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Drei NHL-Veteranen sorgen für Schlagzeilen

von Bernd Roesch / NHL.com

Sie zählen seit Jahrzehnten zu den Leistungsträgern, unabhängig davon bei welchem Team sie gerade spielen. Sie haben in ihren langen Eishockeykarrieren schon so viel erlebt und konnten viele Erfolge feiern. Manch einer ist mit ihren Namen aufgewachsen, hat sie schon als Kind verehrt und kann sich die NHL ohne sie gar nicht vorstellen.

Immer noch sorgen sie durch außergewöhnliche Vorstellungen für positive Schlagzeilen, auch wenn es um sie in den letzten Jahren etwas ruhiger geworden war und jüngere, aufstrebende NHL-Cracks die Titelzeilen der Sportgazetten bestimmten. Doch in den vergangenen zwei Tagen konnten sich gleich drei NHL-Veteranen erneut ins Rampenlicht schießen.

Shane Doan ist zurzeit der torgefährlichste Stürmer der Liga.

Kein anderer Spieler hat in den letzten vier Spielen mehr Tore geschossen als der 39-jährige Flügelstürmer der Arizona Coyotes. Siebenmal konnte er die schwarze Hartgummischeibe im gegnerischen Netz versenken. Seit dem 22. Dezember gelangen Doan sogar neun Tore in sieben Partien. In der Nacht von Montag auf Dienstag zeichnete sich Doan beim 3-2 Auswärtserfolg als zweifacher Torschütze aus. Auch für das Siegtor, kurz nachdem das dritte Drittel begonnen hatte, war er verantwortlich gewesen.

Tobias Rieder hatte im Powerplay nur den Innenpfosten getroffen, die Scheibe lag auf der Torlinie und Doan musste sie nur noch reintippen. Der Kapitän der Coyotes, der seit Anbeginn seiner NHL-Karriere im Jahre 1995 für die Jets/Coyotes Franchise spielt, baute mit den gestrigen Treffern seine Franchisebestmarke auf 383 Tore aus.

Den Rekord von Dale Hawerchuk hatte Doan beim 5-7 Schützenfest gegen die Blackhawks, bei dem ihm sogar ein Hattrick gelang, eingestellt. Richtig freuen konnte Doan sich darüber nicht:

"Ich bin ein großer Fan von Hawerchuk, mir wäre es aber lieber gewesen es wäre ein wichtiges Tor gewesen, ein Ausgleichstreffer und nicht nur ein Tor mit dem ich den Rückstand auf zwei Tore verkürze."

Zwei Tage später, am Silvesterabend, sollte Doans Wunsch erhört werden. Erneut schlug er doppelt zu und hatte damit maßgeblichen Anteil am Sieg seiner Coyotes gegen ein Team aus jener Stadt, in der seine NHL-Karriere begonnen hatte. Doans Teamkollege, Verteidiger Oliver Ekmann-Larsson, war entzückt über die Vorstellung seines Kapitäns:

"Er spielte in den letzten Partien sagenhaft. Er wirkt wie ein 19-Jähriger." Seine Leistung von fünf Toren wurde auch von der NHL gewürdigt, die ihn Montagmittag zum zweitbesten Spieler der vergangenen Woche, hinter Kings Torwart Jonathan Quick, ernannt hatte.

Mit 15 Toren in 30 Partien ist Doan der Toptorschütze seiner Coyotes und drauf und dran sogar seinen persönlichen Bestwert von 31 Treffern in 82 Partien aus der Saison 2008/09 zu knacken.

Bei den Colorado Avalanche läuft es nach einem schlechten Saisonstart relativ gut. Zehn Siege konnten sie in ihren letzten 16 Partien einfahren, ein ganz besonderer war jener von gestern Nacht, als sich die Los Angeles Kings im Pepsi Center die Ehre gaben und die Avalanche die Erfolgsserie ihrer Gäste von fünf Siegen mit einem 4-1 Triumph beenden konnten. Jarome Iginla machte mit seinem 600. NHL-Tor die Freude darüber perfekt.

Er ist der 19. Spieler in der Geschichte der NHL, der die 600-Tore-Marke erreichen konnte. "Es ist ein tolles Gefühl", sagte der 38-Jährige und beschrieb auch gleich sein Erfolgsrezept:

"Man muss versuchen nicht darüber nachzudenken wie nahe man dran ist. Man muss immer konzentriert bleiben und manchmal hat man dann auch das Glück."

Iginla, der von 1996 an 17 Jahre lang für die Calgary Flames stürmte, hat nach Zwischenstationen in Pittsburgh und Boston seine neue Heimat in Denver gefunden und seine elf Tore in 40 Partien, womit er drittbester Torschütze der Avalanche ist, untermauern, dass er sich hier sichtlich wohl fühlt.

Apropos Wohlfühlen: Für Jaromir Jagr wirkt die Sonne und das warme Wetter in Sunrise, Florida wie ein Jungbrunnen. 43 Lenze hat der tschechische Ausnahmeathlet schon auf dem Buckel und ist einfach nicht zu bremsen.

Beim 2-1 Heimerfolg über die Minnesota Wild konnten die Panthers ihren Franchiserekord auf neun Siege in Folge und ihre Tabellenführung in der Atlantic Division auf drei Punkte Vorsprung ausbauen. Zu verdanken haben sie das auch Jagr, und zwar nicht nur wegen seiner unglaublichen Erfahrung, sondern weil er es schafft seinem Körper ein Schnippchen zu schlagen und immer wieder zu Höchstleistungen aufläuft. Gegen die Wild schoss er beide Treffer und sorgte damit für den Sieg. Als die Canadiens vor sechs Tagen zu Besuch im BB&T Center waren, markierte Jagr das Siegtor.

Was ihn besonders auszeichnet ist der ungeheure Ehrgeiz, der in ihm schlummert, wenn es in einer Partie mal nicht so gut für ihn gelaufen war:

"Gegen die Rangers [am vergangenen Samstag] habe ich schlecht gespielt und ich wollte sicher gehen, dass es heute wieder besser wird."

Gesagt, getan! Jagr ist mit nun 13 Treffern in 36 Partien Floridas Torjäger Nummer 1 und mit 28 Punkten auch ihr bester Scorer.

Ihm fehlen nun nur noch sieben Tore, um Brett Hull mit 741 Treffern auf Platz 3 in der ewigen Torjägerliste der NHL, einzuholen.

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