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Ducks erinnerten sich an ihre Qualitäten

Trotz eines frühen Rückstands in Spiel 7 gegen Edmonton, zogen die Ducks ihr Spiel durch

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

In den vergangenen Jahren hatten die Anaheim Ducks gar keine guten Erfahrungen in ihren alles entscheidenden siebten Spielen einer best-of-7 Serie gemacht. 2013 unterlagen sie in der ersten Runde den Detroit Red Wings, 2014 war gegen die Los Angeles Kings im Conference Halbfinale Schluss, im Jahr darauf zogen die Südkalifornier im Western Conference Finale den Kürzeren gegen die Chicago Blackhawks und vergangene Saison gaben ihnen die Nashville Predators wiederum in der ersten Runde das Nachsehen.

Das heimische Honda Center schien kein gutes Pflaster für die Ducks zu sein, wenn es in den Stanley Cup Playoffs um Alles oder Nichts ging.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag beendeten sie ihren Spiel 7 Fluch mit einem 2-1 Heimerfolg gegen die Edmonton Oilers, ohne dabei auf Magie oder Zauberei zurückgreifen zu müssen. Um die Westkanadier zu bezwingen, war die Rückbesinnung auf Qualitäten vonnöten, die sie vor allem in der zweiten Hälfte der regulären Saison ausgezeichnet hatten. Die Ducks zogen nach 2003, 2006, 2007 und 2015 zum fünften Mal in ihrer Franchisegeschichte in ein Western Conference Finale ein, weil sie sich von einem frühen Gegentor - Drake Caggiula hatte bereits nach 211 Sekunden die Oilers in Front gebracht, nicht aus der Ruhe bringen ließen, weil sie nach dem Rückstand nicht in Panik verfielen, sich auf ihrer Defensivqualitäten konzentrierten - angesichts dessen, dass sie in Spiel 6 gleich sieben Treffer eingeschenkt bekommen hatten, war das durchaus keine Selbstverständlichkeit - und weil sie spätestens ab dem zweiten Durchgang, nachdem sich Edmontons junge Stürmer ausgetobt hatten, eine solche physische Präsenz zeigten, dass Edmontons schnelle, bewegliche Angreifer kaum noch Torchancen kreieren konnten.

Video: EDM@ANA, Sp7: Ritchie überwindet Talbot

Nur drei Schüsse der Oilers kamen im Mittelabschnitt bis zum Kasten von John Gibson durch, und selbst in der letzten Viertelstunde der Partie - mittlerweile hatten Andrew Cogliano und Nick Ritchie die Hausherren in Front geschossen - als die Oilers alles auf eine Karte setzen musste, brauchte Gibson als Endstation nur noch siebenmal rettend eingreifen.

Alleine Anaheims Verteidiger Josh Manson setzte in Spiel 7 elf Hits und damit nur einen weniger als 16 Spieler der Oilers, oder anders ausgedrückt, genauso viele wie Edmontons aktivste Defensivkräfte Darnell Nurse (6) und Adam Larsson (5) zusammen. Mansons Verteidigerkollege Sami Vatanen blockte vier Torschüsse ab und kam in der Offensive zu einem Assist.

Teamkapitän Ryan Getzlaf sprach nach dem ersten Sieg seiner Ducks in einem Spiel 7 seit elf Jahren von einem 'guten Lernprozess' und dass sie in der Lage waren ihr frühes Missgeschick wegzustecken. Shea Theodore hatte sich beim 0-1 von Caggiula in Gibson checken lassen und dabei die Scheibe verloren.

Ritchie, der in der ersten Reihe neben Corey Perry und Getzlaf Anaheims 2-1 Siegtor zu Beginn des dritten Drittels markieren konnte, stimmte gegenüber NHL.com seinem Kapitän zu: "Wir gerieten nach dem 0-1 nicht in Panik. Ich würde sogar sagen, dass wir um einiges besser gespielt haben, nachdem sie getroffen hatten.

Nervenstärke bewies auch Schlussmann Gibson nach dem unglücklichen Gegentor. "Er war einfach unglaublich", beurteilte Getzlaf die Vorstellung von Anaheims Nummer 1 überschwänglich positiv. Der Gelobte sah den Schlüssel des Erfolgs im Selbstvertrauen der Mannschaft: "Wir spielen immer mit viel Zuversicht und glauben gegenseitig an uns."

Video: EDM@ANA, Sp7: Gibson fängt Draisaitls Schuss

Man nimmt Gibson gerne seine Aussage ab, vor allem weil sie auch von den Zahlen unterstützt werden. Die Ducks verloren zuhause die ersten zwei Partien in dieser Serie und entschieden sie letztendlich noch für sich. Laut hockey-reference.com gelang das bei einem solchen Szenario in der Playoffgeschichte nur 17,8 Prozent der Mannschaften. Die Ducks gewannen vier der letzten fünf Aufeinandertreffen und das obwohl sie in drei davon zunächst ins Hintertreffen geraten waren. Erinnert sei an dieser Stelle auch noch einmal an ihre schier unglaubliche Aufholjagd in Spiel 5 mit drei Treffern in den letzten 196 Sekunden der regulären Spielzeit.

Diese Ducks scheinen in diesem Jahr zu allem fähig. Ihnen in den Weg stellen werden sich als nächstes die Nashville Predators im Western Conference Finale. Spiel 1 findet am Freitagabend im Honda Center von Anaheim statt (9 p.m. ET).

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