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Eine gewaltiger Fortschritt ist zu vermuten

Avalanche, Canucks, Devils, Rangers und Stars haben sich bisher am besten verstärkt

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Am Montag, den 1. Juli begann die Free-Agency-Periode in der NHL und somit auch das Feilschen um die besten verfügbaren Spieler. Damit einhergehend kam es seit dem NHL-Draft 2019 am 21. und 22. Juni zu diversen Trades, durch die sich die Teams kurz- oder langfristige Verstärkung ihres Kaders versprechen. Welche fünf Mannschaften haben ihr Team am stärksten aufgewertet, gegenüber jenem, das ihnen in der vergangenen Saison zur Verfügung stand?

5. Dallas Stars

Nach einer zweijährigen Playoff-Pause zogen die Dallas Stars 2018/19 wieder in die Stanley Cup Playoffs ein und erreichten sogar die zweite Runde, in der sie sich jedoch dem Stanley Cup Champion St. Louis Blues in sieben Spielen geschlagen geben mussten. Jene Truppe, mit der die Texaner die kommende Spielzeit angehen werden, ist noch stärker einzuschätzen. Center Joe Pavelski fand als UFA ebenso den Weg nach Texas, wie Rechtsaußen Corey Perry und Verteidiger Andrej Sekera. Die drei Ü30-NHL-Recken werden mit ihrer Erfahrung als Mentor die jungen, talentierten Spieler in der Organisation, behilflich sein. Pavelski war mit 38 Toren und 64 Scorerpunkten in 2018/19 San Joses erfolgreichster Torschütze und fünftbester Scorer. Perry hatte bei den Anaheim Ducks mit viel Verletzungspech zu kämpfen und kam nur auf zehn Punkte (6 Tore, 4 Assists) in 31 Partien. Das Eishockeyspielen hat der Maurice Richard Trophy-, Hart Memorial Trophy- und Stanley Cup-Gewinner sicherlich nicht verlernt. Sollte die Gesundheit mitspielen, könnte er sich als Glücksgriff für die Stars erweisen.

Video: COL@SJS, Sp7: Pavelski fälscht bei Comeback ab

4. Vancouver Canucks

In den sechs Spielzeiten seit 2013/14 qualifizierten sich die Vancouver Canucks nur einmal, in der Saison 2014/15, für die Stanley Cup Playoffs der Western Conference. Seither arbeiten sie an einem Neuaufbau des Teams. Erste Fortschritte gelangen ihnen bereits in den vergangenen zwei Jahren, als sie ihre Punkteausbeute von 69 auf 73 und schließlich auf 81 erhöhten. Vom vorletzten Tabellenrang im Westen kommend, schlossen sie die Saison 2018/19 als Zwölfter ab, neun Zähler hinter dem zweiten Wildcard-Platz. Aufgrund ihrer jüngsten Aktivitäten darf man davon ausgehen, dass es die Westkanadier kommende Spielzeit wissen wollen. Die Zeit der kleinen Schritte ist vorbei, jetzt soll gesprungen werden.

Die Canucks verstärkten ihre Defensivabteilung durch die Verpflichtung der Verteidiger Tyler Myers, Jordie Benn und Oscar Fantenberg. Der 29-jährige Myers hatte letzte Saison mit +11 bei den Winnipeg Jets den zweitbesten +/-Wert. Für den in Victoria, BC geborenen Benn geht mit dem Engagement bei den Canucks ein Traum in Erfüllung. Nach sieben Jahren in Texas und vier bei den Montreal Canadiens kehrt er in seine Heimat zurück.

 

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Benn, 31, stellte 2018/19 mit 22 Scorerpunkten (5 Tore, 17 Assists) eine persönliche Bestmarke auf und blieb mit +15 nur knapp hinter seinem +/-Bestwert von +16 aus der Saison 2013/14 bei den Dallas Stars. Der Schwede Fantenberg, 27, gilt zwar als solider Blueliner, es ist jedoch fraglich, ob er sich wirklich als Stammkraft in der Abwehr der Canucks durchsetzen wird.

3. Colorado Avalanche

Die Colorado Avalanche sind den Canucks schon mindestens zwei Jahre voraus, da sie sich bereits 2018 und 2019 für die Playoffs qualifizierten. 2019 überraschten sie in der Runde der besten Acht des Westens zuerst die favorisierten Calgary Flames und warfen sie aus dem Rennen. Im anschließenden Conference-Halbfinale lieferten die Avalanche den San Jose Sharks erbittert Widerstand, ehe sie nach sieben Spielen den Kürzeren zogen.

Einen Spieler aus dem Siegerteam der Sharks nahmen die Avalanche unter Vertrag - Joonas Donskoi. Der 27-jährige Rechtsaußen erzielte am 8. Mai den Game-Winner der Sharks zum 3:2-Erfolg über die Avalanche. Donskoi brachte es 2018/19 auf 14 Tore und 23 Assists in 80 Partien.

