Skip to main content

Ein Blick auf die deutschsprachigen NHL-Spieler

Aus den Reihen der Akteure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben bisher vor allem Draisaitl und Josi geglänzt

von Christian Treptow @NHLde / NHL.com/de Freier Autor

Anlässlich der kurzen Weihnachtspause in der NHL haben wir an dieser Stelle einmal einen kurzen Blick auf die Situation der diversen deutschsprachigen Spieler in der Liga geworfen:

Deutschland

Leon Draisaitl (Edmonton Oilers): So langsam gehen einem die Superlative für den deutschen Superstar der Oilers aus. Der gebürtige Kölner scort zuverlässig wie ein Schweizer Uhrwerk. Zur Weihnachtspause standen nach 40 Partien schon 61 Scorerpunkte auf seinem Konto. Geht's in dieser Schlagzahl weiter, kommt er am Ende bei über 120 Scorerpunkten raus. Und dann wäre er ein heißer Kandidat auf den Titel des besten Scorers in der Liga. Auch die Hart Trophy als wertvollster Spieler der Liga wäre dann in Reichweite. Mit 22 Treffern ist er auch noch im Rennen um die Maurice Richard Trophy. In Sachen Hart Trophy macht ihm allerdings ausgerechnet Teamkollege Connor McDavid ernsthafte Konkurrenz. Am Ende wären ihm die individuellen Auszeichnungen wohl egal, wenn er mit den Oilers in die Stanley Cup Playoffs käme und womöglich sogar den Stanley Cup gewinnen würde. Dafür müssen die Oilers aber noch in der Verteidigung zulegen. Draisaitl ist gerade einmal 24 Jahre alt und schon in seiner sechsten NHL-Saison. Und wenn die Leistungen in dieser Spielzeit ein Fingerzeig in Richtung Zukunft sind, ist noch einiges vom ehemaligen Jungadler zu erwarten.  

 

[Ähnliches: McDavid und Draisaitl sind die Lebensversicherung der Oilers]

 

Philipp Grubauer (Colorado Avalanche): Den Stanley Cup hat der gebürtige Rosenheimer Grubauer schon gewonnen - mit den Washington Capitals 2018. Gegen einen zweiten Ring hätte der 28-Jährige aber bestimmt nichts einzuwenden. Nach dem Abgang von Semyon Varlamov in Richtung New York Islanders ist Grubauer die klare Nummer eins der Colorado Avalanche im Tor. Allerdings haben ihn in der Spielzeit schon zweimal Verletzungen ausgebremst. Mit dem Tschechen Pavel Francouz hat er einen zuverlässigen Backup. Und statistisch gesehen ist Francouz sogar besser als der Deutsche. In 21 Spielen hat Grubauer zehn Siege, acht Niederlagen und zwei Pleiten nach Verlängerung auf dem Konto. Sein Gegentorschnitt pro Spiel ist mit 2,86 noch ausbaufähig. Francouz hat da 2,22 stehen. Grubauers Fangquote ist mit 91,3 Prozent solide, aber auch hier hat der Tscheche die Nase vorn (93,2). Bleibt Grubauer im weiteren Saisonverlauf verletzungsfrei, dürfte er auch weiterhin bei Coach Jared Bednar höher im Kurs stehen als Francouz. 

Dominik Kahun (Pittsburgh Penguins): Es sind keine einfachen Zeiten für die Pittsburgh Penguins. Das Team ist vom Saisonstart weg von Verletzungen gebeutelt. Zu allem Übel hat es mit Sidney Crosby und Evgeni Malkin auch noch die beiden Superstars im Team erwischt. Crosby hat erst 17, Malkin 23 Partien absolviert. Doch die Penguins haben das famos aufgefangen. Mit einem glücklichen Händchen bei den Spielern, die aus dem Farmteam hochgezogen wurden. Und mit Dominik Kahun. Nach leichten Startschwierigkeiten nach dem Wechsel aus Chicago hat sich Kahun gefangen. Mit acht Toren und elf Vorlagen in 35 Spielen hat er sich als zuverlässiger Scorer in der zweiten Sturmreihe etabliert. 

