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Drei Topteams stehen vor dem frühzeitigen Aus

von Stefan Herget / NHL.com

Während die Tampa Bay Lightning am Donnerstag als erste Mannschaft in die zweite Runde einzogen, indem sie die Detroit Red Wings mit 4-1 in der Serie ausschalteten und nun gelassen auf ihren nächsten Gegner (New York Islanders oder Florida Panthers) warten können, stehen drei Mannschaften vor dem frühen Aus, welche die Playoffs in den vergangenen Jahren geprägt hatten.

In der Eastern Conference sind dies die New York Rangers, die 2015 ins Conference Finale und 2014 ins Stanley Cup Finale einzogen und nun nach zwei Pleiten im Madison Square Garden gegen die Pittsburgh Penguins mit 1-3 in der Serie im Rückstand liegen.

Das muss allerdings bei der Franchise aus Manhattan nicht viel heißen, denn in den beiden vergangenen Jahren hatten sie ebenfalls solche Situationen und konnten sich noch frei schaufeln. Vor 12 Monaten schalteten sie zum Beispiel die Washington Capitals in der zweiten Runde nach einem 1-3 Rückstand noch aus und 2014 waren die Penguins, der heutige Gegner, in der gleichen Runde die Leidtragenden.

Am Samstag zu nachmitttäglicher Stunde in Pittsburgh werden wir sehen, ob die Rangers im dritten Jahr in Folge nach einem 1-3 zurückkommen und den ersten Schritt dazu machen können. Der Puck fällt um 3:00 PM ET, also um 21:00 Uhr MESZ.

In der Western Conference kämpfen mit den Chicago Blackhawks und den Los Angeles Kings, die beiden Mannschaften gegen den vorzeitigen Sommerurlaub an, welche in den vergangenen sechs Jahren fünf Mal den Stanley Cup in die Höhe stemmen durften: Chicago 2010, 2013 und 2015, sowie Los Angeles 2012 und 2014.

Beide Teams standen bei vielen Experten auch in diesem Jahr vor den Playoffs ganz oben auf der Liste. Doch während es nicht abwegig erschien, dass die St. Louis Blues dem Titelverteidiger das Leben schwer machen könnten, überrascht die deutliche 3-1 Führung der San Jose Sharks gegen die Kings schon mehr.

Bereits am Freitag (7:30 PT; Sa. 4:30 MESZ) geht die fünfte Auflage der Serie in L.A. über die Bühne, wo es zum ersten Mal für die Kings heißt "Siegen oder Fliegen". Für Los Angeles wäre ein Scheitern in der Auftaktrunde nach der verpassten Qualifikation für die Playoffs in 2015 ein Fiasko.

Am Samstag um 8:00 PM ET (So. 2:00 Uhr MESZ) geht es in Chicago gegen St. Louis weiter. Die Blackhawks müssen nach zwei Pleiten in den ersten Heimspielen unbedingt ihren ersten Sieg im United Center in den diesjährigen Playoffs einfahren, um die Serie zu Spiel 7 zurück nach St. Louis zu schicken.

Ein Herzschlagfinale gab es am Donnerstag in Spiel 5, als die Gäste lange mit 3-1 in Führung lagen und wie der sichere Sieger aussahen, doch die Blues kamen erneut zurück und glichen fünf Minuten vor dem Ende durch David Backes zum 3-3 aus. Das Überleben des Titelverteidigers hing in der Sudden Death Verlängerung am seidenen Faden, zumal die Hausherren die aktivere Mannschaft waren.

Die Erlösung kam nach knapp 23 Minuten, also in der zweiten Verlängerung, als Patrick Kane, der zuvor in der Partie kaum Akzente setzen konnte, sich auf der rechten Seite mit dem Puck am Schläger auf engstem Raum durchsetzte, Troy Brouwer geschickt umkurvte, die Scheibe Richtung Tor brachte und als diese am linken Pfosten vorbeirutschte blitzschnell hinter dem Gehäuse auf die andere Seite fuhr und diese einschob.

Es war in über 80 Minuten von Spiel 5 der erst zweite Torschuss des punktbesten Akteurs der regulären Saison. "Ich glaube nicht, dass ich in der ersten Verlängerung oder im gesamten Spiel besonders gut war", sagte Kane anschließend realistisch. "Es ist eines dieser Dinge, die ich versuchte mir selbst einzureden, dass ich mit Vertrauen in mich in die fünfte Periode gehen und versuchen müsse, einiges zu bewerkstelligen."

Kane ließ Taten folgen und erzielte den 49. Playoff Treffer seiner Karriere und hielt damit seine Farben im Spiel. Chicago sind ausgesprochene Künstler gegen ihr Ausscheiden anzukämpfen. Seit 2009 haben sie eine Bilanz von 12 Siegen und nur 4 Niederlagen, wenn sie drohten eliminiert zu werden. In den Spielen 4 bis 7 ist ihre Bilanz bei 44 Siegen und 15 Niederlagen.

Im Gegenzug verloren die Blues zum ersten Mal in ihrer Franchisegeschichte ein Spiel 5 zu Hause mit einer 3-1 Führung in der Serie im Rücken. Zuvor gewannen sie in diesen Momenten fünf Mal.

"Ich denke wir haben ein wirklich gutes erstes Drittel gespielt", sagte Blues Trainer Ken Hitchcock etwas enttäuscht. "Sie hatten eine kleine Drangphase im zweiten für sieben oder acht Minuten. Wir spielten großartig im dritten, großartig in der Verlängerung. Spielten ein wahnsinniges Eishockeyspiel."

Hitchcock ist erfahren genug, um zu wissen, wie schnell Serien kippen können, erst recht gegen eine Mannschaft wie den Blackhawks, die erst draußen sind, wenn das vierte Spiel endgültig gewonnen wurde. Die Chance dazu war da, jetzt fängt St. Louis wieder bei null an.

Chicago, die Rangers und Los Angeles sind auf jeden Fall gefordert, ihre Qualitäten als meisterschaftsreife Mannschaften unter Beweis zu stellen. Wer das Defizit aufholt, dürfte beste Chancen dazu haben, weit zu kommen.

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