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Eindrucksvolle Blues im Kampf um den ersten Platz

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Spannung um die heiß umkämpfte Tabellenführung in der Central Division könnte nicht größer sein. Mit den Dallas Stars, den Chicago Blackhawks und den St. Louis Blues streiten sich drei NHL-Schwergewichte um die Krone. 26 Tage vor dem Ende der regulären Saison liegen die Stars und Blues gleichauf an der Tabellenspitze und die Blackhawks, bei einem weniger absolvierten Spiel, nur drei Zähler dahinter.

Die Blues haben den Kampf in den letzten zwei Wochen eindrucksvoll angenommen. Vor allem in ihren schweren Partien der vergangenen sieben Tage konnten sie überzeugen. Gegen Chicago, Anaheim und Dallas, allesamt Teams die zu den zehn besten der Liga zählen, konnten sie jeweils das Eis als Sieger verlassen und setzten sich sogar für einen Tag an die Spitze ihrer Division. Zum ersten Mal in der laufenden Saison konnten die Blues sechs Spiele in Folge gewinnen. "Ich bin stolz, ich bin einfach nur Stolz", zeigte sich auch Blues Cheftrainer Ken Hitchcock über die Leistung seiner Mannschaft beeindruckt. "Es bedeutet uns [dem Trainergespann] mehr als den Spielern. Sie denken nicht so. Heutzutage schauen sie von Spiel zu Spiel. Sie bereiten sich auf den nächsten Gegner vor. Eine Partie, und daraus folgend die Tabellensituation, kann sich so schnell verändern. Oft stand es auf Messers Schneide, doch sie kamen zurück. Ich bin so stolz auf diese Jungs."

Auch St. Louis überragender Verteidiger Kevin Shattenkirk war nach dem 5-4 Eishockeykrimi gegen Dallas, der erst in der Verlängerung entschieden wurde, überglücklich: "Das waren drei ganz wichtige Spiele für uns. Gegen Chicago mussten wir an unsere Grenzen gehen, gegen Anaheim war es ein Kampf. Dallas war wirklich richtig gut, sie haben ein hohes Tempo vorgegeben. Sie haben eine Mannschaft, die uns immer alles abverlangt, doch auch wir haben einen richtig guten Job gemacht und sind dran geblieben. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir schaffen es aus jedem das Beste herauszuholen."

Für die Blues dürfte es dafür keinen besseren Zeitpunkt geben als jetzt, da sich die Saison dem Ende neigt und es darum geht sich eine gute Ausgangsposition für die Playoffs zu schaffen. Dem zweifachen Torschützen vom Samstag ist nicht bange, dass die Erfolgsserie der Blues bald enden könnte: "Die Intensität der Spiele nimmt nun zu, doch wir sind gut drauf und können damit umgehen." In letzter Zeit mussten wir häufiger mit Rückschlägen zurechtkommen und benötigten ein Comeback. Das sollte nicht der Normalfall sein, doch es ist ein großartiges Gefühl, wenn es einem geglückt ist."

Die Blues haben in der vergangenen Woche gezeigt, dass sie es mit jeder Mannschaft aufnehmen können und haben sich zu einem echten Titelaspiranten entwickelt. Ein weiterer Aspekt, der sie auch in den anstehenden Stanley Cup Playoffs eine Favoritenrolle zuspricht, ist ihre enorme Ausgeglichenheit im Kader. Während ihrer aktuellen Siegesserie zeichneten sich gleich zehn verschiedene Spieler als Torschützen aus. Der Beste war ihr russischer Topscorer Vladimir Tarasenko, dem vier Treffer gelangen. In der laufenden Saison hat der 24-jährige Rechtsaußen nun schon 33 Tore auf seinem Konto.

Mit Shattenkirk und Alex Pietrangelo, dem Siegtorschützen gegen die Stars, verfügt St. Louis über zwei offensivstarke Verteidiger, die mit ihrem harten Schlagschuss immer für einen Treffer gut sind.

Die Blues sind aber auch gewarnt. Im vergangenen Jahr zogen sie als punktbeste Mannschaft der Western Conference in die Playoffs ein und bekamen es mit dem Inhaber der zweiten Wildcard, den Minnesota Wild, zu tun. Nach sechs Partien und 2-4 Siegen war der Traum vom ersten Stanley Cup Gewinn früh geplatzt. Hitchcock ist der Meinung, dass der Versuch einem Gegner aus dem Weg zu gehen, ebenso wenig Sinn ergäbe, wie zum Saisonende hin deutlich weniger Gas zu geben. "Du musst einfach nur spielen. Was auch immer bis zum Saisonende passiert, ich möchte, dass wir zum Schluss konkurrenzfähig sind und die Kraft [für die Playoffs] haben."

Nach ihren schweren Aufgaben in der vergangenen Woche treffen die Blues nun auf drei Mannschaften, die außerhalb der Playoffplätze liegen. Die Blues treten als nächstes im Westen Kanadas an. Ihre Reise führt sie nach Calgary, Edmonton und Vancouver. Unterschätzen sollten sie die Gegner jedoch nicht, denn vor heimischer Kulisse werden diese sich keine Blöße geben wollen.

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