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Ekman-Larsson hat eine Vorbildfunktion

Coyotes schwedischer Verteidiger hat sich zu einem Führungsspieler entwickelt

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Als Shane Doan zum ersten Mal das 'C' als Teamkapitän der Phoenix / Arizona Coyotes auf der Brust trug war Oliver Ekman-Larsson gerade einmal zwölf Jahre alt. Von der Saison 2003/04 an hatte Doan 13 Jahre lang das Amt des Teamkapitäns bei der Franchise aus der Wüstenstadt Glendale inne. Doan und Ekman-Larsson waren seit der Spielzeit 2010/11 Teamkollegen, dementsprechend verständlich ist es, dass der 26-jährige Schwede das Karriereende von Doan mit einem weinenden Auge begleitete.

"Ich hege gemischte Gefühle. Shane Doan wird nicht mehr bei uns sein. Seitdem ich hier bin, war er da. Und er hat sich stets gut um mich gekümmert. Aus sportlicher Sicht war es vermutlich die richtige Entscheidung [Doans Vertrag nicht zu verlängern], doch die Art und Weise ist diskussionswürdig. Manchmal vergisst man eben, dass es ein Business ist, doch wir wurden daran erinnert", sagte Ekman-Larsson gegenüber NHL.com International.

Die Entscheidung darüber, wer das freigewordene Amt übernehmen wird, steht zwar noch aus, doch die Chancen, dass Ekman-Larsson der Nachfolger des 40-jährigen Urgesteins der Coyotes wird, stehen nicht schlecht. Er würde dann nicht nur in die Fußstapfen von Doan treten, sondern wäre auch der dritte in Schweden geborene Spielführer der Franchise nach Verteidiger Lars-Erik Sjoberg (1979/80) und Thomas Steen (1989/90, 1990/91).

Ekman-Larsson, der beim NHL Draft 2009 in der ersten Runde an insgesamt sechster Stelle von den Coyotes ausgewählt wurde, hätte sich dieses Amt nicht nur verdient, sondern er könnte es gut ausfüllen. Er gab immer sein Bestes auch wenn es bei den Coyotes, die sich seit der Saison 2012/13 nicht mehr für die Stanley Cup Playoffs qualifizieren konnten, keineswegs gut lief. Unbestritten nimmt der Goldmedaillengewinner der IIHF-Weltmeisterschaft 2017 eine Vorbildfunktion ein. Seit seiner ersten NHL-Saison 2010/11 hatte kein anderer Spieler mehr Auftritte für die Coyotes bestritten als Ekman-Larsson mit seinen 494 Spielen. Seit der Umbenennung der Franchise im Jahre 2014 tauchte kein anderer Spieler des Klubs häufiger auf den Spielberichtsbögen als Scorer auf. In den vergangenen drei Spielzeiten gelangen dem offensivstarken Blueliner 56 Tore und 81 Assists in 236 Partien - allesamt Teambestwerte.

Wie ein Doan kann Ekman-Larsson, der zu den besten Verteidigern der Liga zählt, mit gutem Beispiel vorangehen. Und er stellt seinen persönlichen Erfolg hinter jenen der Mannschaft: "Ich achte nicht so sehr darauf welche Fortschritte ich mache. Ich möchte, dass wir als Team gewinnen. Selbstverständlich muss ich mein Bestes geben, möchte mich sportlich und als Führungspersönlichkeit weiterentwickeln, doch uns wird mehr Beachtung geschenkt werden, sobald wir ein Siegerteam sind. Das ist dann auch für mich eine Chance."

Center Derek Stepan und Torwart Antti Raanta kamen von den New York Rangers. Der dreifache Stanley Cup Champion Verteidiger Niklas Hjalmarsson wurde Ende Juni im Tausch gegen Connor Murphy und Laurent Dauphin von den Chicago Blackhawks losgeeist. Der Vorzeigeathlet ist der Meinung, dass sich die Mannschaft, auch aufgrund der Neuverpflichtungen, auf dem richtigen Weg befindet: "Diese Spieler werden uns sehr hilfreich sein. Sie sind im besten Eishockeyalter. Raanta hat das Zeug dazu unsere Nummer 1 zu werden. Auf seinen Schultern wird eine Menge Verantwortung liegen. Stepan war gut in New York, zuletzt hatte er sich vielleicht etwas festgefahren, [der Wechsel] könnte eine Initialzündung bei ihm auslösen ... Hjalmarsson, keine Ahnung warum sie ihn abgegeben haben. Da können wir nur herzlichen Dank sagen." 

Ekman-Larsson kennt den um vier Jahre älteren Hjalmarsson aus gemeinsamen Auftritten bei den Tre Kronor allzu gut. Auch beim World Cup of Hockey 2016 standen sie zusammen im Kader von Team Schweden. Bei den Coyotes werden sie wahrscheinlich als deren erste Verteidigungsreihe auflaufen. Ekman-Larsson ist zuversichtlich, dass es mit den Coyotes aufwärts geht. Mit ihm als Kapitän?

Video: ARI@NSH: Ekman-Larsson trifft nach Dvoraks Pass im PP

Er zeigt sich keineswegs abgeneigt dieses Amt auch anzunehmen, so es ihm angeboten werden sollte: "Das würde mir natürlich unheimlich Spaß bereiten. Es wäre eine große Ehre für mich. Es wäre mir nie im Traum eingefallen, einmal Kapitän eines NHL-Teams zu werden. Ich glaube nicht, dass es etwas an meinem Verhalten oder an der Art wie ich spiele ändern würde. Sollte ich gefragt werden, dann vermutlich weil ich gut gespielt habe und weil ich so bin wie ich eben bin."

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