zu. Mit dem Ende des NHL Drafts am vergangenen Samstag durften Mannschaften mit Spielern, deren Verträge auslaufen, offiziell verhandeln. Das führt in der Regel dazu, dass es am ersten Tag schnelle Abschlüsse gibt. Doch die Anzahl der Fälle war deutlich höher als in den Jahren zuvor.

Es begann zeitig mit Frans Nielsen, der bei den Detroit Red Wings unterschrieb und als erster Abschluss zählte. Die Red Wings sind durch den Abgang ihres langjährigen Führungsspieler Pavel Datsyuk besonders unter Druck, ihre Mannschaft weiterhin wettbewerbsfähig zu halten.

Der Versuch Steven Stamkos von den Tampa Bay Lightning zu bekommen, scheiterte weil sich dieser entschied in Florida zu bleiben. Center Nielsen zu holen, war nun die erste Reaktion darauf.

Es ging aber noch weiter. Neben der Weiterverpflichtung von Darren Helm vermeldete Detroit eine Einigung mit dem Österreicher Thomas Vanek erzielt zu haben. Der Flügelstürmer aus der Alpenrepublik muss sich mit einem Ein-Jahres-Vertrag zufrieden geben, der ihm 2,6 Millionen US-Dollar einbringen wird. Er hofft an neuer Wirkungsstätte an seine alten Leistungen anknüpfen zu können, während er zum Spielsystem der Minnesota Wild, die ihn aus dem Vertrag gekauft hatten, nicht so gut passte.

Für Vaneks Landsmann Michael Grabner lief es ebenfalls gut, denn nur wenige Stunden nach dem Start, verkündeten die New York Rangers, dass sie den ehemaligen New York Islanders und zuletzt Toronto Maple Leafs Spieler geholt haben. Die Konditionen wurden zunächst nicht bekannt, doch ist Grabner zu gönnen, dass er bei den Rangers wieder besser Fuß fassen kann, als das zuletzt der Fall war. Von seiner Rekordsaison 2010-11 mit 52 Punkten war er mit lediglich 18 in 2015-16 zumindest weit entfernt.

Freuen können sich auch zwei Schweizer über eine Vereinigung. Roman Josi, der vor wenigen Tagen den Abgang seines langjährigen Verteidigungspartners Shea Weber, der im Austausch für P.K. Subban zu den Montreal Canadiens abgegeben wurde, verkraften musste, darf zukünftig mit seinem Landsmann und Trainingspartner im Sommer Yannick Weber bei den Nashville Predators zusammen spielen.

Nachdem Webers Vertrag bei den Vancouver Canucks nicht verlängert wurde, wo er mit Sven Baertschi und Luca Sbisa zusammen spielte, haben ihn die Predators geangelt. Vielleicht kann er an der Seite von Josi mehr Eiszeit bekommen und unter Beweis stellen, dass er ein zuverlässiger Vertreter seines Faches ist. Bisher fehlte ihm immer etwas die Lobby, um richtig in der NHL anzukommen.

Webers letzter Klub Vancouver verpflichtete Stürmer Loui Eriksson für sechs Jahre und insgesamt 36 Millionen US-Dollar. Er soll die zuletzt schwache Offensive der Kanadier verstärken und die Sedin Zwillinge Daniel Sedin und Henrik Sedin entlasten und unterstützen.

Die Boston Bruins, die einen Tag zuvor Dennis Seidenberg aus den Vertrag gekauft hatten, scheiterten zwar in ihrem Bemühen Milan Lucic zurück zu holen, weil dieser sich entschied, das Angebot der Edmonton Oilers über sieben Jahre anzunehmen, doch mit St. Louis Blues Kapitän David Backes zogen sie einen gleichwertigen, wenn nicht besseren und dickeren Fisch an Land.

Einen Rückkehrer aus der russischen KHL gab es ebenfalls. Nach vier Jahren bei ZSKA Moskau unterschrieb Alexander Radulov für ein Jahr bei den Canadiens. Der in Kürze 30-jährige Stürmer wechselte 2012 nach Russland, nachdem ihn sein Team Nashville suspendiert hatte, weil er gegen eine Ausgangssperre verstoßen hatte.

Soweit ein erster Abriss der ersten Stunden des neuen Vertragsjahres. Weitere Verpflichtungen der General Manager, teilweise spektakulär, werden folgen, um die Mannschaften für die neue Saison gut aufzustellen.

Mehr anzeigen