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Oilers setzen auf Superstar-Power

NHL.com/de 31 in 31: Edmonton ist abhängig von Draisaitl und McDavid

von Christian Rupp @NHLde / NHL.com/de

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Edmonton Oilers.

Deutschland hat einen Superstar in der NHL! Dieses Prädikat darf Leon Draisaitl spätestens seit der letzten Saison für sich beanspruchen. Als erster Deutscher überhaupt knackte der gebürtige Kölner die Schallmauer von 100 Scorerpunkten und wurde mit 105 Punkten viertbester Scorer der regulären Saison. Zudem stellte der 23-Jährige mit 50 Treffern auch noch einen neuen deutschen Tore-Rekord auf und landete in der NHL-Torjägerliste haarscharf hinter Maurice-Richard-Trophy-Gewinner Alex Ovechkin (Washington Capitals, 51 Treffer). Wie sein Vorbild, Basketballer Dirk Nowitzki, könnte Draisaitl das deutsche Aushängeschild für eine ganze Sportart werden.

 

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Auf dem Eis nämlich, reißt der "Deutschland Dangler" das Spiel stets an sich. Als genialer Spielmacher mit überragendem Passspiel machte sich Draisaitl schon in der Jugend und später auch in der NHL einen Namen. Neu sind seine Qualitäten als eiskalter Scharfschütze, die sein Profil perfektionieren. Beeindruckend: Zwischen dem 13. Februar und 11. März 2019 punktete der Linksschütze in 14 Spielen hintereinander (zehn Tore, 13 Assists).

Längst wird der Stürmer in allen wichtigen Situationen aufs Eis geschickt, ist sowohl im Powerplay als auch in Unterzahl ein gefragter Mann. Durchschnittlich 22:35 Minuten Eiszeit pro Spiel bedeuteten den zweithöchsten Wert unter allen NHL-Stürmern. Mehr hat nur sein Teamkollege Connor McDavid vorzuweisen (22:50 Minuten Eiszeit pro Partie), der mit 116 Punkten zweitbester NHL-Scorer wurde (41 Tore, 75 Assists).

Bilanz 2018/19: 35-38-9, 14. Platz in Western Conference
Playoffs 2019: Nicht qualifiziert
Trainer: Dave Tippett, 1. Saison
Zugänge: Josh Archibald, Philip Broberg, Markus Granlund, Gaetan Haas, Tomas Jurco, James Neal, Joakim Nygard, Mike Smith
Abgänge: Kevin Gravel, Milan Lucic, Ty Rattie, Tobias Rieder, Andrej Sekera, Anthony Stolarz

Zwei Superstars, aber…

Sowohl Draisaitl als auch McDavid in einer Mannschaft zu haben, dürfte der Traum eines jeden Fans, Trainers und General Managers sein. Die Kunst besteht allerdings darin, ein funktionierendes Team um die beiden Ausnahme-Könner zu bauen. Eine Mission, die zuletzt zwei Jahre in Folge fehlschlug - die Oilers verpassten jeweils die Playoffs.

Video: CBJ@EDM: Draisaitls 300. Punkt bei McDavids Tor

Das lag zum einen an der wackeligen Hintermannschaft: Mit 271 Gegentoren stellte Edmonton die sechstschlechteste Defensive der NHL sowie mit nur 74,8 Prozent Erfolgsquote auch noch das zweitschlechteste Penalty Killing. In der Abwehr fehlt an Qualität in der Spitze sowie auch in der Tiefe. Zudem war auch das Goaltending unterdurchschnittlich: Weder Mikko Koskinen (90,6 Prozent Fangquote) noch Cam Talbot (89,3 Prozent) noch Anthony Stolarz (89,7 Prozent) konnten die Erwartungen an einen Stammtorwart erfüllen. Übrig geblieben ist für die neue Saison nur Koskinen, der mit Neuzugang Mike Smith (Calgary Flames, 89,9 Prozent) in den Konkurrenzkampf tritt.

Im Sturm fehlte es vor allem an Secondary Scoring. Neben McDavid, Draisaitl und Ryan Nugent-Hopkins (28 Tore, 41 Assists) mangelte es an Produktivität. Aus den hinteren Reihen kam kaum Torgefahr: Nur fünf Stürmer trafen zweistellig - nur fünf Angreifer sammelten mehr als 25 Scorerpunkte. Ein Armutszeugnis.

 

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Hoffnungsträger Neal - Frisches Blut aus der Schweiz

Hier soll James Neal Abhilfe schaffen. Der Power Forward kam in einem Trade für Milan Lucic vom Erzrivalen Calgary Flames nach Edmonton und trifft mit dem ebenfalls neuen Oilers-Trainer Dave Tippett auf einen alten Bekannten. "Bevor wir ihn getradet haben, habe ich mit James gesprochen", so der Coach. "Ich hatte James als jungen Spieler in Dallas unter mir und kenne ihn gut. Ich weiß, dass er in der Pause hart gearbeitet hat und hochmotiviert ist. Er passt sehr gut bei uns rein."

 

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Der 1,88 Meter große und 100 Kilogramm schwere Stürmer stießt mit den Vegas Golden Knights in der Saison 2017/18 bis ins Stanley-Cup-Finale vor (25 Tore, 19 Assists in der regulären Saison; sechs Tore, fünf Assists in den Playoffs), hatte danach aber kein gutes Jahr bei den Flames (sieben Tore, zwölf Assists in der Hauptrunde; kein Scorerpunkt in der Endrunde). "Er durfte nicht in Schlüsselrollen schlüpfen und war oft verletzt", meint Tippett erkannt zu haben und freut sich auf den 31-jährigen Neuzugang: "Mit ihm bekommen wir einen weiteren Top-Sechs-Stürmer, was unseren Angriff ausgeglichener macht."

Neal alleine wird die Sehnsucht nach mehr Secondary Scoring aber wohl kaum beheben. Edmonton braucht mehr Firepower aus der Tiefe. Hier möchte auch ein Schweizer mit anpacken: Center Gaetan Haas kämpft um einen Kaderplatz. Der 27-jährige Rechtsschütze hatte in der Vorsaison beim SC Bern mit 38 Scorerpunkten (15 Tore, 23 Assists) in 50 NLA-Spielen auf sich aufmerksam gemacht. Draisaitl dürfte sich über ein wenig deutsche Konversation sicher freuen, nachdem der Vertrag mit seinem Landsmann Tobias Rieder nicht verlängert wurde.

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