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Draisaitl zentraler Baustein im Oilers-Mosaik

Einige Spieler aus dem deutschsprachigen Raum stehen zu Saisonbeginn bei ihren Klubs im Fokus

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Die Fans aus Deutschland, der Schweiz und Österreich dürfen sich auf die diese Woche beginnende Saison 2017/18 ganz besonders freuen. Leon Draisaitl ist nach seiner überragenden Vorstellung in der vergangenen Spielzeit mit einem Mega-Vertrag belohnt worden und zählt mit seinen Edmonton Oilers zu den heißen Anwärtern auf den Stanley Cup.

Nico Hischier, Nummer-eins-Pick beim NHL Draft 2017, deutete in der Vorbereitung sein enormes Potenzial an und könnte bei den New Jersey Devils die Tristesse der jüngsten Vergangenheit vergessen machen. Mit Roman Josi führt zum zweiten Mal nach Mark Streit bei den New York Islanders 2011/12 ein Schweizer ein NHL-Team als Kapitän an. Er und die Predators haben sich vorgenommen, bei der Titelvergabe erneut ein Wörtchen mitzureden. Ein kleineres, aber nicht minder ehrgeiziges Ziel haben sich Tobias Rieder von den Arizona Coyotes und Thomas Vanek von den Vancouver Canucks gesetzt. Sie möchten ihr Scherflein dazu beitragen, dass sich beide Mannschaften zumindest für die Playoffs qualifizieren.

Für die Verantwortlichen der Oilers hatte die Personalie Draisaitl im Sommer höchste Priorität. Nachdem die Vertragsverlängerung mit Superstar Connor McDavid perfekt war, statteten sie auch den 21-jährigen Kölner mit Arbeitspapieren aus, die ihn zum Großverdiener in der NHL machen. Sein neuer Kontrakt läuft über acht Jahre und ist mit insgesamt 68 Millionen US-Dollar dotiert. Das unterstreicht die Bedeutung, die Draisaitl für die Oilers besitzt. Um McDavid und ihn wollen sie eine Mannschaft bauen, die an die alten Glanzzeiten in den 1980er-Jahren anknüpft und möglichst bald den Stanley Cup nach Edmonton holt.

 Video: EDM@VAN: Draisaitl trifft erneut nach McDavids Pass

Möglicherweise schlüpft Draisaitl dafür sogar in eine neue Rolle. Während er in der vorigen Saison als Flügelstürmer meist an der Seite von McDavid auflief, setzte ihn Coach Todd McLellan in den Tests als Center in der zweiten Angriffsreihe ein. Seine Nebenleute waren Milan Lucic und Drake Caggiula. Ein Schachzug, der durchaus Sinn macht. Wenn sich die besten Defensivspieler des Gegners an McDavid abarbeiten, bleibt für Draisaitl mehr Freiraum. So zumindest lauten die Hoffnungen des Oilers-Trainerstabes.

Mit 77 Punkten (29 Tore, 48 Vorlagen) in der Hauptrunde 2016/17 stellte er einen neuen deutschen Scorer-Rekord auf. Ihn zu toppen, dürfte nicht einfach werden. Dennoch wird Draisaitl, sollte er von Verletzungen verschont bleiben, in der neuen Saison weiter Schlagzeilen machen.

Das Gleiche gilt für den diesjährigen Top-Draftpick Hischier. In der Preseason beseitigte er die im Vorfeld geäußerten Zweifel, ob er bereits über das Niveau verfügt, sich in der NHL durchzusetzen und bei den Devils eine wichtige Rolle zu spielen. Beim 4:1 im letzten Testmatch gegen die Washington Capitals schoss er ein Tor und lieferte zwei Assists. Damit erzielte der 18-jährige Walliser in allen vier Vorbereitungsspielen, in denen er mitwirkte, einen Treffer und meldete Ansprüche auf seine Traumposition als Center der ersten Reihe an. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass er die zentrale Position in der zweiten Formation einnimmt, mit Marcus Johansson und Drew Stafford an seiner Seite.

Video: NJD@OTT: Hischier mit drittem Treffer der Vorbereitu

Hischiers Landsmann Josi wurde von den Predators derweil auf eine ganz andere Weise geadelt. Sie ernannten ihn zum neuen Kapitän. Er tritt die Nachfolge von Mike Fisher in diesem Amt an, der seine Karriere am 3. August nach 17 Jahren beendet hatte. Der Schweizer ist der insgesamt siebte Mannschaftsführer der Predators in deren NHL-Geschichte.

Josi steht seit sechs Jahren in Diensten der Franchise aus der Musikstadt. In den vergangenen drei Spielzeiten befand er sich jeweils unter den Top 15 für die Norris Trophy, die dem besten Verteidiger der Liga verliehen wird. "Ich freue mich sehr. Das Amt ist eine große Ehre für mich", lauteten Josis erste Worte nach der Ernennung. "Ich hatte in Shea Weber und Mike Fisher zwei Vorbilder in meiner Zeit hier, von denen ich viel lernen konnte. Außerdem haben wir eine tolle Truppe mit etlichen Führungskräften beisammen. Das wird eine feine Sache", fügte der 27-Jährige hinzu. Selbst in seinen kühnsten Träumen habe er sich nicht vorstellen können, eines Tages Kapitän einer NHL-Mannschaft zu werden.

Ein deutlich besseres Abschneiden als zuletzt erhoffen sich die Coyotes mit ihrem deutschen Stürmer Tobias Rieder. Mit dem neuen Trainer Rick Tocchet möchten sie zumindest ernsthaft um die Qualifikation für die Endrunde mitspielen. Rieder hat seine Verletzung von der Weltmeisterschaft auskuriert und kam in der Preseason zum Einsatz. Ihm trauen die Experten zu, dass er in der kommenden Spielzeit einen deutlichen Sprung nach vorne macht. Seine Bestleistung hinsichtlich der Scorer-Punkte steht bei 37 und resultiert aus der Saison 2015/16. Für den Landshuter geht es zudem um einen neuen Vertrag in Arizona.

Nach neun Spielzeiten im Trikot der Buffalo Sabres begab sich Thomas Vanek ab 2013 auf Wanderschaft durch die NHL. Die Vancouver Canucks sind die mittlerweile sechste Station auf dieser Tour. Mit seiner Routine und Scoring-Qualität soll der im Sommer als Free Agent verpflichtete Vanek der zweiten Reihe mit dem Schweizer Sven Baertschi und dem jungen Center Bo Horvat die nötige Durchschlagskraft verleihen. Die Zielsetzung beim Klub aus dem Westen Kanadas ist klar: Nach zwei Jahren Abstinenz sollen die Anhänger endlich wieder Playoff-Hockey im April zu sehen bekommen.

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