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Stanley Cup-Sieger feiern mit den Fans

Zu den Highlights des NHL-Jahres gehört es seit jeher, dass der Titelträger den Titelgewinn zusammen mit den Fans in der Heimat feiert

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Wenn man im Sport wirklich bedeutende Titel gewinnt, dann feiert man das gerne lang und ausgiebig auch mit den Fans in der Heimatstadt. Das ist überall auf der Welt so üblich. 

Hierzulande fallen die Feierlichkeiten, so wie die meisten hier das wohl zum Beispiel auf aus der Fußball-Bundesliga kennen, dabei sehr unterschiedlich groß und emotional aus. Während zum Beispiel der FC Bayern München auf dem heimischen Marienplatz, auf dem Rathausbalkon, zuletzt rund 30.000 Anhänger begrüßen konnte, zog Borussia Dortmund nach dem Gewinn des DFB-Pokals gefeiert von rund 300.000 Getreuen auf einem offenen LKW per Autokorso quer durch die City der Ruhrgebiets-Metropole.

In Nordamerika, speziell auch in der besten Eishockeyliga der Welt, in der NHL, ist das Ritual auch nicht wesentlich anders. Unterschiedliche Städte, unterschiedliche Gegebenheiten, unterschiedliche Feierlichkeiten. 

Am heutigen Mittwoch werden nun die Pittsburgh Penguins zu ihrer Stanley Cup-Parade durch die heimische Umgebung aufbrechen. Nachdem der Titel im Finale gegen die Nashville Predators ja kürzlich erst mit 4:2 Siegen in der Serie um den begehrten Silberling verteidigt werden konnte, will man sich heute in der Stahlstadt von der eigenen Anhängerschaft noch einmal gebührend feiern lassen.

Im Vorjahr, als man ja ebenfalls allen Grund zu so ausgiebiger Freude hatte, da kamen immerhin rund 400.000 Zuschauer in die Innenstadt von Pittsburgh und wurden so selber mit zum Bestandteil der größten derartigen Veranstaltung, die die Stadt in ihrer Geschichte jemals miterlebt hat. 

Ob Sidney Crosby & Co auch heute wieder eine ähnlich große Menschenmenge werden mobilisieren können? Warten wir es ab.

Fest steht jedoch auch aktuell schon, in der Vergangenheit gab es viele sehr unterschiedliche Feierlichkeiten in den Städten des jeweiligen Stanley Cup-Gewinners in Nordamerika. Die Parade aus dem Vorjahr in Pittsburgh gehörte dabei nicht annähernd zu den insgesamt größten ihrer Art. Es gab aber zahlenmäßig auch schon wesentlich kleinere Menschenmengen dabei im Laufe der letzten Jahre.

Zu den größten ihre Art zählte dabei unter anderem die Parade im Juni 2013, als die Chicago Blackhawks rund um Jonathan Toews und Patrick Kane durch die 'Windy City' fuhren und an den Straßen rund zwei Millionen Beobachter gezählt wurden, die Innenstadt der Metropole in ein schier unendliches Menschenmeer verwandelten. Ähnlich groß war im Übrigen auch die Vorgängerveranstaltung dort im Jahre 2010. Auch damals sollen es nicht wesentlich weniger Besucher in Chicago gewesen sein.

'Nur' rund 1,5 Millionen Zuschauer sollen es einige Jahre zuvor gewesen sein, die die New York Rangers im Jahre 1994 in die Straßenschluchten von Manhattan lotsten. Vor der imposanten Kulisse der unzähligen Hochhäuser wirkte der Zug durch die Straßen jedoch mindestens genauso imposant wie die der Blackhawks 19 Jahre später. 

Mark Messier, Mike Richter und ihre damaligen Teamkameraden bei den 'Blueshirts', welche damals die 54 Jahre lang andauernde Durstrecke ohne Titelgewinn durch einen Finalsieg über die Vancouver Canucks endlich beenden konnten, wurden mit einem wahren Konfettiregen in den Schluchten der Häuser überschwänglich von den New Yorkern am Wegesrand gefeiert. 

Es soll dabei eine Begeisterung geherrscht haben, wie sie sonst wohl nur in die USA heimkehrenden Astronauten o.ä.in der Weltmetropole zu Teil wurde. Die Bilder dieser Stanley Cup-Parade der Rangers beeindrucken einen, obwohl schon fast 25 Jahre alt, noch heute ungemein, wenn man sie mal wieder sieht.

Ein Kuriosum der etwas anderen Art ist bis heute auch noch immer sehr gut in Erinnerung: Im Jahre 2003, da feierten die New Jersey Devils, in Ermangelung einer wirklich gut für eine Parade geeigneten Strecke, der Einfachheit halber schlicht auf dem Parkplatz vor der Continental Airlines Arena, ihrer damaligen Heimstädte, in East Rutherford. 

Da die Halle etwas abgelegen zwischen mehreren Orten im Umland von New York gelegen war, konnte man sich auf keine lukrativ und geeignet erscheinende Strecke einigen. Die Party auf dem Parkplatz war dann am Ende aller Überlegungen die Folge. 

Und obwohl vergleichsweise bescheidene 40.000 Besucher dem Ereignis beigewohnt haben sollen, ist überliefert, dass Scott Stevens, Martin Brodeur und Teamkameraden ihren Triumph über die damaligen Mighty Ducks of Anaheim im Finale dieses Frühsommers wohl mehr als stimmungsvoll und ausgelassen mit ihren Anhängern gefeiert haben. 

Und für die Franchise war die Ausbeute an Fans im Jahre 2003 dann auch gar nicht schlecht. Vom Titelgewinn aus dem Jahre 1995 sind lediglich 25.000 Partygäste in East Rutherford überliefert. Doch auch diese sollen durchaus schon auf ihre Kosten gekommen sein, hatten sie nach dem 4:0 'Sweep' gegen die Detroit Red Wings in einer großen Anzahl doch extra symbolische Besen mitgebracht, um das 'aus der Halle fegen' des Gegners im damaligen Stanley Cup-Finale ausgiebig und emotional zu feiern.

Es muss also gar nicht immer eine Parade mit Millionen von Anhängern am Wegesrand sein, wenn man es am Ende eine langen Saison gebührend krachen lassen möchte. Manchmal tut es eben auch eine etwas schlichter und deutlich bescheidener anmutende Fete auf dem Parkplatz wie die bei den Devils vor 14 Jahren. 

Bei den Penguins in Pittsburgh wird es heute, obwohl man das Vergnügen einer Parade ja erst im Vorjahr noch so richtig auskosten durfte, wohl trotzdem deutlich größer werden, als damals in New Jersey. 

An die gigantischen Zahlen der Rangers oder auch der Blackhawks wird man dabei aber vermutlich erneut nicht annähernd heranreichen. Sidney Crosby, Evgeni Malkin und Matt Murray wird das heute jedoch nicht wirklich interessieren. Sie genießen ein letztes großes Fest mit den Fans bevor auch sie sich dann in den wohlverdienten Urlaub und die Sommerpause in der besten Eishockeyliga der Welt verabschieden.

Freuen wir uns auf die aktuellen Bilder. Sie gehören immer mit zu dem schönsten was eine NHL-Saison zu bieten hat

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