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Ehrhoff startet, zurück in der Heimat, ehrgeizig in die Saison

von Shawn P. Roarke / NHL.com
MANNHEIMChristian Ehrhoff ist am Sonntagmorgen in Deutschland eingetroffen und möchte hier einen Siegeszug starten, der wenn es nach ihm geht nicht vor Ende Juni zuende gehen wird.

Bei aller Freude, wieder auf heimischem Boden zu sein – der Geburtsort Erhoffs liegt nur etwa drei Stunden entfernt – konzentriert sich der Spieler schon wieder ganz aufs Geschäft und die bevorstehende Saison 2011-2012. Und nachdem er mit Vancouver in der letzten Saison das alles entscheidende 7. Spiel der Stanley Cup Finals verloren hatte, kennt Ehrhoff nur ein Ziel: die Rückkehr in die Finalserie der NHL Saison.

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Einen ersten Schritt in diese Richtung könnte am Dienstag Abend bereits das Vorsaisonspiel der Buffalos gegen das DEL-Powerhouse der Adler Mannheim bilden. Weiter geht es dann am Freitag mit dem Spiel der regulären Saison gegen die Anaheim Ducks in Finnland und am Samstag mit dem NHL Premiere-Spiel gegen die Kings in Berlin.

„Es ist wirklich schön für uns, unseren deutschen Fans zeigen zu können, was wir hier in der NHL so machen“, erzählte Ehrhoff NHL.com im Vorfeld der Reise.

Er ist doppelt froh hier spielen zu können: in der letzten Saison hatt ihm das Schicksal übel mitgespielt, als die San Jose Sharks nach Deutschland kamen, um gegen die Adler anzutreten. Ehrhoff hatte sechs Jahre lang bei den Sharks gespielt, um vor zwei Jahren zu Vancouver zu wechseln. Damit hatte er die damals für einmalig gehaltene Chance just verpasst.

„Ich habe mir immer die Matchups angesehen und bei San Jose bin ich gerade ein Jahr zu früh gegangen, um dabei zu sein. Deshalb war ich jetzt überglücklich, als ich sah, dass Buffalo nach Europa fliegt und auch in Deutschland spielen wird“, so Ehrhoff. „Ich dachte schon, ich hätte meine Chance verpasst. Aber das sollte wohl so sein und jetzt bekomme ich sie dieses Jahr.“

Und obwohl er die seltene Gelegenheit, auf Heimatboden zu spielen genießen möchte, gibt er durchaus zu, mit einer Hälfte seiner Gedanken bereits bei den Ereignissen zu sein, die bevorstehen, wenn die Sabres nach Nordamerika zurückkehren.

Er hat diesen Sommer beim Club unterschrieben, weil er der Meinung war, der habe mit den neuen Spielern eine realistische Chance ins Stanley Cup-Finale zu gelangen. Und wenn Ehrhoff etwas auf dem Free-Agent Markt gelernt hat, dann, dass er möglichst weit in den Juni hinein spielen möchte.

Einen ersten Vorgeschmack auf das Finale bekam Ehrhoff, als seine Vancouver Canucks nur noch ein Spiel davon entfernt waren, den ersten Titel in die Eishockey-begeisterte Stadt zu holen. Doch die Boston Bruins hatten andere Pläne und sicherten sich in einer dramatischen Schlussphase die letzten beiden Spiele. Ehrhoff blieb nichts weiter übrig, als abzuschreiben, was so schön gewesen wäre und sich die Chance zu wünschen, die Fehler auszubügeln, die in diesen letzten beiden Spielen gemacht wurden.

„Es ist unglaublich schwierig, so etwas hinter sich zu lassen oder zu vergessen, aber man muss einen Schlussstrich ziehen und sich wieder den Dingen zuwenden, die vor einem liegen“, so Ehrhoff. „Mein Ziel ist es, wieder dorthin zu kommen und es dieses Mal besser zu machen.“

Wenn Buffalo in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1999 wieder im Finale steht, dann wird Ehrhoff einen wichtigen Beitrag dazu geleistet haben.

Der 29-Jährige war diesen Sommer als Verteidigungs-Allrounder ein gefragter Mann. In der letzten Saison hatte er mit den Canucks 50 Punkte geholt und die Saison mit einer Plus/Minus-Bilanz von 19 abgeschlossen. Im Vorjahr konnte waren es sogar Plus 36. Außerdem überzeugt er mit präzisen und kraftvollen Pässen und Erfahrung in großen Spielen – bereits dreimal ist er in seiner jungen Karriere bei den Olypmischen Spielen angetreten.

„Letztes Jahr hat er bewiesen, dass er seinen Platz in den beiden Top (Verteidigungs-)Paaren jedes NHL Teams hat“, sagt Jochen Hecht gegenüber NHL.com. „Er ist ein hervorragender Eisläufer, kräftig und körperbetont. Seit San Jose ist viel passiert und meiner Meinung nach hat er sich in Vancouver wirklich verbessert. Wir sind froh, in hier in Buffalo zu haben.

Ich kenne ihn aus einer Reihe von Spielen in der Nationalmannschaft und einigen Treffen. Ich nehme an, jetzt werde ich ihn wirklich kennen lernen.“

Die Reise nach Deutschland wird sicher eine wichtige Rolle für das Kennenlernen und miteinander vertraut werden des Teams mit Ehrhoff spielen, der erst vor einem knappen Moant in Western New York eintraf.

„Ich wurde von allen mit offenen Armen empfangen“, erzählt er. „Es war großartig.“

Ehrhoff weiß, dass Hecht und er in Mannheim und Berlin als Fremdenführer für das Team fungieren werden. Er ist bereit für diese Herausforderung und wird seinen Kameraden eine Crashkurs in deutscher Kultur geben.

„Das wichtigste wird ein bisschen Kultur sein, deutsches Essen und wir werden sicher auch das eine oder andere gute deutsche Bier zusammen trinken“, so Ehrhoff. „Das ist alles. Und dann werden wir sehen wie es ist und wie es aussieht. Ich bin mir sicher, dass die anderen die Reise genauso genießen werden wie wir. Wir werden sicher unseren Spaß haben."

Doch im Grunde bleibt der Trip eine Geschäftsreise für die Sabres, die während der letzten Saison erfahren haben, wie wertvoll jeder einzelne Punkt ist, wenn es um die Saisonergebnisse geht. Sie werden nicht vergessen, dass in Berlin zwei wertvolle Punkte zur Disposition stehen, wenn sie gegen die Kings antreten.

Tatsächlich, so Ehrhoff, hoffe er, dies werde der Beginn der hoffentlich längsten Saison seiner Karriere sein. Einer Saison, an deren Ende der Kampf um den Stanley Cup steht, den er in der letzten Saison mit Vancouver knapp verpasst hat.

„Ich bin gespannt: Das ist ein neues Team und eine neue Herausforderung“, so Ehrhoff. „Ich freue mich darauf, dass es endlich losgeht. Der Sommer war anders als sonst. Er war sehr kurz, aber das wollen wir ja auch. Ich hoffe, ich bekomme noch ein paar mehr kurze Sommer wie diesen. Nur möchte ich nächstes Mal das letzte Spiel gewinnen.“
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