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Olympia verlief für NHL nicht wie erhofft

Teilnahme bei den olympischen Spielen 2018 in PyeongChang bleibt unsicher

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com Kolumnist

PALM BEACH, Fla. -- Die NHL kann die Argumente für eine Teilnahme an den olympischen Spielen verstehen. Sie kann nachvollziehen, warum die Spieler 2018 nach PyeongChang wollen. Es sind die gleichen Gründe wie damals, 1998 in Nagano, als derselbe Commissioner, Gary Bettman, es erstmalig ermöglichte.

Warum gibt es also diese "starken negativen Bedenken" unter den Eigentümern, wie Commissioner Bettman am Donnerstag nach dem Board of Governors Treffen erklärte?

Weil die NHL nun schon an fünf olympischen Spielen teilnahm und es sich herausgestellt hatte, dass der Sport beziehungsweise die Geschäfte nicht den Schub erhalten haben, den sich die Liga und viele Leute ursprünglich erhofft hatten. Dies schmerzt.

Nagano war kein Segen für Eishockey oder die NHL.

"Der ultimative Einfluss, den Nagano weltweit auf den Sport hatte, ist zu vernachlässigen", sagte Commissioner Bettman.

Auch die Spiele 2006 in Turin und 2014 in Sotschi brachten keinen wirklichen Segen. Die olympischen Spiele 2002 in Salt Lake City und 2010 in Vancouver waren zwar besser -- beide gipfelten in einem Kanada-USA Finale auf nordamerikanischem Eis -- doch brachten sie ebenfalls kein Segen.

"Wenn man die olympischen Spiele in Salt Lake City und Vancouver betrachtet, beide vor dem Hintergrund des Austragungsortes und welche Teams weit gekommen sind, haben sie mehr Interesse geweckt, vor allem in Nordamerika", erklärte Commissioner Bettman. "In einigen der anderen Austragungsorten war das nicht so."

Die olympischen Spiele sind etwas ganz Besonderes, weil die besten gegen die besten Spielen und es ein wahnsinniges Spektakel ist. Doch Eishockey ist nicht so viel anders als zum Beispiel Skilaufen oder Schwimmen. Die richtigen Fans lieben ihren Sport so wie sie ihn immer lieben. Die Gelegenheitsfans verfolgen den Sport ein paar Wochen und vergessen ihn danach wieder.

Die NHL hat ihre Saison im Februar unterbrochen -- eine Zeit, zu der sie nicht mit Football oder Baseball konkurriert -- und verlieh ihre Spieler an ein Turnier, von jemandem anderen. Sie riskierte nicht nur Verletzungen bei den Spielern die teilnahmen sondern aufgrund des engeren Terminplans auch bei den anderen.

Während das internationale olympische Komitee (IOC) die Früchte erntete, hatte die NHL keine Quoten oder Umsätze.

"Natürlich verstehen und begrüßen wir es, dass die Spieler bei den olympischen Spielen mitmachen wollen", sagte Arizona Teileigentümer Anthony LeBlanc. "Doch aus unserer Sicht ist es einfach schwierig fürs Geschäft."

Auch vor Sotschi diskutierte die NHL dieselben Probleme und entschied sich, teilzunehmen. Die Frage ist, ob die Liga einen Wendepunkt erreicht hat.

"Ich denke, nach fünf Mal, ich weiß nicht, Ermüdung könnte das richtige Wort sein?" Sagte Commissioner Bettman.

"Ja", pflichtete NHL Deputy Commissioner Bill Daly, der bei einer Pressekonferenz neben Commissioner Bettman saß, bei. "Ich denke, unsere Stimmen wurden immer negativer nach den Erfahrungen mit Olympia. Ich denke, so kann man das sagen."  

Commissioner Bettman klärte am Donnerstag ein paar Dinge:

-- Wenn das IOC oder die International Ice Hockey Federation (IIHF) keine Versicherungen und Reisekosten zahlt, wird die NHL nicht teilnehmen. Bettman erklärte, dass er nicht weiß, ob genug Geld zur Verfügung stehe, um das zu decken, was in Sotschi gedeckt wurde. Und das, obwohl IIHF Präsident Rene Fasel erklärte, dass er die nötigen Mittel bereitstellen würde. Commissioner Bettman sagte, dass er nicht weiß, ob es eine gute Idee sei, das Geld dem Hockey Development wegzunehmen. Doch selbst wenn das IOC oder die IIHF die Ausgaben bezahlen würden, bedeutet dies nicht zwingend, dass die NHL teilnehmen wird. Weitere Sachverhalte sind noch offen.  

-- Die NHL hat von der NHL Players' Association keine Verlängerung des Tarifvertrages um drei Jahre im Gegenzug einer Olympiateilnahme gefordert. Sowohl die NHL als auch die NHLPA haben das Recht, den Tarifvertrag (CBA) nach der Saison 2019-20 neu zu verhandeln. Beide Parteien hoffen darauf, den nächsten World Cup of Hockey im September 2020 auszurichten. Commissioner Bettman sprach davon, dass er diskutierte, auf sein Recht zur Neuverhandlung des CBA zu verzichten, damit der World Cup nicht gefährdet würde. Dies wandelte sich zu einer Diskussion über einen Terminplan, der die olympischen Spiele beinhaltet. Die Idee dahinter war, dass damit Ruhe und Berechenbarkeit einkehren würde. Zusätzlich würde dies ein Anreiz für eine Olympiateilnahme darstellen.    

"Wenn die olympischen Spiele nicht nur eine einmalige Angelegenheit in PyeongChang wären, würden die Eigentümer, die gegen eine Teilnahme sind, vielleicht etwas weiter denken", sagte Commissioner Bettman. "Ich denke, das würde die Gemütshaltung einiger Eigentümer vielleicht verändern.

Die NHLPA sagte, das sie nicht interessiert sei. Auf die Frage, ob es Platz für Verhandlungen oder ein Gegenangebot gebe, erklärte Commissioner Bettman, dass er nie Verhandlungen wollte und auch kein Gegenangebot plant. Doch wenn die NHLPA einen Vorschlag macht, dann könnte dies diskutiert werden.

-- Das Board stimmte am Donnerstag nicht ab. Es entschied am Donnerstag nicht. Doch Commissioner Bettman erklärte, dass die Zeit drängt, weil die NHL ihren Terminplan für die Saison 2017-18 erstellen müsse.

Damit die NHL in PyeongChang teilnimmt, muss jemand das Board überzeugen, dass es auch im besten Interesse der Liga sei -- und das schnell.

"Es ist wirklich sehr schwierig", erklärte Tampa Bay Lightning Vorsitzender Jeff Vinik. "Es ist sehr kompliziert. Es ist etwas, dem wir sehr viel Aufmerksamkeit widmen und über das wir sehr viel nachdenken."

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