Skip to main content

Leon Draisaitl könnte länger ausfallen

Der junge Kölner zeigt Symptome einer Gehirnerschütterung, ein schwerer Schlag für die Edmonton Oilers

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Todd McLellan war die Enttäuschung am Samstagabend deutlich anzusehen. Der Trainer der Edmonton Oilers musste mit ansehen, wie sein Team gegen die Ottawa Senators 6:1 unterging. Die Mannschaft, die vergangene Saison mit einem jungen und talentierten Kader überzeugen konnte, legte diese Saison einen deutlichen Fehlstart hin. Zwar wurde die erste Partie gegen die Calgary Flames 3:0 gewonnen, doch nun folgten drei Niederlagen am Stück.

"Wir schöpfen unser Potential nicht annähernd aus, vieles liegt einfach an den Grundlagen", analysierte McLellan. "Einfache Pässe, die Arbeit an der Bande und auch unser Spiel in Unterzahl war schlecht."

Mittlerweile werden die Oilers zu allem Überfluss auch noch von Verletzungssorgen geplagt. Neben Andrej Sekera, der noch kein Spiel bestreiten konnte und Drake Caggiula, der seit der zweiten Partie fehlt, fiel nun auch noch Leon Draisaitl aufgrund einer Verletzung aus. Der Kölner verletzte sich im ersten Drittel der Begegnung gegen die Winnipeg Jets am Montag und pausierte bereits gegen Ottawa.

"Er hat eine Verletzung am Auge, es ist komplett zugeschwollen", gab der Cheftrainer vor dem Spiel gegen die Senators bekannt. "Mit dem Auge ist natürlich auch der Kopf betroffen, das führt zu Symptomen wie bei einer Gehirnerschütterung. Damit müssen wir uns jetzt auseinandersetzen."

Mit einer Gehirnerschütterung oder einer ähnlichen Kopfverletzung könnte der Kölner längere Zeit fehlen. Der Ausfall von Draisaitl wiegt gerade bei der aktuellen Schwächephase der Oilers besonders schwer. Seit 2015 gehört der 21-Jährige zu den wichtigsten Stützen der Oilers-Offensive. Er erzielte bisher 51 Tore und 140 Punkte in 194 Spielen für das Team aus Alberta und war vergangene Saison der zweitbeste Scorer der Mannschaft. Lediglich Connor McDavid, der die meisten Punkte der Liga erzielte, konnte sich vor Draisaitl setzen, der es auf 29 Tore und 77 Punkte brachte. Damit zeigte er die punktbeste Saison, die jemals ein deutscher Spieler in der NHL verbrachte.

Video: WPG@EDM: Draisaitl lässt Hellebuyck keine Chance

Auch in den ersten drei Spielen dieser Saison konnte er bereits ein Tor und zwei Vorlagen verbuchen, was ein weiteres Mal zeigt, wie wichtig er für die Oilers ist. Nun ist allerdings unsicher, wie lange sie auf einen ihrer größten Stars verzichten müssen.

"Wir stoßen bereits früh in der Saison auf Probleme. Das überrascht mich nicht. Ich weiß wie viele Teams und junge Spieler auf eine Saison wie die vergangene und das Geschehen im Sommer reagieren", zeigte sich McLellan trotz allem gefasst. "Das ist einer dieser Momente, in denen wir zusammenhalten müssen."

Wie der Trainer bereits vorgibt, ist die Zusammenhalt im Team eines der wichtigsten Dinge, um die die Lücke zu füllen, die Draisaitl hinterlässt. Doch daraus ergibt sich auch eine Chance für andere, weniger etablierte Mitglieder der Mannschaft. Besonders der 19-jährige Rookie Kailer Yamamoto könnte davon profitieren. Der amerikanische Außenstürmer durfte neben Kapitän Connor McDavid auflaufen und bereitete gegen die Senators das einzige Tor seiner Mannschaft vor. Es war sein erster Punkt in der NHL in seinem dritten Spiel.

"In so einem harten Spiel sucht man nach Lichtblicken und Kailer war definitiv einer", lobte auch der Trainer seinen Schützling. "Er hat sehr schnell gespielt er war einige Male mit dem Puck rund um den Torraum, er hatte einen großen Einfluss auf unsere Offensive und hat uns in der Abwehr nicht geschadet."

Die Truppe aus Alberta hofft auch in den nächsten Spielen auf einen ähnlichen Beitrag ihres Nachwuchstalents. Yamamoto wird bereits am Dienstag die Chance haben, sich weiterhin zu beweisen, wenn die Oilers gegen die Carolina Hurricanes antreten. Die Hurricanes haben bisher ebenfalls einen durchwachsenen Start in die neue Saison erlebt, für Edmonton bietet sich damit eine echte Chance, wieder in Gang zu kommen und auch ersatzgeschwächt wieder zu Punkten zu punkten.

Mehr anzeigen