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Ducks genügen wenige Tore um zu punkten

von Bernd Roesch / NHL.com

Die Pacific Division ist sicherlich nicht die stärkste der vier Divisionen, sechs der sieben Teams weisen ein deutliches negatives Torverhältnis aus. Der Spannung im Kampf um einen Playoffplatz tut das dennoch keinen Abbruch. Aktuell trennen die zweitplatzierten Arizona Coyotes und die Edmonton Oilers, als Tabellenschlusslicht auf dem siebten Rang, nur fünf Punkte.

Einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht haben die vor Saisonbeginn so stark eingeschätzten Anaheim Ducks, die die vergangene Spielzeit noch als punktbestes Team der Western Conference abgeschlossen hatten und sich in den Playoffs erst im Conference Finale dem späteren Stanley Cup Champion aus Chicago geschlagen geben mussten.

Vor der kurzen Weihnachtspause hatten die Ducks noch die rote Laterne als Tabellenschlusslicht ihrer Division inne und waren mit 29 Zählern das Team mit den wenigsten Punkten im Westen.

Aktuell liegt die Mannschaft von Headcoach Bruce Boudreau auf dem dritten Platz. Diesen Sprung nach vorne schafften die Südkalifornier durch zehn gewonnene Punkte aus ihren vergangenen sechs Partien, wovon sie vier in der Fremde bestreiten mussten.

Bei den Rangers, in Calgary, in Edmonton und in Vancouver genügten den Ducks fünf Tore um sechs Punkte einzufahren.

Effektiver kann man seine Offensivkräfte kaum einsetzen.

Nachdem Anaheim in den ersten gut 2 1/2 Monaten dieser Saison nur vier ihrer 15 Auswärtspartien gewinnen konnte und dabei nur 21 Mal ins Schwarze traf, machten sie in den vergangenen 10 Tagen seit Weihnachten aus der Not eine Tugend und traten auswärts noch kompakter auf.

Damit ein solches Konzept aufgeht, muss man sich auf seine Torhüter verlassen können. Vor allem John Gibson, der Ende November vom Farmteam der Ducks, den San Diego Gulls, ins Team berufen wurde, macht seit seiner Rückkehr in den NHL-Kader seine Sache klasse. Mit dem 22-jährigen Schlussmann im Tor, verloren die Ducks nur vier Partien in der regulären Spielzeit.

Der US-Amerikaner weist mit 1,63 Gegentreffern pro Spiel den besten Wert aller Torhüter in der Liga aus, und auch mit seiner Rettungsquote von 93,2 Prozent liegt er unter den Top 5. Gibson kam bisher 15 Mal zum Einsatz und konnte dabei viermal seinen Kasten sauber halten, gegen die Flames und die Oilers sogar in Folge, womit er sich seinen ersten Eintrag in den Rekordbüchern der Ducks als Torwart mit zwei Auswärts-Shutouts hintereinander verdiente.

Gibson ist aber nicht der einzige Spieler aus Anaheims junger Defensivgarde der auf sich aufmerksam machen konnte. Durch die Knieverletzung von Cam Fowler, dem Verteidiger der Ducks mit der bisher meisten Eiszeit, rutschte auch Shea Theodore ins Team und konnte die ihm gebotene Chance nutzen.

Anaheims Erstrundendraftpick von 2013 fügte sich bei seinem ersten NHL-Match in Calgary sehr gut in den Abwehrverbund ein, so dass er in den folgenden drei Partien immer mehr Eiszeit bekam. In der Nacht von Sonntag auf Montag im Spiel gegen die Winnipeg Jets kam der in Langley, B.C. geborene Blueliner schon auf über 19 Minuten Einsatz. Anaheims erfahrener Verteidiger Kevin Bieksa, dem in dieser Partie gegen die Jets sein erstes Saisontor gelang, war voll des Lobes über Theodore:

"Dass er sein erstes Spiel in Kanada [gegen Calgary] bestreiten durfte, bedeutete ihm sehr viel. Ich habe ihm gesagt, dass er sich keinen Druck machen solle. Auch in den folgenden Partien hat er einen unbekümmerten Eindruck gemacht. Er ist gut und zuverlässig."

Mit Hampus Lindholm, 21, Josh Manson, 23, und Sami Vatanen, 24, hatten die Ducks in ihrer Heimpartie gegen Winnipeg gleich vier Verteidiger auf dem Eis stehen, die noch keine 25 Jahre alt sind.

Die sechs Mann starke Abwehrriege der Ducks komplettierte mit dem Münchner Korbinian Holzer, 27, ein deutscher Verteidiger. Er teilte übrigens während seiner 17:15 Minuten Eiszeit auch die meisten Checks aller Blueliner der Ducks aus.

In ihren vergangenen vier Begegnungen ließ das Team aus Orange County insgesamt nur 80 Torschüsse zu und kassierte nur zwei Gegentore - darauf lässt sich aufbauen, auch wenn im Spiel nach vorne einmal Ladehemmung herrscht.

Auch Anaheims Cheftrainer Boudreau schaut positiv in die Zukunft:

"Wenn wir unsere Torchancen einmal nicht nutzen, dann verfügen wir immerhin über eine starke Abwehr. Jeder im Team leistet seinen Beitrag dazu. Auch wenn wir jetzt auf dem dritten Platz liegen sind wir noch nicht aus dem Gröbsten raus, aber wir spielen jetzt schon deutlich besser."

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