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Eine Zusammenfassung der ersten Free Agency Tage

von Bernd Roesch / NHL.com

In den vergangenen Tagen wurde hinter den Kulissen kräftig gearbeitet. Für die 30 NHL Teams galt es die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Auf dem Spielermarkt wurde sich umgesehen, Kontakte zu Spielerberatern wurden geknüpft, Verträge mussten ausgehandelt werden. Welcher Unrestricted Free Agent passt in unseren Kader, in unser Spielkonzept und kann uns auch wirklich verstärken? Über diese Fragen mussten sich die Verantwortlichen den Kopf zerschlagen, und durften dabei nicht den Salary Cap aus dem Auge verlieren.

Seit Mittwoch letzter Woche, jenem Tag als der Free Agent Markt eröffnet wurde, haben sich 94 Unrestricted Free Agents mit einem neuen Club einigen können und für die kommende Spielzeit dort angeheuert. Die Zukunft wird zeigen, ob sie wirklich für ihren neuen Arbeitgeber die erhoffte Verstärkung sind.

Es kam auch zu spektakulären Trades, wie jenem von Torontos Tormaschine Phil Kessel zu den Pittsburgh Penguins, in dem gleich sieben Spieler involviert waren, oder dem von Stürmer T.J. Oshie, der von den St. Louis Blues an die Washington Capitals abgegeben wurde. Überhaupt waren die Capitals mit sieben Unrestricted Free Agents, die sie neu unter Vertrag nahmen sowie sechs Abgängen eines der aktivsten Teams in den vergangenen Tagen. Ihre namhafteste Neuverpflichtung ist Rechtsaußen Justin Williams. Die Unterschrift des 34-jährigen dreifachen Stanley Cup Champions unter dem 2-Jahresvertrag war den Caps US$ 6,5 Millionen wert.

In der kommenden Spielzeit nicht mehr wiederzuerkennen dürften auch die Arizona Coyotes sein. Nach einer für sie enttäuschend verlaufenen Saison 2014/15 arbeiten sie daran, im kommenden Jahr wieder ein Wörtchen um die Vergabe der Playoffplätze mitreden zu können. Mit Brad Richardson, zuletzt Vancouver Canucks, einigten sich die Coyotes auf einen US$ 6 Millionen schweren 3-Jahresvertrag. Richardson, der 2011 mit den Los Angeles Kings den Stanley Cup gewinnen konnte, ist ein, sowohl auf der Center, wie auch auf der Außenposition einsetzbarer, vielseitiger Stürmer. Er wird in den Kader der Coyotes ebenso Tiefe bringen, wie der als frisch gekürter Stanley Cup Champion heimkehrende Antoine Vermette (2 Jahre, 3,75 Mio./Jahr) und Steve Downie (1 Jahr, 1 Mio.) von den Pittsburgh Penguins. Für die Defensivabteilung neu hinzugekommen ist Ex-Blues Zbynek Michalek (2 Jahre, 3,2 Mio./Jahr) und Torwart Anders Lindback (1 Jahr, 875.000).

Den in der Summe teuersten Deal der letzten Tage gingen die Edmonton Oilers mit der Verpflichtung von Verteidiger Andrej Sekera ein. Der 29-jährige Verteidiger bekam von den Oilers einen 6-Jahresvertrag über insgesamt US$ 33 Millionen (5,5 Mio./Jahr). Von den Columbus Blue Jackets zieht es Stürmer Mark Letestu (3 Jahre, 1,8 Mio./Jahr) in den Westen Kanadas. Der 30-Jährige soll Edmontons dritte oder vierte Sturmformation verstärken.

Auch das zweite NHL-Team aus Alberta langte für seine Verhältnisse tief in die Tasche. Die Calgary Flames, die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison, verpflichtete Michael Frolik (5 Jahre, 4,3 Mio./Jahr). Der 27-jährige tschechische Außenstürmer bringt seine Erfahrung aus sieben NHL-Jahren in den jungen Kader der Flames. Frolik war in seiner bisherigen NHL-Karriere fast durchwegs für 40 Punkte pro Saison gut und hat auch nicht zu unterschätzende Stärken im Defensivverhalten. Calgarys General Manager Brad Treliving dürfte mit der Verpflichtung von Frolik ein großer Coup gelungen sein.

Für Furore sorgten auch die Detroit Red Wings. Sie angelten sich Mike Green (3 Jahre, 6 Mio./Jahr), der seit Anbeginn seiner NHL Karriere, von vor zehn Jahren, für die Washington Capitals seine Schlittschuhe geschnürt hatte. Ohne Zweifel ist Green eine enorme Verstärkung für das Team aus Hockeytown. Der 29-Jährige ist ein offensivstarker Verteidiger, der vor allem auch dem Überzahlspiel der Red Wings dienlich sein wird. Detroits zweiter namhafter Zugang ist Brad Richards von den Chicago Blackhawks. Der 35-Jährige unterschrieb einen Einjahresvertrag, der ihm in der kommenden Saison ein Gehalt von US$ 3 Millionen beschert.

Zur Phalanx der Verteidiger, die sich einen lukrativen neuen Vertrag sichern konnten, gehört auch Paul Martin. Der 34-jährige US-Amerikaner unterschrieb am Freitag bei den San Jose Sharks einen 4-Jahresvertrag mit einem durchschnittlichen Jahresgehalt von US$ 4,85 Millionen. Seine NHL-Karriere hatte Martin in der Saison 2003/04 bei den New Jersey Devils begonnen, ehe er vor fünf Jahren als Unrestricted Free Agent zu den Pittsburgh Penguins gewechselt war.

Auch Spieler aus der Schweiz und Deutschland konnten sich in den ersten Tagen der Free Agency Periode auf Verträge einigen: Verteidiger Korbinian Holzer bleibt ein Duck (1 Jahr, 750.000) und Verteidiger Yannick Weber (1 Jahr, 1,5 Mio.) ein Canuck. Torwart Thomas Greiss (2 Jahre, 1,5 Mio./Jahr) wechselt zu den Islanders und Raphael Diaz (1 Jahr, 700.000) geht zu den Rangers.

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