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Brodeur wird nur schwer zu verdrängen sein

NHL.com/de hat die Top 10 der besten Torhüter aller Zeiten in der NHL zusammengestellt

von Stefan Herget @nhlde / NHL.com/de Chefautor

In einer weiteren Serie präsentiert NHL.com/de diese Woche die zehn besten NHL-Spieler aller Zeiten auf den einzelnen Positionen. Heute gibt es zum Abschluss die Top 10 der Torhüter.

 

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1. Martin Brodeur (New Jersey, St. Louis)

"Marty's better! (Marty ist besser)", schallte es häufig durch die Arena der New Jersey Devils, wenn die Fans ihren Martin Brodeur wieder einmal für einen wichtigen Save feierten. Dieser Slogan kann unverblümt auf die Liste der besten Torhüter aller Zeiten übertragen werden. Kein anderer Torhüter hat mehr Siege (691) eingefahren, Saves (28.928) verbucht, Shutouts (125) geholt oder Spiele (1.266) absolviert. Er war der jüngste Torhüter, der 300, 400 und 500 Siege erreichte. "Einige seiner Rekorde sind wie bei Gretzky", sagte sein früherer Teamkollege John MacLean. "Sie werden nur schwer zu brechen sein." Brodeur gewann die Vezina Trophy für den besten Torhüter vier Mal und die Jennings Trophy für den/die Torhüter mit den wenigsten Gegentoren fünf Mal. Ungewöhnlich für einen Torhüter gewann er auch die Calder Trophy in seiner ersten Saison 1993-94, als er die Devils fast ins Stanley Cup Finale führte. Das holte er ein Jahr später nach und gewann den Titel, wie fünf Jahre später ein weiteres Mal. Seine 113 Playoff-Siege und 205 Playoff-Spiele bedeuten den zweiten Platz hinter Patrick Roy. Mit 24 Shutouts in den Playoffs liegt er einen vor dem Idol seiner Jugend. Nicht zu vergessen seine drei erzielten Tore, zwei in der regulären Saison und eines in den Playoffs, die ebenfalls NHL-Rekord sind und er aufgrund seiner herausragenden Stocktechnik markieren konnte. 

2. Patrick Roy (Montreal, Colorado)

Es ist nicht überliefert, ob Roy sich geärgert hat, als Brodeur ihn überholte, doch der gegenüber dem eher ruhigen Brodeur wesentlich extrovertiertere Roy war seine gesamte Laufbahn über sehr ehrgeizig, was ihn wiederum zu Höchstleistungen antrieb. Roy gewann vier Stanley Cup Titel und wurde drei Mal zum Conn Smythe Trophy Gewinner als der wertvollste Spieler der Playoffs bestimmt. Er hat damit ein besonderes Alleinstellungsmerkmal. Roy gewann mehr als 200 Spiele mit zwei Teams, die beide seine berühmte Nummer 33 zur Ruhe setzten. "Saint Patrick", wie er von den Canadiens-Fans liebevoll genannt wurde, seitdem er sie 1986 mit nur 20 Jahren und einem Gegentorschnitt von 1,92 in 20 Playoff-Spielen zum Stanley Cup führte. 1993 mit Montreal sowie 1996 und 2001 mit den Colorado Avalanche ließ er weitere Triumphe folgen. Am Ende seiner Karriere im Jahr 2003 standen 551 Siege in 1.029 Spielen zu Buche. Auch danach war sein Selbstbewusstsein immer noch präsent, als er die Frage eines Reporters, welchen Schützen er in seiner 18-jährigen Karriere am meisten fürchtete, beantwortete: "Um ehrlich zu sein, es gibt keinen."

Video: Das Beste von Patrick Roy

3. Dominik Hasek (Chicago, Buffalo, Detroit, Ottawa)

Ein ganz neues Element des Torhüterspiels brachte Dominik Hasek in die NHL. Er schmiss schon mal seinen Schläger weg, um den Puck mit beiden Händen zu fangen oder abzuwehren, er hechtete wie ein Fußballtorhüter und legte sich, wenn nötig, flach wie eine Flunder auf den Rücken. Der Tscheche etablierte sich so zu einem der besten Torhüter der NHL, gewann in acht Spielzeiten sechs Mal die Vezina Trophy und wurde als bisher einziger Torhüter zwei Mal mit der Hart Trophy (1997, 1998) als der wertvollste Spieler der Saison ausgezeichnet. Sein Gegentorschnitt von nur 2,20 über seine gesamte Laufbahn ist ein absoluter Topwert. In 735 Spielen erreichte Hasek 389 Siege. Nicht zu Unrecht erhielt er den Spitznamen der 'Dominator', weil er nicht selten seine Mannschaft fast im Alleingang zum Sieg verhalf. 

