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Draisaitl punktet zuverlässig für die Oilers

Wenn in Edmonton auf einen Verlass ist, dann auf den deutschen Star, der selten ohne Scorerpunkt vom Eis geht. Nun führt er die Liga an

von Christian Treptow @nhlde / NHL.com/de Freier Autor

Draisaitl nutzt Doughty zum Tor

LAK@EDM: Draisaitl trifft im PP von Doughtys Schuh

Leon Draisaitl versucht den Puck zu Alex Chiasson zu passen, doch der Puck springt von Drew Doughtys Schlittschuh ins Netz ab

  • 00:38 •

Bei den Edmonton Oilers lief in den vergangenen Wochen nicht viel zusammen. Es war sogar so wenig, dass das Team aus der kanadischen Provinz Alberta zeitweilig aus den Playoffrängen gefallen war. Jetzt scheint sich das Team wieder gefangen zu haben. Der 4:1-Erfolg bei den Boston Bruins, immerhin Spitzenreiter der Atlantic Division, hat die Oilers wieder auf den ersten Wildcard-Platz in der Western Conference gebracht. Es war für die Oilers erst der vierte Sieg in den letzten 13 Spielen (4-7-2) und der zwölfte Auswärtssieg der Saison.

Einen großen Anteil am Erfolg hatte natürlich wieder Leon Draisaitl. Der gebürtige Kölner bereitete einen Treffer vor und netzte einmal selbst ein. Damit unterstrich der ehemalige Spieler der Jungadler Mannheim einmal mehr seine Qualitäten, als einer der besten Scorer in der Liga. 65 Punkte (24 Tore, 41 Assists) hat er nach 44 Spielen angehäuft. Exakt die gleiche Anzahl an Scorerpunkten weist Teamkollege Connor McDavid aus. Gemeinsam führt das dynamische Duo der Oilers die Scorerwertung der NHL an. Allerdings nur knapp: Nathan MacKinnon (Colorado Avalanche) liegt nur einen Zähler dahinter. In der Liste der besten Torschützen teilt sich Draisaitl Platz fünf mit Alex Ovechkin (Washington Capitals) und Patrick Kane (Chicago Blackhawks). Sieben Treffer fehlen ihm zu Spitzenreiter David Pastrnak (Boston Bruins).

Video: NYR@EDM: Draisaitl verwertet Puck im Powerplay

Draisaitl bewies gegen eines der Topteams der Eastern Conference schon im ersten Drittel, dass er ein gutes Auge für die Mitspieler hat. Seine mustergültige Vorlage vermochte McDavid da allerdings noch nicht im Tor der Gastgeber unterzubringen. Darnell Nurse machte das im zweiten Drittel besser. Der Kanadier, 2013 in der ersten Runde von den Oilers an siebter Stelle beim NHL Draft gezogen, verwertete ein Zuspiel des Deutschen zum 2:1. 6,3 Sekunden vor der zweiten Pausensirene sah Jaroslav Halak im Kasten der Bruins nicht gut aus. Den Oilers wird es am Ende allerdings egal gewesen sein.

44 Partien haben die Oilers in dieser Saison absolviert. Erst achtmal blieb Draisaitl dabei ohne Scorerpunkt. Von den Spielern, die 60 Scorerpunkte oder mehr gesammelt haben, hat nur MacKinnon seltener das Eis ohne persönliches Erfolgserlebnis verlassen. Er blieb siebenmal ohne Punkt. Das verschafft dem 24-jährigen Deutschen schon den Status des Mr. Zuverlässig im orange-blauen Trikot. Dass Draisaitls 24. Saisontreffer einer ins leere Tor war, wird in der aktuellen Situation bei Oilers ebenfalls niemanden groß gekümmert haben. Dabei ließ die Nummer 29 der Kanadier Torey Krug mit einem blitzsauberen Trick aussteigen.

 

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Nach der Partie gab's für die engagierte Leistung auch Lob vom Trainer. Dave Tippett hob vor allem die Hartnäckigkeit hervor, mit der Draisaitl zu Werke gegangen ist. Beeindruckend sei auch gewesen, wie er die Mitte kontrolliert habe. "Das wollen wir von ihm sehen." Draisaitl habe einen harten Monat gehabt. "Aber er versucht, die richtigen Dinge zu tun. Er hat ein paar Sachen gemacht, um wieder zu seinem Spiel zu finden. Er versucht, in einer besseren Defensivposition zu sein und versucht auch, die Scheibe besser abzuschirmen." Jetzt sehe man die Ergebnisse.

"Wir haben in den Spielen zuvor viele Dinge richtig gemacht, aber eben nicht über die komplette Spielzeit. Das haben wir vor der Partie gegen Boston angesprochen. Wir wollten gegen ein wirklich gutes Team 60 Minuten lang gutes Eishockey spielen. Das ist schon eine Messlatte für uns gewesen", meinte Oilers-Torhüter Mike Smith. Die Mannschaft habe über 60 Minuten eine gute Leistung gezeigt. "Wir sind auch nicht in Panik geraten, als wir zurücklagen. Wir haben Druck gemacht, um das dritte Tor zu schießen, als wir vorne lagen. So muss es laufen."

Smith, der vor der Saison von den Calgary Flames nach Edmonton gekommen war, feierte mit dem Sieg in Boston endlich mal wieder einen Erfolg. In seinen vergangenen fünf Spielen gingen die Oilers immer als Verlierer vom Eis. "Stimmt, es ist schon ein Weilchen her, dass ich bei einem Sieg im Tor stand. Natürlich will man immer seinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beisteuern. Es war eine sehr gute Teamleistung. Jeder hat eine große Rolle gespielt. Und das brauchen wir, wenn wir auch weiter Siege einfahren wollen", betonte Smith. Für ihn war es der erste Sieg seit dem 23. November. Seitdem lautete seine Bilanz 0-3-2.

Video: MTL@EDM: Draisaitl bringt die Oilers rasch in Führung

Eine weitere negative Serie ging bei den Oilers zu Ende. Der Schweizer Gaëtan Haas beendete mit seinem Treffer zum 1:1 seine persönliche Durststrecke von neun Partien ohne Tor. Dabei profitierte er von einem fatalen Fehlpass von Bruins-Stürmer Jake DeBrusk. Der Abschluss des Eidgenossen war dann aber eiskalt. "Das war ein schönes Geschenk. Es war gut für mich und auch gut für das Team. Es fühlt sich gut an, wenn man trifft", meinte der 27-Jährige.

Für die Oilers kommt es jetzt darauf an, dass sie die Leistung auch in den kommenden Partien bestätigen. Mit drei von vier möglichen Punkten aus den ersten beiden Partien auf der aktuellen Auswärtstour hat der Januar gut begonnen für Draisaitl und die Oilers. "Der Dezember war nicht gut für uns", sagte Tippett. Doch der Road Trip lasse sich gut an. Bereits am Montag wartet bei den Toronto Maple Leafs die nächste schwierige Prüfung für die Mannschaft. Und auch die Montreal Canadiens sowie zum Abschluss die Calgary Flames werden dem kanadischen Rivalen alles abverlangen.

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