Video: COL@SJS, Sp7: Donskoi aus dem Handgelenk vom Kreis

Ebenfalls auf dem Flügel zuhause ist Linksaußen Andre Burakovsky, den die Avalanche in einem Trade von den Washington Capitals loseisten. Dem 24-jährigen Außenstürmer gelangen zwölf Tore und 13 Assists in 76 Saison-Partien 2018/19.

Physisches Spiel und Scoring-Touch für die Tiefe im Kader bringen Colorados neue Center Nazem Kadri und Pierre-Edouard Bellemare mit. Im Tausch für Kadri, Verteidiger Calle Rosen und einem Drittrunden-Pick gaben die Avalanche Stürmer Alexander Kerfoot, Verteidiger Tyson Barrie und einen Sechstrunden-Pick ab.

 

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Bellemare, 34, unterschrieb als Unrestricted Free Agent einen 2-Jahres-Kontrakt in Colorado nachdem sein Vertrag bei den Vegas Golden Knights ausgelaufen war. Der defensivstarke Stürmer erzielte 2018/19 sechs Tore und neun Assists in 76 Spielen. Kadri brachte es auf 16 Tore und 28 Assists in 73 Partien.

Den Avalanche gelang es durch die geschickten Trades in der Off-Season sogar ihren Salary Cap zu reduzieren, was ihnen vor allem bei den Verhandlungen mit den Restricted Free Agents Mikko Rantanen, J.T. Compher und Burakovsky zu Gute kommen dürfte.

2. New Jersey Devils

Nachdem sich die New Jersey Devils 2017/18 überraschend für die Playoffs qualifizieren konnten, saß bei ihnen die Enttäuschung über das Abschneiden im letzten Jahr tief. In der Eastern Conference belegten sie den vorletzten Platz und ligaweit war nur noch ein weiteres Team schlechter als die Devils.

In Newark sah man sich zum Handeln gezwungen, auch um ihren stärksten Mann Taylor Hall (33 Spiele, 11 Tore, 26 Assists) bei Laune zu halten. Das Glück war den Devils ebenfalls hold, so dass sie sich beim NHL-Draft 2019 als erstes ziehungsberechtigtes Team die Rechte an Center Jack Hughes sichern konnten.

Video: Devils draften Stürmer Jack Hughes als Nr. 1

Ein während des Drafts mit den Nashville Predators ausgehandelter Spielertausch lässt kommende Spielzeit Verteidiger P.K. Subban für die Devils auflaufen. Auch wenn der 30-jährige Kanadier 2018/19 mit neun Toren und 22 Assists in 63 Spielen etwas hinter den Erwartungen geblieben war, er wird dem anfälligen Defensivverbund (275 Gegentore) guttun. 

Zu alter Stärke zurückfinden möchte auch Rechtsaußen Wayne Simmonds, der in seiner elfjährigen NHL-Karriere viermal die 20-Tore- und weitere zweimal sogar die 30-Tore-Marke durchbrach. Vergangene Saison erzielte der Stürmer in 62 Partien für die Philadelphia Flyers und in 17 für die Predators 30 Punkte (17 Tore, 13 Assists).

1. New York Rangers

Zwei Jahre ohne Playoff-Eishockey im Big Apple sind schon zu lang. Die New York Rangers öffneten ihre Brieftasche und verpflichteten den vielversprechendsten UFA, den es in dieser Sommerpause auf dem Spielermarkt gab. Center Artemi Panarin erhielt von den Rangers einen 81,5 Millionen US-Dollar schweren 7-Jahres-Vertrag. In den letzten zwei Saisons ging Panarin für die Columbus Blue Jackets recht erfolgreich auf Punktejagd. Nach 27 Toren und 55 Assists in 81 Spielen der Saison 2017/18 schraubte der 27-jährige Russe 2018/19 seine Bestmarken auf 28 Tore und 59 Assists in 79 Spielen.

 

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Schon allein die Verpflichtung von Panarin würde ausreichen, damit die Rangers in diesem Ranking Erwähnung finden. Man darf aber nicht vergessen, dass sie in den Tagen zuvor mit Nummer-2-Draftpick Kaapo Kakko, mit dem rechten Verteidiger Jacob Trouba, der im Tausch gegen Neal Pionk und einem Erstrundenpick 2019 von den Jets kam, sowie mit den vielversprechenden Jung-Verteidiger Adam Fox, der einen Einstiegsvertrag erhielt, für Verstärkung gesorgt haben.

Trouba, 25, war mit acht Toren und der beeindruckenden Zahl von 42 Vorlagen in der letzten Saison Winnipegs punktbester Verteidiger.

Ein enttäuschender siebter Platz in der Metropolitan Division wie 2018/19 sollte bei den Rangers der Vergangenheit angehören.

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