Video: VAN@PIT: Kahun versenkt den Rebound

Korbinian Holzer (Anaheim Ducks): Bei den Ducks läuft es wirklich nicht rund. Doch Korbinian Holzer spielt dabei eine solide Saison. 31-mal kam er bisher zum Einsatz. Der große Offensivverteidiger war er eh noch nie. Zwei Treffer hat er bislang vorbereitet. Und da auch die Ducks nicht verletzungsfrei durch die Runde kommen, erhält er bisher durchschnittlich rund 17 Minuten Eiszeit pro Partie. 

Tom Kühnhackl (New York Islanders): Es ist eine schwierige Saison für den zweimaligen Stanley Cup-Gewinner. Die große Scoring-Maschine war der gebürtige Landshuter in der NHL noch nie. Bislang hat er keinen einzigen Scorerpunkt zu verbuchen. Zudem kam eine Verletzung, weshalb er kurzzeitig zum AHL-Farmteam Bridgport Sound Tigers musste. Dort sammelte er zwei Vorlagen in vier Spielen. Seit dem 5. Dezember ist er wieder bei den Islanders. Kühnhackl ist im letzten Jahr seines Vertrags, kann am Ende der Saison Unrestricted Free Agent werden. 

Thomas Greiss (New York Islanders): Wenn jemand die Weihnachtspause bitter nötig hatte, dann Thomas Greiss. Der Keeper der New York Islanders hatte nach einem sehr guten Saisonstart mit tollen Statistiken zuletzt mit einem Sieg aus fünf Spielen mit seiner Form zu kämpfen. Elf Siege und sechs Niederlagen hat er bei 18 Einsätzen vorzuweisen. Der 33-Jährige muss nach den Feiertagen Gas geben. Denn nach dieser Spielzeit kann er - wie Teamkollege Kühnhackl - Unrestricted Free Agent werden. Mit guten Leistungen kann er sich für ein weiteres Engagement empfehlen. Der Kontrakt von Konkurrent Semyon Varlamov läuft noch bis zur Saison 22/23. 

Tobias Rieder (Calgary Flames): Nach der Seuchensaison 18/19 bei den Edmonton Oilers ohne Tor läuft es für Rieder in Calgary etwas besser. Auch wenn er sich schon früh in der Saison auf der Waiverliste wiederfand. Zwei Tore und fünf Vorlagen in 30 Spielen stehen für den 26-Jährigen bislang in den Statistiken. Seine Karrierebestmarke von 16 Treffern in der Saison 16/17 für Arizona wird er aber auch bei den Flames nur schwerlich knacken.
Nico Sturm (Minnesota Wild): Zwei Einsätze in der letzten, schon vier in dieser Runde, dazu zwei Assists. Trotzdem sind die Lehrjahre für Nico Sturm inklusive Pendelei zwischen AHL und NHL noch nicht vorbei.

Österreich

Michael Raffl (Philadelphia Flyers): Richtig gut läuft es gerade für die Philadelphia Flyers. Vier Siege in Folge haben die Flyers eingefahren. Vor allem auf eigenem Eis sind die Flyers eine Macht (13-2-4). An dem Lauf hat Raffl keinen großen Anteil. Seine letzte Partie bestritt der gebürtige Villacher am 3. Dezember gegen die Toronto Maple Leafs. Er hat hoffentlich die Pause über die Feiertage genutzt, um Kraft zu tanken, damit er wieder Gas geben und seine Bilanz von drei Toren und sechs Assists aus 28 Spielen aufbessern kann.

 

[Folge uns auf Facebook und Twitter für exklusiven Inhalt und NHL-Neuigkeiten!]

