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Vom Traum in der NHL zu spielen

Markus Eisenschmid hofft weiter auf seine Chance und spielt erst einmal um einen neuen Vertrag

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Jeden Donnerstag im Laufe der Saison 2017/18 widmet NHL.com/de einem deutschsprachigen Spieler einen speziellen Bericht. Dabei stellen wir sowohl junge Spieler, die sich einen Namen machen wollen, als auch etablierte Akteure und Teamleader ins Rampenlicht.

In dieser Ausgabe geht es um Markus Eisenschmid.

Vor fast genau einem Jahr, am 8. Januar 2017, unterschrieb Markus Eisenschmid bei den Montreal Canadiens einen Einstiegsvertrag und wähnte sich zu Beginn des Jahres wieder einen Schritt näher an seinem Traum, irgendwann in der NHL zu spielen.

Der am 22. Januar, also in Kürze 23 Jahre alt werdende Marktoberdorfer ist allerdings in den vergangenen zwölf Monaten nicht weiter vorwärts gekommen, nachdem er nach wie vor für das Farmteam in der AHL, die Laval Rocket aktiv ist und bisher vergeblich auf den Anruf des Managements wartete zu den Canadiens hochrücken zu dürfen. Die schwierige Lage bei den in der NHL deutlich hinter den Erwartungen spielenden Kanadiern trägt ihr Übriges dazu bei.  

"Ich war ja wieder verletzt, was mich nochmal ein wenig zurückgeworfen hat. Aber ich hatte einen guten Sommer und habe die Saison auch wieder richtig gut mit mehr Eiszeit angefangen und alles in allem bin ich zufrieden", betont Eisenschmid gegenüber NHL.com/de am Mittwoch, als er krank das Bett hüten muss, anstatt sich auf das Spiel gegen die Utica Comets am Abend vorzubereiten.

Für die Rocket läuft es nicht gerade gut und sie stehen nach 39 Spielen mit einer Bilanz von 15-17-7 nur auf dem 25. Platz der 30 Teams umfassenden AHL. Auch die Partie gegen Utica ging zu Hause deutlich mit 1:5 verloren.

Eisenschmid konnte bisher in dieser Saison 21 Spiele absolvieren und kann dabei zwei Tore und fünf Assists vorweisen. Viel Zeit bleibt dem bayerischen Schwaben aus dem Ostallgäu, dessen beiden Schwestern Nicola und Tanja ebenfalls erfolgreich Eishockey spielen, vorerst nicht mehr, denn sein aktueller Vertrag läuft bereits im Sommer wieder aus. Alles Weitere steht in den Sternen.

Seit 2013 versucht Eisenschmid in Nordamerika Fuß zu fassen und obwohl er nie gedraftet wurde, hat er es bis zu einem Einstiegsvertrag geschafft. Warum also die Flinte so schnell ins Korn werfen?

"Daran versuche ich gerade nicht zu denken", schränkt er auf das baldige Vertragsende angesprochen ein. "Ich will das Ganze Tag für Tag nehmen und mich noch nicht auf die Vertragsverhandlungen im Sommer konzentrieren."

Trotzdem steht immer die Frage nach dem Sinn in der AHL zu verweilen oder am Ende gar nach Deutschland zurückzukehren im Raum. Denn die Gehälter in der DEL sind nicht unbedingt schlechter als jene, die im Farmteam gezahlt werden. Dem stünde jedoch entgegen, dass dann der Weg ganz nach oben schwierig werden würde. Hat sich Eisenschmid eine Deadline zurechtgelegt und ist schon ein baldiger Neustart in der Heimat vorstellbar?

"Das kann ich noch nicht sagen", schränkt er ein. "Ich habe mit den vielen Ups und Downs natürlich schon daran gedacht, aber im Grunde genommen ist mein Traum in der NHL zu spielen und ich werde für mich entscheiden müssen, was der beste Weg dorthin ist."

Gute Auftritte vor den NHL-Scouts bei der IIHF Weltmeisterschaft im Mai für die deutsche Nationalmannschaft könnten dabei helfen. Laval wird die Calder Cup Playoffs wohl verpassen, so dass der 1,83 Meter große Center Eisenschmid eine Option für Bundestrainer Marco Sturm sein könnte. Bei einem Besuch im November von Sturm in Montreal haben sich beide getroffen, ein Spiel zusammen angeschaut und über verschiedene Themen gesprochen.

"Wenn ich nominiert werde, dann will ich natürlich auch spielen", sagt er selbstbewusst auf die WM angesprochen. "Aber das liegt nicht nur in meiner Hand." Vielleicht kann Eisenschmid dann doch noch mit Umwegen Geschichte schreiben, indem er der erste deutsche Spieler in der langjährigen Historie der Canadiens wird. Mit ein bisschen mehr Glück und weniger Verletzungen kann es gelingen.

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