4. Terry Sawchuk (Detroit, Boston, Toronto, Los Angeles, NY Rangers)

Als im Jahr 1970 die Karriere von Terry Sawchuk nach einem handfesten Streit mit einem Teamkollegen durch seinen tragischen Tod endete, hatte er neue Maßstäbe gesetzt, die erst Roy und Brodeur später brachen. Keiner hatte bis dahin in der NHL-Geschichte mehr Shutouts (103) geholt, Spiele (971) absolviert und gewonnen (447). Und das zu einer Zeit, als die Torhütermaske erst im Kommen war. Dementsprechend war Sawchuks Gesicht auch gezeichnet von seiner 20-jährigen NHL-Karriere. Bis er 1963 zur Maske griff, hatte er bereits zahlreiche Brüche und Gehirnerschütterungen sowie genähte Platzwunden hinter sich. Während seine anderen Rekorde gebrochen wurden, blieb ihm einer bis heute erhalten und wohl noch für länger. In seinen ersten fünf vollen NHL-Spielzeiten landete er mit seinem Gegentorschnitt jeweils unter 2,00. Sawchuk holte in diesen Jahren jeweils die meisten Saisonsiege und verbuchte alleine in dieser Spanne 56 Shutouts. Zwischen 1952 und 1955 gewann er mit Detroit drei Mal in vier Jahren den Stanley Cup. Erst mit zehn Jahren war er von der Verteidigerposition ins Tor gewechselt, als sein älterer Bruder Mike, der als Torhüter aktiv war, mit 17 Jahren an einem Herzfehler starb und Terry seine Schoner erbte. "Viele Leute denken, dass er der großartigste Torhüter war, der jemals dieses Spiel gespielt hat und ich würde mich dazu zählen", meinte der ehemalige Torhüter Glenn Hall.

5. Jacques Plante (Montreal, NY Rangers, St. Louis, Toronto, Boston)

Er war nicht der erste Torhüter, der eine Maske trug, aber der erste, der nicht mehr auf sie verzichtete, nachdem ihn am 1. November 1959 im Madison Square Garden ein Schuss heftig im Gesicht traf, er sich in der Kabine nähen ließ und später ins Tor zurückkehrte, da die Mannschaften damals ohne Backup reisten. Plante wollte ab dem Zeitpunkt auf seine bereits im Training lange Zeit getragene Maske auch in den Spielen nicht mehr verzichten. Die Canadiens gewannen mit Plante von 1956 bis 1960 fünf Mal in Serie und ein erstes Mal 1953 den Stanley Cup und er selbst sieben Mal die Vezina Trophy. Das letzte Mal mit 40 Jahren bei den St. Louis Blues, zusammen mit Glenn Hall. In 18 Saisons verbuchte Plante in 837 Spielen 437 Siegen. Erst im Alter von 46 Jahren hing er, immer noch auf einem hohen Niveau spielend, seine Schlittschuhe endgültig an den Nagel.

Video: Das Beste von Jacques Plante

6. Kenneth Dryden (Montreal)

Sechs Mal gewann Ken Dryden mit den Canadiens in den 1970er-Jahren den Stanley Cup und schaffte das besondere Kunststück als amtierender Conn Smythe Trophy Gewinner im folgenden Jahr die Calder Trophy als bester Rookie zu gewinnen. Dryden selbst gab zu, dass er in seiner Laufbahn von einer sehr guten Abwehr profitiert hätte, doch das soll seine Leistung nicht im Geringsten schmälern. Der 23-jährige Dryden wurde vom Trainer nach nur sechs NHL-Spielen gegen die starken Boston Bruins mit Bobby Orr und Phil Esposito in der ersten Playoff-Runde 1971 ins kalte Wasser geworfen und brachte den Gegner zum Verzweifeln. Seine beeindruckende Karriere hatte kometenhaft begonnen und endete bereits im Alter von 31 Jahren als er 1979 nach dem vierten Stanley Cup Titel in Folge seinen Rücktritt erklärte. In 397 Spielen verbuchte Dryden satte 258 Siege und hat damit die beste Siegquote aller NHL-Torhüter mit einer entsprechenden Anzahl an Partien aufzuweisen. Sein Gegentorschnitt von 2,24 ist ebenfalls ein Topwert.

7. Glenn Hall (Detroit, Chicago, St. