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Finalrunden der Champions Hockey League

Nur noch acht Teams sind im Rennen um den Titel der CHL, dabei könnte erstmals ein Meister nicht aus Schweden kommen

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Jede zweite Woche wirft NHL.com/de in der Rubrik International Ice einen Blick über den Tellerrand der NHL. Hier können sie mehr über Spieler in Europa lernen, die nur ein Tor, einen Save, oder eine Entscheidung von einer NHL-Karriere entfernt sind, oder dort bereits Erfahrung gesammelt haben.

In der heutigen Ausgabe geht es um die Champions Hockey League.

Im August des Jahres 2006 schrieben im hohen Norden acht Teams Eishockeygeschichte. Djurgarden Stockholm, die Frölunda Indians, Färjestad Karlstad und Linköping HC aus Schweden, sowie IFK Helsinki, Kärpät Oulu, Tappara Tampere und TPS Turku aus Finnland, trafen sich im Sommer 2006 zur ersten Nordic Trophy. Dabei spielten sie zunächst je sieben Spiele, eines gegen jeden anderen Teilnehmer, woraufhin sich die beide Erstplatzierten, Kärpät Oulu und Färjestad Karlstad, zu einem Finalspiel trafen, welches die Schweden damals gewannen.

In den folgenden Jahren gewann zunächst Oulu, dann Linköping. 2009 gab es zwei Meister, Jönköping und Rauma, da das Turnier seinerzeit nach Ländern getrennt ausgetragen wurde.

Der Wettbewerb wurde in den nächsten Jahren fortgesetzt und bis 2009 auf zwölf teilnehmende Teams erweitert. Nach der vierten Austragung kam es zu der Entscheidung, den Wettbewerb über die Grenzen der beiden Länder hinaus auszuweiten.
Es war die Geburtsstunde der European Trophy. 2010 traten erstmals auch Klubs aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Norwegen und der Tschechischen Republik an, um gemeinsam mit den Skandinaviern um einen Titel zu kämpfen.

18 Mannschaften spielten die acht Teilnehmer am Red Bull Salute aus, bei dem im K.O.-Modus der Sieger ausgespielt wurde.

Zur Premiere durften sich auch gleich die Eisbären Berlin feiern lassen, die bis heute die einzige deutsche Mannschaft sind, die einen Europapokal gewinnen konnte. In den folgenden Jahren gewannen Red Bull Salzburg, Lulea HF aus Schweden und JYP Jyväskylä aus Finnland.

Bis 2012 wurde das Teilnehmerfeld zwei weitere Male erweitert. Zunächst auf 24, dann auf 32 Vereine. Im Jahre 2013 fiel schließlich die Entscheidung, dass der Wettbewerb im folgenden Jahr zur Champions Hockey League weiterentwickelt werden sollte.

Heute gelten die European Trophy und die Nordic Trophy als die offiziellen Vorgänger und Wurzeln der CHL und als wichtige Stationen in der Entwicklung des europäischen Eishockeys.

In den ersten drei Jahren expandierte die CHL zunächst weiter, bis 2016/17 dann 48 Teams aus ganz Europa am Turnier teilnahmen. Dabei gewann in der ersten Saison Lulea, in der zweiten Saison Frölund und in der vergangenen Spielzeit schafften es die Indians schließlich als erster Verein in der Geschichte der drei Turniere, einen Titel erfolgreich zu Verteidigen.

Nun befindet sich die aktuelle Saison in der entscheidenden Phase. In der Hauptrunde wurde in acht Gruppen mit jeweils vier Mannschaften eine Hinrunde und eine Rückrunde gespielt. Dabei traten neben Teams aus den sechs Gründungsligen aus Deutschland, Österreich, Tschechien, der Schweiz, Schweden und Finnland, auch Teams aus Polen, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, der Slowakei, Weißrussland und Norwegen teil.

 

Die beiden bestplatzierten Teams aus jeder Gruppe zogen in die Runde der besten 16 ein, in der in Hin- und Rückspiel dann die acht Viertelfinalisten ausgespielt wurden. Nun ist die Spannung groß, wer den Titel in dieser Saison holen wird. Wer ist also derzeit noch im Rennen?

Der Titelverteidiger schied in der letzten Runde bereits knapp gegen Bili Tygri Liberec aus. In der Liga sind die Tiger derzeit alles andere als erfolgreich, sie befinden sich nur auf dem zehnten Platz. Der Meisterschreck muss nun gegen die ZSC Lions Zürich ran, die in der National League A auf Platz Drei stehen und ihren Achtelfinalgegner, die Nottingham Panthers, relativ mühelos aus dem Rennen warfen.

Die beiden Red-Bull-Teams, München und Salzburg, schieden gegen die Växjö Lakers und den SC Bern aus, die nun direkt aufeinander treffen. Växjo führt im Moment die schwedische Liga an, genau wie Bern die National League A in der Schweiz.

In der dritten Paarung treten Ocelari Trinec und Brynäs IF gegeneinander an. Trinec kegelte zuvor die Redhawks Malmö aus dem Turnier, Brynäs setzte sich gegen die Adler Mannheim durch. Während die Tschechen in ihrer Liga zu den Titelaspiranten gehören, steht Brynäs nur auf dem zehnten Platz, klettert aber mit fünf Siegen aus den letzten sechs Spielen gerade wieder nach oben.

Die verbleibende Begegnung findet zwischen Kometa Brno, an denen der EV Zug scheiterte, und Jyväskylä statt, die Tampere besiegten. Brno ist der aktuelle tschechische Meister, Jyväskylä eine der größten Sporthochburgen Finnlands.

 


In den ersten Partien des Viertelfinals konnten sich nun sogar Bern und Trinec durchsetzen. Damit liegt eine kleine Sensation in der Luft, es ist tatsächlich möglich, dass die schwedische Vorherrschaft in der CHL bereits im Viertelfinale gebrochen wird.

Bern kassierte nach einer 2:0 Führung im dritten Drittel den Ausgleich, konnte das Spiel aber in der 56. Minute für sich entscheiden. Bei Trinec sah es schon anders aus, sie lagen bis zum Schlussabschnitt 1:0 hinten, drehten das Spiel aber dann zum 3:1 Sieg. Im Rückspiel stehen die beiden Schweden nun also unter Druck, sie treten allerdings beide zuhause an.

Auch bei Zürich brachte das letzte Drittel die Entscheidung, sie gewannen 1:0 und sind im Rückspiel zuhause im Vorteil. Ein Ergebnis, das man im modernen Eishockey nur selten sieht, gab es zwischen Jyväskylä und Kometa Brno. Die Finnen und der Meister aus Tschechien trennten sich mit 3:3 unentschieden, damit fangen sie im Rückspiel wieder von vorne an und Brno kann zuhause den Einzug in das Halbfinale klar machen.

Die vier Rückspiele finden bereits am 12. Dezember ab 17:30 statt, Im Halbfinale könnte es dann zum Schweizer Duell zwischen Zürich und Bern kommen, sowie zum tschechischen Derby zwischen Kometa Brnmo und Trinec Ocelari.

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