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Starke Sturm-Duos dienen der Sache, dem Erfolg

Zwei Stürmer, die sich gegenseitig pushen, haben die Lightning, Blues und Islanders in ihren Reihen

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Einen Spieler in seinen Reihen zu haben, der regelmäßig zu erkennen gibt, dass er weiß wo das gegnerische Tor steht, ist gut. Hat ein Team deren zwei im Kader, die sich blindlings verstehen, erfolgreich den Abschluss finden und sich unter den besten Scorern der Liga einreihen können, ist es umso besser. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein torgefährliches Sturmduo nicht immer ausschlaggebend für große Mannschaftserfolge sein muss, das Vorhaben welche feiern zu dürfen, jedoch enorm erleichtert.

Hätten die Pittsburgh Penguins ohne einen Sidney Crosby und ohne einen Evgeni Malkin dreimal in den vergangenen neun Spielzeiten den Stanley Cup gewonnen? Wäre es den Chicago Blackhawks 2010, 49 Jahre nach ihrem bis dato letzten Triumph, geglückt, die Trophäe in die Metropole am Ufer des Michigansees zu entführen, wenn sie sich nicht 2007 beim NHL Draft für Patrick Kane und im Jahr zuvor für Jonathan Toews entschieden hätten? Und hätten die Blackhawks 2013 und 2015 den Gewinn des Cups wiederholen können, ohne ihre zwei Ausnahmestürmer? Das Konzept der Penguins und der Blackhawks ging auf, wie jenes der Anaheim Ducks, die 2007 mit Ryan Getzlaf und Corey Perry zum ersten Mal den Stanley Cup gewinnen konnten.

Die Methode macht Schule wie ein Blick auf die aktuelle Scorerwertung zeigt.

Unter den 20 besten Scorern befinden sich zehn, die für vier Mannschaften auf Punktejagd gehen. Die Tampa Bay Lightning, die St. Louis Blues, die New York Islanders und die Philadelphia Flyers sind im Ranking der Besten mit mindestens zwei Mann vertreten. Tampas Teamkapitän Steven Stamkos (7 Tore, 18 Assists) führt zusammen mit Rechtsaußen Nikita Kucherov (14 Tore, 9 Assists) die Scorerwertung an. Im Schlepptau seiner Teamkollegen aus der ersten Sturmformation, ist der 21-jährige Center Brayden Point (7 Tore, 9 Assists) dabei die Bestwerte (18 Tore, 22 Assists) aus seiner Rookie-Saison 2016/17 zu überbieten. Nicht von ungefähr führt Tampa Bay mit fünf Zählern Vorsprung die Tabelle der Eastern Conference an.

Video: TBL@CAR: Kucherov trifft gerade noch rechtzeitig

Von einem Spielführer, der seine Treffsicherheit wieder gefunden hat, profitieren ebenso die New York Islanders. Seitdem John Tavares seine anfängliche Torflaute überwinden konnte, er war in sechs der ersten sieben Saisonspiele punktlos geblieben, geht es mit den Islanders aufwärts. Das Franchise aus Brooklyn erzielte in den vergangenen sieben Partien die meisten Tore aller Teams. 35 Mal konnten sie die schwarze Hartgummischeibe im gegnerischen Kasten versenken. Von den 16 Mannschaften im Osten können im gleichen Zeitraum nur die Lightning (5-1-1) eine bessere Bilanz aufweisen als die Islanders (5-2-0). Einhergehend mit Tavares' Leistungsexplosion begann auch Josh Bailey regelmäßig zu punkten. Baileys Ausbeute betrug nach sieben Partien zwei Tore und zwei Assists. Mittlerweile, nach weiteren sieben Auftritten, teilt sich der 28-jährige Außenstürmer mit drei Treffern und 15 Vorlagen den vierten Platz in der ligaweiten Bestenliste.

Video: NYI@WSH: Tavares schießt ein PPG in seinem 600. Spiel

Die Kunst einer effektiven Aufgabenteilung beherrschen zwei Stürmer der St. Louis Blues nahezu perfekt. Wer ist in dieser Saison torgefährlicher: Jaden Schwartz oder Vladimir Tarasenko? Diese Frage dürfte sich schon der ein oder andere Verteidiger gestellt haben, wenn er sich einem schnell vorgetragenen Konter der beiden Angreifer ausgesetzt sah, und dabei überlegte, wem er am ehesten sein Augenmerk schenken möge, um Schlimmeres zu verhindern. Bevor er für sich eine Antwort gefunden hat, die es ohnehin nicht gibt, war es auch schon zu spät und die Scheibe landete im Netz. Schwartz (8 Tore, 12 Assists) und Tarasenko (7 Tore, 9 Assists) stehen sich in puncto Treffsicherheit in Nichts nach. Wen verwundert es noch, dass sich die Blues in dieser Saison die Tabelle der Western Conference von ganz oben ansehen können?

Video: CHI@STL: Tarasenko dreht sich und haut den Puck rein

Nicht jeder Klub, der über zwei überragende Stürmer verfügt, die sich glänzend verstehen und die wie am Fließband punkten, wird dadurch gleich zu einem Titelaspiranten, doch es ist der Sache unheimlich dienlich und bringt das Team seinem gesteckten Ziel deutlich näher.

Ist das der Grund, warum immer mehr sportlich Verantwortliche bei der Zusammenstellung ihres Kaders Wert auf ein starkes Sturm-Duo legen?

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