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Dumoulin und Letang schießen Pens ins Glück

von Bernd Roesch / NHL.com

Wenn sich Mitte Juni wuchtige Männer im Kollektiv umarmen und herzen, wenn Tränen des Glücks und der Trauer fließen, dann ist die Schlusssirene in einem Finale gefallen und der Stanley Cup Champion wird kurz darauf gekürt.

Zwei Dinge standen vor Spiel 6 des Stanley Cup Finales zwischen den San Jose Sharks und den Pittsburgh Penguins bereits fest. Es wird das wichtigste und letzte Saisonspiel im SAP Center, dem Haifischbecken der Sharks sein, und der in der Arena befindliche, sorgsam behütete Stanley Cup wird unabhängig vom Spielausgang auf jeden Fall wieder die Reise nach Pittsburgh antreten. Die Unterstützung der über 17.000 Fans war den Hausherren sicher, die nicht gewillt waren diese begehrte Trophäe den Penguins kampflos zu überlassen.

San Joses Trainer Peter DeBoer war sich sicher gewesen, dass in dieser Begegnung seine Mannschaft ihre beste Leistung in dieser Finalserie abrufen wird.

Das Vorhaben gestaltete sich schwieriger als gesagt, denn er hatte nicht die Rechnung mit zwei außergewöhnlichen Verteidigern der Penguins aufgemacht.

Bereits in der neunten Spielminute, während Dainius Zubrus auf der Strafbank saß, mussten die Nordkalifornier den ersten Gegentreffer durch Pittsburghs Verteidiger Brian Dumoulin hinnehmen. In den Folgeminuten wurden Erinnerungen an Spiel 5 wach. Die Stürmer Penguins erarbeiteten sich bis zur ersten Drittelpause mehrere hochkarätige Torchancen um ihre Führung auszubauen, ließen diese aber liegen.

Es sollte aber ohnehin eine Partie von Pittsburghs Blueliner werden.

Das erste Zeichen hatte Dumoulin gesetzt. Links hinten, an der blauen Linie stehend, bekam er die Scheibe von seinem Verteidigerkollegen Justin Schultz zugespielt und schoss sie, an Sharks Schlussmann Martin Jones vorbei, ins kurze Toreck. Es war das zweite Playofftor des 24-Jährigen, der in dieser Saison den Durchbruch bei den Penguins geschafft und überragende Playoffs gespielt hat. In den 79 Partien der regulären Saison waren Dumoulin 16 Vorlagen gelungen, auf dem Weg zum Stanley Cup Triumph brachte er es in 24 Partien auf zwei Treffer und sechs Vorlagen. Nicht nur aufgrund seines wichtigen Treffers lieferte der US-Amerikaner in Spiel 6 eine seiner besten Vorstellungen in seiner noch jungen NHL-Karriere ab, die am 14. Dezember 2013 bei einem Gastauftritt der Penguins in Detroit begann.

Domoulin setzte vergangene Nacht aber nicht nur Akzente im Spiel nach vorne, sondern kam auch seiner eigentlichen Arbeit nach hinten nach. Vor allem im Mittelabschnitt, während der Drangperiode der Sharks, konnte sich sein Team auf Dumoulin verlassen, der mit 25:11 Minuten die zweitmeiste Eiszeit aller Penguins bekam.

Der junge Verteidiger war nach dem Schlusspfiff voller Freude und beschrieb die Szenen, die sich nach dem Ertönen der Schlusssirene auf dem Eis abspielten als „unglaublich“ und dass man es sich nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat: „Gemeinsam mit der Familie auf dem Eis einen solchen Triumph feiern zu können ist einfach nur schön. Die ganzen Up und Downs überstanden und nun gewonnen zu haben ist ein irre Gefühl.“

Dumoulin stand auch mit auf dem Eis, als nur 79 Sekunden nach Logan Couture's Ausgleichstreffer, Pittsburghs zweiter herausragender Verteidiger Kris Letang die passende Antwort parat hatte. Letang schoss nach schöner Vorarbeit von Sidney Crosby das 2-1, was sich letztendlich als Game Winner herausstellen sollte. Der Blueliner mit der Nummer 58 auf dem Rücken führte die Scheibe im Angriffsdrittel, gab sie ab, zog hinten um das Tor, bot sich am unteren rechten Bullykreis als Anspielstation an und schoss die Penguins ins Glück. Mit seinen 15 Scorerpunkten (3 Tore, 12 Assists) in den diesjährigen Stanley Cup Playoffs überbot er sogar noch seine Leistung aus dem Jahr 2009 (4T, 9A), als er zum ersten Mal diese begehrte Trophäe mit Pittsburgh gewinnen konnte.

Auf fast eine halbe Stunde Eiszeit kam Pittsburghs wichtigster Verteidiger in Spiel 6, doch während des Zusehens bekam man den Eindruck, dass er ständig auf dem Eis präsent war, wie auch beim Empty Netter von Patric Hornqvist, der den Stanley Cup Triumph der Penguins perfekt machte.

Letang äußerte sich weniger über seine eigene Leistung. Er sah in der „geschlossenen Mannschaftsleistung den Grund für den Sieg“ und hob noch einmal hervor, wie wichtig für sie die Unterstützung ihrer Fans in Pittsburgh gewesen war.

Ben Lovejoy war sich aber ganz sicher: „Letang ist der beste Verteidiger, den es in diesem Spiel gibt.“

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