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St. Louis kommt aus dem Feiern nicht heraus

rst der Stanley Cup Sieg, jetzt das Honda NHL All Star Game 2020 - St. Louis hat sich als Eishockey-Stadt etabliert

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Es ist bekannt, dass die Sportfans in St. Louis ihre Teams enthusiastisch anfeuern. Entsprechend freuen sie sich, wenn die Mannschaften aus der Stadt in Missouri Titel nach Hause bringen. Das haben sie elfmal gezeigt, als die St. Louis Cardinals die World Series der Major League Baseball gewannen, und auch beim Super Bowl Sieg der Los Angeles Rams 1999 kannte die Begeisterung keine Grenzen. 

Doch seit dem Umzug der Rams nach Los Angeles 2016, ist die Stadt hauptsächlich als Baseball-Stadt wahrgenommen worden. Ja, die St. Louis Blues waren auch da, allerdings fehlte dem Team lange der große Erfolg. Im Sommer 2019 haben Ryan O'Reilly und Co. dafür gesorgt, dass sich das geändert hat. Anfang Januar vergangenen Jahres noch Letzter, gelang der Mannschaft von Coach Craig Berube, den sie alle nur Chief nennen, ein großartiges Comeback, das mit dem ersten Stanley Cup Sieg der Franchisegeschichte gekrönt wurde. Und auch da kamen die Leute in Massen auf die Straßen zum Feiern.

"Das war eine fantastische Geschichte für die Stadt", meinte Blues-Kapitän Alex Pietrangelo. "Wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Darauf können wir stolz sein."

Jetzt hatten die Eishockeyfans mit dem Honda NHL All Star Game 2020 wieder einen Grund zu feiern. Und das ein ganzes Wochenende lang, zuerst mit der Skills Competition am Freitag und nun mit dem eigentlichen All-Star-Spiel. Bei der Skills Competition bewiesen die Anhänger der Blues auch, dass sie die Helden früherer Tage nicht vergessen haben. Al MacInnis, der in der Organisation der Blues als Berater von General Manager Doug Armstrong tätig ist, Bernie Federko und Brett Hull, Ehrenkapitän der Central Division, waren auf dem Eis zu sehen. Wayne Gretzky, der 31 Spiele für die Blues bestritt, war Ehrenkapitän der Pacific Division. 

"Es ist unglaublich. Das hätte keiner besseren Gruppe von Eishockeyfans passieren können. Ich liebe es. Ich bin hier seit 25 Jahren. Ich weiß, was es diesen Leuten bedeutet. Ich weiß, was es den Eishockeyfans bedeutet", sagte MacInnis.

Natürlich waren auch die Helden der Gegenwart im Kader der Central Division zu finden. Mit den beiden Stürmern David Perron und O'Reilly sowie Verteidiger Pietrangelo und Torwart Jordan Binnington standen gleich vier Stanley Cup-Gewinner auf dem Eis für die Mannschaft der Central Division. Und mit Perron hatten die Blues-Fans immerhin einen Torschützen aus den eigenen Reihen zu bejubeln.

"Das war schon toll, bei dieser Gelegenheit hier zu treffen", befand der 31-Jährige. Allerdings half sein Treffer nicht wirklich. Die Central Division verlor am Ende 5:10 gegen die Pacific Division, weshalb es seit der Einführung des Formats "Drei gegen drei" weiterhin noch nicht zum Duell Central Division gegen Atlantic Division gekommen ist. Somit hatten die Fans der Blues diesmal nicht so viel zum Jubeln. Der Eishockeybegeisterung in St. Louis wird das aber keinen Abbruch tun.

"Das war schon sehr cool, vor den eigenen Fans mit all diesen Jungs zu spielen", berichtete Pietrangelo. Es habe auch viel Spaß gemacht, dem heimischen Publikum eine gute Show abzuliefern. "Wir haben großartige Fans", betonte der Kapitän der Blues.
Dem konnte sich der Keeper der Blues nur anschließen: "Die Fans unterstützen uns. Sie verstehen das Spiel. Sie respektieren, dass wir viel harte Arbeit reinstecken." Da wird dann auch mal verziehen, wenn es nicht so gut läuft. Für den Torwart, der in der vergangenen Saison die Blues als Rookie zur Meisterschaft geführt hat, war es "eine großartige Erfahrung". Auch wenn das Ergebnis nicht so berauschend war. "Es hat viel Spaß gemacht, auch mit all den anderen Spielern in Kontakt zu kommen." Immerhin gewann er bei der Skills Competition den Wettbewerb der Torhüter für den besten Save Streak. 

Video: Save Streak: Binnington stoppt 10 zum Sieg

Somit hat St. Louis als Austragungsort des Honda NHL All-Star Game 2020 erneut Werbung für die Stadt als Eishockeystandort betrieben und sich nachhaltig empfohlen für weitere Aufgaben. Die St. Louis Blues sind auf dem besten Weg ihren Teil dazu beizutragen, dass auch der Rest der Eishockey-Welt nicht vergisst, dass im Schatten des Gateway Arch nicht nur Baseball gespielt wird. Zur Pause für das Honda NHL All-Star Game 2020 führen die Blues mit 68 Punkten klar die Central Division an. Sechs Punkte haben sie Vorsprung auf die Colorado Avalanche. Eine ähnliche Aschenputtel-Geschichte wie in der vergangenen Spielzeit werden die Fans in Missouri also nicht erleben. Diesmal sind die Blues die Gejagten. Und nach derzeitigem Stand kommen sie mit dieser Rolle ebenfalls sehr gut zurecht. 

Die Fans in St. Louis müssen sich nach den Feierlichkeiten des Wochenendes allerdings noch ein bisschen gedulden, bis sie ihre Lieblinge wieder bewundern können. Die Blues gehen in dieser Woche erst mal auf Auswärtstour durch Kanada. Gegen die Vancouver Canucks, Calgary Flames, Edmonton Oilers und Winnipeg Jets werden eventuell frisch geschlossene Freundschaften unter den Spielern dann wieder ruhen. Das nächste Heimspiel hat St. Louis am 4. Februar gegen die Carolina Hurricanes. Dann werden die Anhänger wieder ins Enterprise Center pilgern. 

"Die Leute hier leben die Blues. Das All-Star Game ist eine weitere Möglichkeit zu zeigen, dass St. Louis eine Eishockey-Stadt ist. Die Leute lieben Eishockey. Es ist eine coole Stadt", befand O'Reilly.

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