Oilers advance to 2nd round

Sie haben es geschafft! Nachdem sie in der Best-of-7-Serie in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs bereits mit 2:3-Siegen gegen die Los Angeles Kings im Hintertreffen gelegen waren, vollendeten die Edmonton Oilers und Leon Draisaitl am Samstag das Comeback mit einem 2:0-Heimsieg in der Rogers Arena. Nach dem 4:2-Erfolg in Spiel 6 am Donnerstag in Kalifornien fuhren sie ihren vierten Sieg ein.

Trotz der immensen Nervenanspannung, und obwohl sie in Spiel 1 der Serie (3:4 am 2. Mai) die Erfahrung gemacht hatten, dass der Heimvorteil auch zu einer psychischen Belastung werden kann, setzten sich die Oilers mit einer Leistung durch, die wohl ihre stärkste in den bisherigen Playoffs war. Der Lohn: Erstmals seit 2016/17 zog das Team wieder in die zweite Runde der K.o.-Phase ein.
"Es fühlt sich gut an. Es fühlt sich noch besser an, es auf diese Weise zu tun", freute sich Kapitän Connor McDavid nach der Schlusssirene. "Es wird immer viel über die defensive Seite oder das Spiel gesprochen. Es ist ein gutes Gefühl, dass unsere Gruppe in einem wichtigen Moment aufgestanden ist und 2:0 gewonnen hat."
Die Hausherren gaben an diesem Abend 41 Schüsse auf das Tor der Kings ab, während diese 29 Scheiben auf den Kasten der Oilers brachten. Die Tore von Cody Ceci (34.) und Connor McDavid (57.) machten am Ende den zählbaren Unterschied in einem Spiel aus, in dem Torhüter Mike Smith mit einem Shutout seine herausragende Leistung in der Postseason eindrucksvoll fortsetzte.

Oilers entscheiden Serie mit Shutout in Spiel 7

"Ich denke, wir hatten eine Menge Chancen, um schon früher das 2:0 zu machen", befand McDavid. "Selbst spät im zweiten und früh im dritten Durchgang lässt man solche Chancen nicht gerne aus. Der Ausgleich hing bis dahin immer irgendwie in der Luft. Deshalb ist es ein gutes Gefühl, mit zwei Treffern in Führung zu gehen. Das ist ein größeres Polster."
Die Vorentscheidung in Spiel 7 fiel im zweiten Spielabschnitt, indem Edmonton die Energie des 122 Dezibel lauten Rogers Place-Publikums zu einem dominanten zweiten Drittel nutzte und mit 24:11-Torschüssen eindeutig die Oberhand hatte. Zur Erinnerung: In Spiel 1 an gleicher Stelle gerieten nervös wirkende Oilers in den ersten 20 Minuten zunächst mit 0:2 in Rückstand, bevor sie sich in der Folgezeit erfolgreicher an die ungewöhnliche Atmosphäre und den immensen Druck, der aus der eigenen Erwartungshaltung resultierte, gewöhnt hatten. Diesmal zeigte sich das Team von Anfang an wesentlich souveräner, geriet nach einem torlosen ersten Abschnitt nicht in Unordnung und spielte konzentriert und entschlossen weiter.
Trainer Jay Woodcroft setzte während des gesamten Spiels insbesondere auf die Leader-Qualitäten von McDavid und schenkte ihm 27:23 Minuten Eiszeit. Der Lohn war eine Galavorstellung des Kapitäns, die mit zwei Scorerpunkten und lauten 'MVP'-Rufen der Fans belohnt wurde. Für McDavid nach den sieben Playoff-Einsätzen vier Treffer und zehn Vorlagen zu Buche.

