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Bruins-Maple Leafs

Zuversicht bei den Maple Leafs nach Enttäuschung

Erneut schied Toronto früh in den Playoffs aus, doch das Team hat seinen Leistungszenit noch vor sich

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Fassungslosigkeit in Toronto! Dabei war doch alles mustergültig geplant gewesen. Diese Saison 2018/19, diese Stanley Cup Playoffs 2019 sollten in die Annalen der Toronto Maple Leafs eingehen. Seit 52 Jahren sehnt sich die im Eishockey-Mekka beheimatete Traditionsfranchise nach ihrem 14. Stanley Cup Triumph. Wie konnte es passieren, dass diese Mannschaft aus jungen, hochtalentierten Eishockeyspielern, ergänzt durch Playoff-erprobte Cracks wie Patrick Marleau, und im Sommer 2018 verstärkt durch John Tavares, einen der besten Center in der NHL, bereits in der ersten Playoffrunde der Eastern Conference ausscheidet?

Mit 5:1 verloren die Maple Leafs Spiel 7 einer Serie gegen die Boston Bruins, in der sie dreimal in Führung gelegen waren. Der deutliche Endstand zu Gunsten der Bruins aufgrund zwei Empty-Netter in den letzten 2 1/2 Spielminuten spiegelt keineswegs die Kräfteverhältnisse wieder. Die Maple Leafs waren den Bruins ein ebenwürdiger Gegner.

Auch von ihrem nach dem Playoff-Aus sichtlich angeschlagenen Trainer Mike Babcock gab es keinen Vorwurf an die Spieler: "Wir haben ziemlich gut agiert bis zum 3:1. Ich bin der Meinung, dass wir in dieser Serie im Vergleich zum vergangenen Jahr [in dem Toronto ebenfalls in der ersten Runde Boston in sieben Spielen unterlegen war] ein besserer Eishockeyklub geworden sind. Am Ende wurden wir nicht belohnt. Ich denke, wir machen Schritte in die richtige Richtung und wir müssen das durchziehen. Wir haben eine gute Gruppe an Spielern beisammen, die füreinander da sein wollen, und nun weiß man, dass man wieder anfängt."

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Babcock ist sich bewusst, dass über den Sommer Spieler gehen werden: "In der Offseason gibt es immer Transaktionen. Das sind Narben und Schmerzen, die beim Aufbau einer Franchise zurückbleiben. Heute Abend ist alles nur enttäuschend."

In Toronto sollte man nicht alles schwarzsehen. Es sollte nie vergessen werden, wo ihre Maple Leafs noch vor fünf, vor vier oder vor drei Jahren standen - nämlich mit Platz 23, Platz 27 und Platz 30 im Tabellenkeller der Liga. Im oberen Tabellenviertel wie in den jüngsten zwei Spielzeiten fand man sie zuletzt vor 1 1/2 Jahrzehnten in der Saison 2003/04.

Ja, vermutlich waren die Erwartungen an diese 2019er Maple Leafs zu hoch. Dass sie den von außen an sie herangetragenen Druck nicht standhalten konnten, darf ihnen jedoch niemand vorwerfen. In einer so ausgeglichenen Liga wie der NHL sind es oft nur Kleinigkeiten, die darüber entscheiden in welche Richtung das Pendel ausschlägt.

 

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"Wir wussten Anfang des Jahres, dass wir gegen dieses Team [Boston] oder Tampa antreten würden. Wir wussten, dass es schwer und eng zugehen würde. Ich war beeindruckt von unserer Gruppe hier. Mir gefiel es nicht, dass wir heute unterlegen waren. Das gefiel mir nicht. Ich glaube aber auch nicht, dass das unserem Spiel gerecht wurde", erläuterte Babcock und blickte auch umgehend zuversichtlich nach vorne.

"Nun, wir müssen das durchziehen, denn wir können nicht ständig über eine Playoff-Serie reden, die wir verloren haben. Ich denke, wir haben ein paar Leute, die aus unserer Organisation kommen und die uns noch stärker machen werden. Ich meine, Kapanen und Johnsson haben letztes Jahr in den Minors gespielt und stehen jetzt in unserer zweiten Reihe. Und offensichtlich ist es für uns sehr wichtig, Willie die ganze Saison über zu haben, damit er das Niveau erreicht, auf dem er spielen kann. Es war bedauerlich, dass Naz [Nazem Kadri - Sperre] uns nicht zur Verfügung stand. Sein Ausfall hatte eine ähnliche Auswirkung wie ein verletzter Spieler in den Playoffs. Dadurch konnten wir Willie nicht rochieren. Das sind die Punkte und wir müssen uns jetzt stetig weiterentwickeln."

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Mit Kasperi Kapanen und Andreas Johnsson erwähnt Babcock zwei Flügelstürmer, die wie Mitchell Marner am 1. Juli zu Restricted Free Agents werden und bei denen Vertragsverhandlungen anstehen. Solche hatten sich vergangenes Jahr mit dem angesprochenen William Nylander über Monate hingezogen, ehe sich die Maple Leafs am 1. Dezember mit dem 22-jährigen Angreifer auf einen 45 Millionen Dollar schweren 6-Jahres-Vertrag einigen konnten.

Sollten die Maple Leafs das Grundgerüst dieses Teams zusammenhalten, dann können sie mit voller Zuversicht in die Zukunft schauen. Dieses Jahr sollte es noch nichts mit der Meisterschaft werden, doch die Maple Leafs sind mit ihrem Spielerpotenzial eine von wenigen Mannschaften, die auf schon jetzt hohem Niveau, noch nicht ihren Leistungszenit überschritten haben.

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