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Ungewohntes Terrain

Laine, McDavid und Co erlernten den Sport nicht auf Weihern, müssen beim 2016 Tim Horton Heritage Classic jedoch unter freiem Himmel spielen

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Viele Leute verbinden mit dem Heritage Classic die Rückkehr des Sports zu seinen Wurzeln. Eishockey unter freiem Himmel, wie damals, als eine Generation von Eishockeyspielern in Eiseskälte in Hinterhöfen, Parks und auf zugefrorenen Seen der Scheibe hinterher flitzten. Vor allem in den Heimatstädten der beiden Kontrahenten des diesjährigen 2016 Tim Hortons Heritage Classic, gehört das Eishockeyspielen auf Freieisflächen zur örtlichen Kultur.

Auch wenn beide Städte, Edmonton wie Winnipeg, ob ihrer bisweilen bitterkalten und windigen Winter teilweise zum Gespött der Liga wurden, stiftet diese Art, den Sport nachzugehen den Einwohnern eine Identität. Über 200 Freieisflächen gibt es in Winnipeg, wo die Thermometer zwischen Januar und Februar häufig unter 30 Grad fallen. In Edmonton, der nördlichsten Stadt der Liga, gibt es nur unwesentlich weniger. Dennoch, bei all der Geschichte, die das Ausüben des Sports unter freiem Himmel hat, unter den heutigen Profis erlernte kaum einer sein Handwerkszeug unter solchen Bedingungen. In Hochmodernen Arenen werden die Kids unter neusten Trainingsmethoden zu athletischen Maschinen herangezüchtet. Gleich Mehrere Vertreter dieser jungen Garde werden am Sonntag (3:00 PM ET, 20 Uhr MESZ) beim 2016 Tim Hortons Heritage Classic auf dem Investors Group Field, Winnipeg, zu bestaunen sein.

Bei den Gästen, den Edmonton Oilers, freut sich Connor McDavid auf die Herausforderung. Kaum jemanden überraschte der Nummer 1 Zug beim NHL Entry Draft 2015 in seiner Debütsaison. Wurde er nicht schon als der beste Neuling in der Liga seit Sidney Crosby gehandelt, bevor er überhaupt NHL-Eis betrat. 48 Punkte in 45 Spielen als Rookie, machten ihn nicht nur zum jüngsten Kapitän aller Zeiten, sondern ließen ihn auch von The Great One als den "besten 19-jährigen den er je gesehen hat" betiteln. Auch in der aktuellen Spielzeit lässt er wieder Punkte für sich sprechen und markierte bereits sechs Punkte nach vier Spielen. Neben ihm werden die deutsche Sturmhoffnung Leon Draisaitl (20) und das finnische Verteidigungstalent Jesse Puljijarvi (18) wirbeln.

Auf Seiten der Gastgeber zieht Patrik -Hat-trik- Laine fast den ganzen Fokus auf sich. Der selbstbewusste Finne, der es nach eigenem Bekunden eigentlich "verdient gehabt hätte", an erster Stelle gedraftet zu werden, wurde beim NHL Draft 2016 nach Auston Matthews an zweiter Stelle von den Winnipeg Jets gezogen. Doch bereits im ersten Aufeinandertreffen mit seinem Draft-Kontrahenten Matthews, präsentierte sich der 18-jährige als Schlüsselspieler und setzte mit seinem Hattrick einen neuen Rekord. Auch wenn er, wie er in einem Interview mit NHL.com zugab, noch nie ein Spiel unter freiem Himmel absolvierte, bleibt er der Hoffnungsträger von Manitoba. Immerhin hat er schon draußen gezockt.

Video: Laine erzielt ersten Hattrick, OT-Siegtor

"Mit Freunden habe ich schon draußen gespielt und trainiert. Wir haben viel Zeit auf Freieis verbracht."

Der zweckentfremdete Austragungsort, an dem üblicherweise das Canadien Football Team, Winnipeg Blue Bombers, ihre Heimspiele austrägt, beeindruckte ihn jedoch mehr als die zugefrorenen Seen um Tampere, Finnland.

"Ich habe mir hier am Investors Group Field alles angeschaut, es ist ziemlich cool", schwärmte der Rookie. "Es sieht großartig aus. Jeder, der daran gearbeitet hat, das hier aufzuziehen, hat einen großartigen Job gemacht. Die Fläche sieht in diesem riesen Stadion nur sehr klein aus. ... Ich bin gespannt darauf, wenn der erste Puck fällt."

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