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Symbiose mit den Fans ist den Spielern heilig

Die große Identifikation der Akteure mit dem Umfeld zählt zu den Besonderheiten der NHL

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

NHL.com/de hat sich kürzlich mit einigen Spielern aus der Liga unterhalten, um einen Einblick in breit gefächerte Themen zu bekommen. In dieser Ausgabe schreibt Axel Jeroma über die besondere Beziehung der Akteure zu ihrem Team, den Fans und der Stadt, in der sie ihrem Job nachgehen:

Zu den Eigentümlichkeiten in der NHL zählt, dass viele Spieler langfristige Verbindungen mit ihren Klubs eingehen. Dabei handelt es sich beileibe nicht nur um die Stars der Branche. Verträge mit einer Laufzeit zwischen fünf und acht Jahren sind für gestandene Profis keine Seltenheit. Dies wiederum begünstigt eine starke Identifikation der Spieler mit ihrem Team, ihrer Stadt und ihren Fans auf der einen sowie zwischen Anhängern und Aktiven auf der anderen Seite. Im Grunde schätzen jedoch alle Kufencracks der Liga diese einzigartige Symbiose - unabhängig davon, welcher Organisation sie angehören und wie lange sie ihre Arbeitspapiere gelten.

Tobias Rieder von den Edmonton Oilers ist es ein großes Anliegen, die Fans zufriedenzustellen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. "Sie sind es schließlich, die viel Geld dafür ausgeben, um zu den Spielen zu kommen und uns anzufeuern. Von daher ist es wichtig, eine gute Beziehung zu ihnen zu haben. Wenn jemand ein Foto oder ein Autogramm wünscht, darf das kein Problem sein. Jeder Spieler sollte da einwilligen", meint der Landshuter, der im Sommer von den Los Angeles Kings zu den Oilers wechselte.

 

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Anders Lee von den New York Islanders sieht es genauso. "Die Leute schauen zu uns auf und wir wünschen uns ihre Unterstützung. Deshalb ist es nötig, die Verbindung zu ihnen zu hegen und zu pflegen, damit gute Dinge daraus entstehen", lautet seine Einschätzung.

Dass sich die Zuneigung der Anhänger positiv auf die Leistung auswirkt, bestätigt Evander Kane von den San Jose Sharks. "Die Fans haben mich vom ersten Moment an in ihr Herz geschlossen. Das war großartig und hat mich beflügelt", so der Angreifer. "Ich finde unsere Fangemeinschaft phantastisch."

Mitunter braucht es aber auch erst ein wenig Zeit, bis der Funke überspringt. Dies gilt vor allem dann, wenn Teams umgezogen sind, den Besitzer wechseln oder sich im Umbruch befinden. Zwei Spieler, die dies miterlebt haben, sind Jamie Benn von den Dallas Stars und Dylan Larkin von den Detroit Red Wings. "Als ich nach Dallas gekommen bin, hatten wir Probleme mit den Eignern. Es war eine schwierige Phase, in der wir leider nicht so viele Zuschauer in die Arena locken konnten. Aber jetzt, fast zehn Jahre später, ist nahezu jedes Heimspiel ausverkauft. Das Publikum und die Stadt stehen voll hinter uns", schildert der Top-Scorer der Stars in der Saison 2017/18.

Etwas darben musste zuletzt die Anhängerschaft der Red Wings, nachdem die Mannschaft zuletzt zweimal in Folge die Stanley Cup Playoffs verpasste. Trotzdem ist das Verhältnis zwischen Team und Fans nach Einschätzung von Center Larkin nach wie vor intakt. "Die Leute verstehen und akzeptieren, dass wir gerade dabei sind, ein neues Team aufzubauen. Zugleich haben sie ein Recht darauf, dass wir alles dafür tun, um uns zu verbessern", meint er.

 

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Über ein besonders begeisterungsfähiges Umfeld verfügen die Nashville Predators. Stürmer Ryan Johansen beschreibt es in Superlativen: "Die Atmosphäre ist einzigartig. Ich finde gar nicht genug würdigende Ausdrücke für die Mannschaft, die Organisation, die Fans und die Stadt. Nashville ist ein außergewöhnlicher Ort zum Leben und zum Spielen." Laut Johansen hat der Einzug der Predators in die Playoffs in den vergangenen beiden Jahren das Band zwischen dem Team und der Stadt noch einmal verstärkt. "Es ist unglaublich, wie viele Menschen die Spieler erkennen und wie sehr sie uns mögen."

Dass die Unterstützung der Anhänger in der Postseason an Intensität zunimmt, hat auch Patrick Kane von den Chicago Blackhawks im Laufe seiner Karriere festgestellt. "Sobald die Playoffs beginnen, legen sie sich noch mehr ins Zeug. Diesen speziellen Support in Chicago zu spüren, spornt einen unheimlich an", sagt der dreifache Stanley-Cup-Champion. Sein Mannschaftskamerad Jan Rutta schätzt den regelmäßigen Kontakt zu den Fans. "Ich war dieses Jahr bei unserer Fan-Convention dabei und habe viele nette Gespräche geführt. Solche Treffen helfen auch mir weiter. Schließlich fällt es einem leichter zu spielen, wenn man weiß, wer auf der Tribüne sitzt."

 

Wahre Fans halten selbst nach Niederlagen zu ihrer Mannschaft und den Spielern. Diese Erfahrung machte Bo Horvat von den Vancouver Canucks, die zuletzt wenig sportlichen Erfolg zu verzeichnen hatten. "Klar bekommst du mehr Lob und Zuspruch, wenn du am Tag nach einem gewonnenen Spiel durch die Straßen gehst. Aber selbst nach Niederlagen fällt die Reaktion der Leute zu 99 Prozent positiv aus", erzählt der Center.

Wer wie Max Domi demnächst für einen großen Klub wie die Montreal Canadiens auf dem Eis steht, ist sich der hohen Erwartungshaltung der Kundschaft von vornherein bewusst. "Das bringt es einfach mit sich, wenn man für die Canadiens aufläuft. Man erwartet von dir, dass du gutes Eishockey spielst. Wenn dir das gelingst, wirst du gut behandelt. Das geht vollkommen in Ordnung", sagt der Außenstürmer, dessen Dienste sich Montreal im Juni bei einem Trade mit den Arizona Coyotes sicherte.

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