LAK@EDM, Sp7: McDavid trifft per Rückhand

"Er ist der beste Spieler der Welt. Ich denke, das hat er in den letzten beiden Spielen gezeigt", lobte der Draisaitl seinen Kapitän. "Es ist nicht allein das Können, er hat natürlich immense Fähigkeiten, aber es ist der unglaubliche Wille. Man kann es in seinen Augen sehen und es bei jedem Wechsel, bei dem er da draußen ist, spüren. Er ist entschlossen, und es gab einfach keine Möglichkeit, ihn oder uns zu behindern. Er hat uns den Weg gewiesen, er war unglaublich. Großartige Arbeit von ihm."
Doch nicht nur McDavid überzeugte in dieser extremen Drucksituation als Anführer, auch die Leistung von Torhüter Smith zeigte, dass Edmonton auf dieser Position ausreichend gut besetzt ist, um in den laufenden Playoffs viel zu erreichen. Nachdem in der regulären Saison immer wieder darüber spekuliert worden war, ob die Oilers ein Torhüterproblem haben, bewies Smith in dieser außergewöhnlichen Situation das Gegenteil und wurde mit einem weiteren Shutout belohnt. Es war das zweite Spiel ohne Gegentor für den Goalie in dieser Serie und sein insgesamt sechstes in den NHL-Playoffs.
Vor wenigen Tagen wurde viel über den spielentscheidenden Fehler von Smith in Spiel 1 geredet, der das Tor zum 3:4 gegen Los Angeles ermöglicht hatte, aber der erfahrene Torsteher zeigte im Laufe der Serie, dass er mit der heftigen Kritik an seiner Person umgehen kann. Der 40-Jährige beendete die erste Runde mit einer beeindruckenden Fangquote von 94,6 Prozent und verhalf den Oilers zum Seriensieg.
"Es ist eine Erfahrung, aus der man Selbstvertrauen schöpfen kann", erklärte Smith. "Nach einem Rückstand in der Serie, nicht in Panik zu verfallen, nach L.A. zu fahren und ein solides Eishockey zu spielen, um in Spiel 7 zurück auf heimisches Eis zu kommen und im entscheidenden Moment unser bestes Spiel in der Serie zu machen. Daraus kann man nur Selbstvertrauen schöpfen. Die erste Runde zu überstehen, schien schon schwer möglich, daher denke ich, dass dieser Erfolg der Gruppe einen großen Schub gibt."

LAK@EDM, Sp7: McDavid, Ceci kombinieren zum 1:0

Der Oilers-Defensive gelang es die Kings aus dem Spiel zu halten. Die Gäste aus Los Angeles konnten im ersten Drittel nur acht Torschüsse abgeben. In den sechs Spielen zuvor hatten die Kings im Eröffnungsdrittel durchschnittlich mehr als 16 Schüsse abgegeben und in Spiel 4 sogar 20 Scheiben auf das Oilers-Tor abgefeuert.
Den Oilers braucht vor keinem Gegner bange sein. Mit frischem Optimismus kann das Vorhaben Stanley Cup-Sieg 2022 von Draisaitl und seinen Mitstreitern weiterverfolgt werden.
"Man muss die erste Runde gewinnen, um weit zu kommen", sagte der Deutsche. "Damit fängt es an. Sechzehn Teams sind wirklich gut, da ist es schwer, die erste Runde zu überstehen. Man hat es in unserer Serie gesehen, Los Angeles ist ein wirklich gutes Team. Aber wir sind drangeblieben, haben uns durchgebissen und waren am Ende erfolgreich. Die erste Serie ist hart, das ist jede Serie, aber es ist ein gutes Gefühl, diese Hürde zu nehmen. Wir haben vor, noch eine Weile weiter zu spielen."
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Nach dem 4:2 Seriensieg gegen die Kings müssen die Oilers allerdings noch bis zum Sonntagabend warten, um herauszufinden, auf wen sie in der zweiten Runde der Stanley Cup Playoffs treffen werden.
Edmonton könnte Spiel 1 der zweiten Runde im heimischen Rogers Place austragen, wenn die Dallas Stars die Calgary Flames in Spiel 7 besiegen können. Sollte dies nicht der Fall sein, und sich in dieser Serie die Flames durchsetzen, käme es für die Oilers zunächst auswärts zur ersten Playoff-Auseinandersetzung mit dem großen Rivalen aus Calgary im Rahmen des ersten 'Battle of Alberta' seit 1991, was sicherlich ebenfalls seinen ganz speziellen Reiz hätte.