 

Michael Grabner (Arizona Coyotes): Grabner ist quasi einer der Leidtragenden der Verpflichtung von Taylor Hall. Beide spielen auf dem linken Flügel. Und da Hall in der ersten Reihe mit Center Christian Dvorak und Rechtsaußen Phil Kessel zum Einsatz kommt, musste Grabner in die vierte Reihe ausweichen. In den sauren Apfel wird der gebürtige Villacher aber gerne beißen, wenn am Ende die Playoff-Qualifikation und damit die Chance auf den Titel steht. In seiner zweiten Saison in der Wüste von Arizona hat Grabner sieben Tore und drei Vorlagen auf dem Konto. 

Schweiz

Nino Niederreiter (Carolina Hurricanes): Kein Team feiert seine Siege so schön wie die Carolina Hurricanes. Allzu häufig Grund zum Jubeln hatte Nino Niederreiter bislang allerdings noch nicht. Fünf Tore und 13 Vorlagen sind nach 37 Spielen für einen Spieler, den die New York Islanders 2010 an fünfter Stelle in der ersten Runde gedraftet haben, etwas mager. Fürs Spektakuläre waren in den Wochen vor Weihnachten Andrei Svechnikov mit seinen Lacrosse-Toren und Martin Necas zuständig. Derzeit stehen die Hurricanes auf dem zweiten Wild Card Platz. Mit einem treffsicheren Niederreiter kann es sogar noch etwas weiter nach oben gehen. 

Video: FLA@CAR: Niederreiter trifft für die Hurricanes

Gaëtan Haas (Edmonton Oilers): Mit 27 Jahren hat Haas relativ spät den Sprung in die NHL geschafft. Doch der Center der dritten Reihe der Oilers hat sich relativ schnell zurechtgefunden. Ende Oktober wurde er vom Farmteam Bakersfield Condors nach Edmonton beordert. Mit zehn Jahren Erfahrung in der Schweizer Nationalliga A ist Haas kein typischer Rookie. Drei Tore und vier Assists hat er bislang in seiner Statistik stehen. Allerdings musste er auch schon das Schicksal Healthy Scratch erleiden. Für einen Neuling in der Liga nicht außergewöhnlich. Doch auch Haas muss noch ein bisschen draufpacken. Denn den Oilers fehlt die Unterstützung aus den Sturmreihen hinter Draisaitl und McDavid. 

Denis Malgin (Florida Panthers): So richtig rund läuft es bei den Florida Panthers unter dem neuen Coach Joel Quenneville noch nicht. Das trifft auch auf Malgin zu. In 28 Spielen traf er lediglich dreimal (sechs Assists). Überzeugend waren seine Leistungen in den letzten Wochen nicht, sodass er sich des Öfteren auf der Tribüne wiederfand. Seine letzte Partie bestritt er am 16. Dezember gegen die Ottawa Senators.

Kevin Fiala (Minnesota Wild): 23 Treffer sind die bisherige Karrierebestleistung von Fiala in der NHL. Die könnte er am Ende der Saison übertreffen. Acht Tore nach 33 Partien stehen für Fiala zu Buche. Doch den Wild hilft das im Moment nicht weiter. Sie stehen auf dem vorletzten Platz der Central Division. Doch der Schein trügt. Nur drei Zähler trennen die Wild von einem Playoffplatz. Das ist mehr als machbar. Dafür muss das Team aus Minnesota aber die Auswärtsschwäche in den Griff bekommen. Weitere Tore von Fiala, der vergangene Saison von den Nashville Predators zu den Wild kam, wären da willkommen.

Roman Josi (Nashville Predators): Eine überragende Saison spielt der Schweizer Kapitän der Nashville Predators. Mit 35 Scorerpunkten ist der Verteidiger zur Weihnachtspause der beste Scorer der Predators. Und mit 14 Treffern führt er gemeinsam mit Filip Forsberg die interne Torschützenliste an. Dass er seinen Karrierebestwert von 15 Treffern knackt, ist nur noch eine Frage der Zeit. Und vielleicht dauert das ja gar nicht mehr so lange. Denn Josi hat in den vergangenen fünf Partien immer getroffen - zweimal dabei sogar doppelt. Ein Höhepunkt steht für den gebürtigen Berner gleich am 1. Januar an: Das Winter Classic im Cotton Bowl Stadion in Dallas (Texas) gegen die Dallas Stars. Doch die Predators haben mehr vor: Sie wollen endlich in den Playoffs weit kommen und wieder um den Cup mitspielen. Doch der Weg dahin ist schwierig. Die Konkurrenz in der Central Division ist groß. Weihnachten feierten die Predators außerhalb der Playoffplätze. Aber wenn Josi weiter so trifft, könnte es noch klappen.

Nico Hischier (New Jersey Devils): Um die Playoffs geht es bei den New Jersey Devils schon nicht mehr. Der Vorletzte der Eastern Conference kann wohl relativ zeitig mit den Planungen für die kommende Spielzeit beginnen. Da ändert es auch nichts, dass der Schweizer Nico Hischier als Center der ersten Reihe bisher eine recht ordentliche Saison spielt. In seiner dritten NHL-Spielzeit hat Hischier nach 31 Partien sechs Tore und zwölf Vorlagen auf dem Konto. Dabei muss man immer bedenken, dass der Nummer 1 Pick im Draft 2017 erst 20 Jahre alt ist. Er ist noch in der Entwicklungsphase. Seine beste Zeit dürfte noch kommen. 

Video: ANA@NJD: Hischier bezwingt Miller aus dem Handgelenk

Timo Meier (San Jose Sharks): Wenn in Nordkalifornien nicht noch ein nachweihnachtliches Wunder à la St. Louis Blues passiert, verpassen die San Jose Sharks tatsächlich die Playoffs. Was nicht unbedingt am Schweizer Timo Meier liegt. Elf Tore und elf Assists hat er schon auf dem Konto. In der internen Torjägerliste belegt er Rang vier. Die 20-Tore-Marke sollte er locker wieder knacken. Ob er allerdings seine Karrierebestleistung aus der vergangenen Spielzeit von 30 Treffern noch erreicht?

Jonas Siegenthaler (Washington Capitals): In der vergangenen Runde kam der 22-Jährige nur 26-mal zum Einsatz. In dieser Saison hat sich Siegenthaler jedoch zur festen Größe in der Verteidigung der Capitals geworden und hat alle 38 Spiele absolviert. Dabei hat er auch seine ersten beiden Tore geschossen. Sechs bereitete er vor. In der Regel kommt er im dritten Verteidigerpärchen mit Radko Gudas zum Einsatz und bekommt über 16 Minuten Eiszeit. 

Erst sechsmal ist Sven Bärtschi in dieser Saison für die Vancouver Canucks aufgelaufen und hat dabei zwei Tore aufgelegt. Mit 29 Partien für die Columbus Blue Jackets hat Dean Kukan schon an Weihnachten den Bestwert seiner Karriere aus der vergangenen Saison (25) verbessert. Dabei gelang ihm auch sein erster NHL-Treffer. Vier Tore bereitete er vor. Über die Rolle des Ergänzungsspielers kommt Yannick Weber bei den Nashville Predators in der Saison nicht hinaus. In 19 Spielen hat er einen Treffer vorbereitet. Bleibt für ihn die Hoffnung, im Winter Classic gegen die Dallas Stars zum Einsatz zu kommen. Sein Vertrag läuft nach der Saison aus. Hat Mirco Müller jetzt den Durchbruch geschafft? 23 Spiele (ein Tor) hat er für die New Jersey Devils in der Saison absolviert. Es ist die sechste Saison in der NHL für den 24-Jährigen. Mehr als 53 Partien war es in einer Saison allerdings noch nicht. 

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.