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'Ein gemeinsamer Geist' vereint NHL, NHLPA

Liga und Spielergewerkschaft betonen Einigkeit in Sachen Rückkehr zum Spielbetrieb und CBA-Verlängerung

von Nicholas J. Cotsonika @cotsonika / NHL.com-Kolumnist

Sie stecken beide gemeinsam in dieser Situation. 

Die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA befanden sich auf einem guten Weg eine weitere Saison der Rekorde in Sachen Umsatz zu verbuchen, als die Spielzeit am 12. März aufgrund von Bedenken bezüglich des Coronavirus unterbrochen werden musste. 

Plötzlich sahen sie sich mit einer Situation konfrontiert, mit der die Liga seit 1919 nicht mehr umgehen musste, als der Stanley Cup aufgrund der Spanischen Grippe nicht verliehen werden konnte.

Doch diesmal erarbeiteten sie nicht nur einen Plan, wie der Spielbetrieb fortgesetzt werden soll, zusätzlich einigten sich beide Seiten auf eine vorzeitige Verlängerung des laufenden NHL/NHLPA Collective Bargaining Agreement um weitere vier Jahre, legten dadurch die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft des Spiels.

NHL Commissioner Gary Bettman nannte dies 'eine beispiellose Zusammenarbeit und Problemlösung'. 

"Wir brauchten gar nicht wirklich verhandeln", sagte der Comissioner. 

 

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NHLPA Executive Director Don Fehr betonte, aus praktischen Gründen konnte es kein normales Collective Bargaining sein.

"Zusammenarbeit war gefragt. Es galt einen gemeinsamen Geist zu finden, wenn wir aus dieser Situation herauskommen wollten", sagte Fehr. "Verhandlungen sind nie leicht, und die Umstände in denen wir uns befinden haben die Situation noch komplizierter gemacht. Aber ich denke, dass wir alle erkannt haben, wie besonders die Umstände in diesen Tagen sind und wir zusammenhalten müssen, bis wir sie überstanden haben."

"Der Plan zur Rückkehr zum Spielbetrieb ist nicht von dieser Welt. Ich bin total beeindruckt, wie wir es bis zu diesem Punkt geschafft haben", sagte Julien BriseBois, der General Manager der Tampa Bay Lightning. "Ich will aber nicht behaupten, dass man diese Leistung mit der Landung eines Menschen auf dem Mond im Jahre 1969 direkt vergleichen kann. So komplex war es nicht. Doch es war auch nicht einfach."

Zwölf Mannschaften aus der Eastern Conference in Toronto. Zwölf Teams aus der Western Conference in Edmonton. Die Top-4-Mannschaften aus jeder Conference werden in einer Qualifikationsrunde nach dem Format drei Mal 'Jeder gegen Jeden' um die Setzlistenplätze für die kommenden Stanley Cup Playoffs spielen. Die anderen Teams bestimmen in jeweils einer 'Best-of-5'-Serie ab dem 1. August die Qualifikanten.

Die Playoffs bestehen dann aus vier Runden im Format 'Best-of7', wobei die Conference Finalspiele und das Stanley Cup Finale in Edmonton (bis maximal zum 4. Oktober) stattfinden wird. 

 

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Alle Spiele werden ohne Zuschauer in den Arenen ausgetragen werden. Spieler und Betreuer werden sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen, was diverse logistische Probleme mit sich bringt. 

"Wir haben herumgescherzt, dass das ein wenig wie ein Leben auf dem Mars sein wird", erklärte der frühere NHL-Verteidiger Mathieu Schneide, der Assistent von Fehr. "Keiner hat so etwas schon erlebt. Daher müssen wir es direkt umsetzen und während des Prozesses lernen, uns da durchkämpfen."

Commissioner Bettman sagte, dass die NHL darüber diskutiert habe, die ersten beiden Runden der Playoffs auf 'Best-of-5' zu reduzieren, um die Zeit der Spieler in der Isolation zu verkürzen, was die Spieler jedoch abgelehnt hätten. Sie bevorzugten das vertraute 'Best-of-7'-Format. 

"Das fand ich beeindruckend, weil der Plan zur Rückkehr zum Spielbetrieb für alle von so großer Bedeutung war", betonte der Commissioner.

Im Einklang mit Gesundheit und Sicherheit.

Schneider sagte, dass die Chance auf Sicherheit für die Spieler größer sei, nachdem die Akteure am 26. Juli in den Spielorten angekommen seien, weil dann jeder vor Ort mehrfach negative auf das Virus getestet worden sei. Jeder, Spieler und Betreuerstab, muss strikte Regeln beachten und sich fortgesetzt testen lassen.   

"Jeder muss sich auf jeden verlassen können. Alle müssen darum bemüht sein ein Maximum an Sicherheit zu schaffen", sagte Fehr. "Das ist sehr wichtig."

In 1918/19, als die NHL gerade in ihrer zweiten Spielzeit war, wurde der Spielbetrieb in der Stanley Cup-Serie zwischen den Montreal Canadiens und den Seattle Metropolitans (aus der Pacific Coast Hockey Association) nach fünf Spielen abgebrochen.

Inzwischen hat die Liga eine über einhundertjährige Geschichte. 31 Teams aus ganz Nordamerika nehmen am spielbetrieb teil. In der Saison 2021/22 wird ein weiteres Team aus Seattle mitmischen. Mit einem Multimillionen-Umsatz und einem Salary Cap ist die Herausforderung einmalig. 

 

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Unter dem vorherigen CBA, wurden die erzielten Einnahmen zwischen Spielern und Eigentümern gleichteilig (50 zu 50) aufgeteilt. Jetzt, wo die Umsätze aufgrund der Pandemie sinken werden, wurde eine Schieflage erwartet. 

"Aus unserer Sicht", betonte Commissioner," galt es an den Fundamenten unseres Systems festzuhalten, es jedoch moderat für beide Seiten angemessen zu modifizieren. Wir haben versucht beiden Seiten Gerecht zu werden, den Einfluss zu begrenzen und mit den zu erwartenden Auswirkungen möglichst angemessen umzugehen. Ich denke, das ist uns gelungen."

Die Verlängerung läuft bis zum Ende der Spielzeit 2025/26, was sowohl der NHL als auch der NHLPA sechs Jahre an Stabilität in einer unsicheren Zeit gibt. 

"Ich denke, dass Don und ich erkannt haben, wie wichtig eine einvernehmliche Lösung für beide Seiten ist", sagte der Comissioner. "Wir wussten beide, dass es für das Business und auch das Spiel selber extrem bedeutend sein würde stark zurückzukommen. Es gibt in diesen Tagen genug Uneinigkeit auf der Welt, da wollten wir nicht auch noch mehr zu beitragen."


NHL.com-Redakteurin Amalie Benjamin hat an diesem Artikel mitgewirkt. 

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