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Niederlage gegen Arizona als ein Weckruf?

Die Washington Capitals verloren überraschend gegen das Kellerkind, wollen diese Niederlage nun für sich positiv nutzen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Das war garantiert am Ende nicht das Ergebnis, das sich die hoch gehandelten Washington Capitals von ihrem Spiel gegen die Arizona Coyotes am Freitag erhofft hatten. Christian Fischer glich für die Gastgeber erst spät ihm Spiel die knappe 2:1-Führung der Hauptstädter aus, Clayton Keller traf dann rund 30 Sekunden vor dem Ende der erforderlichen Verlängerung sogar noch zum Sieg für Kellerkind Arizona. Nur einen Zähler konnten damit die Caps aus der Gila River Arena von Glendale entführen.

Keller ließ dem deutschen Torhüter Philipp Grubauer beim Siegtreffer per Rebound letztendlich keine Abwehrchance. Die Coyotes hatten schon zuvor in der Extraschicht deutlich mehr vom Spiel, die Capitals verzeichneten nur einen einzigen Torschuss in den rund viereinhalb Minuten der Overtime.

Video: WSH@ARI: Domi bedient Keller zum Sieg

Die Wüstenhunde beendeten eine sieben Spiele lang andauernde Pleitenserie (0-6-1) und setzten mit dem sechsten Sieg im siebten Aufeinandertreffen mit Washington ihre gute Heimbilanz gegen den gern gesehenen Gast fort.

T.J. Oshie und Evgeny Kuznetsov trafen für die Caps (22-13-2), die nach zuvor fünf Siegen in Folge erstmals wieder als Verlierer vom Eis fuhren. Der deutsche Backuptorhüter Grubauer überzeugte immerhin mit 24 Rettungstaten. Am Ende nützte dies seinem Team allerdings nur wenig.

"Wir haben nicht das gespielt was erforderlich gewesen wäre", beklagte Coach Barry Trotz. "Die Coyotes haben ihre Sache gut gemacht. Doch ohne ihre Leistung schmälern zu wollen, wir hätten das Spiel nach Hause schaukeln müssen."

Oshie gelang in der sechsten Minute die frühe Führung. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Dvorak zu Beginn des Schlussdrittels, brachte Kuznetsov die Gäste in der 45. Minute abermals in Front. Für ihn persönlich war es der siebte Punkt in den letzten fünf Spielen (zwei Tore, fünf Assists). Doch der Vorsprung sollte letztendlich nicht ausreichen, um dem Endspurt der Gastgeber zu entkommen.

Video: WSH@ARI: Oshie verwertet ein Zuspiel von Vrana

 

Trotz und seinem Trainergespann sollte zusätzlich zu denken geben, dass die unten in der Tabelle angesiedelten Coyotes den Titelanwärter aus Washington mit 27 zu 17 Torschüssen dominierten.

 

Center Kuznetsov sah nach dem Spiel gegenüber den versammelten Medienvertretern die Niederlage gar nicht so negativ: "Ich glaube, dass wir hier heute eher einen Punkt gewonnen als einen verloren haben. Wir haben uns hier zuletzt immer schwer getan."

Washingtons Spieler dürfen durchaus diese Niederlage positiv deuten: Nicht wenige Teams, die gegen Arizona in den vergangenen Wochen verloren, nutzten die unerwartete Pleite als Auftakt für eine eigene starke Phase, setzten zu regelrechten Siegeszügen an.

Die Caps waren bereits das vierte Team seit dem 20. November, das gegen die Yotes den Kürzeren zog. Den anderen drei Klubs diente dieses Erlebnis in der Tat als erfolgreicher Weckruf.

Sowohl die Toronto Maple Leafs, wie auch die Los Angeles Kings und die New Jersey Devils profitierten auf längerer Sicht von der Pleite. Die Leafs erreichten in den folgenden neun Begegnungen immerhin eine Bilanz von 6-2-1. Die Kings siegten acht Mal in Serie nach ihrem Treffen mit den Mannen aus Arizona und auch die Devils erholten sich sehr rasch von der Enttäuschung. Sie kamen in ihren nächsten acht Saisonpartien auf eine Bilanz von 5-2-1.

Für Washington wird es ebenfalls darauf ankommen, aus diesem überraschenden Niederschlag möglichst schnell die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Beim 0:3 am Samstag in Las Vegas hat es mit der Trotzreaktion gegen die dortigen Golden Knights offenkundig noch nicht auf Anhieb wirklich funktioniert. Nun gilt es in den nächsten Begegnungen mit der notwendigen Entschlossenheit und Konzentration anzutreten, dann kann vielleicht auch bei ihnen ein positiver Effekt für die nächsten Wochen bescheinigt werden.

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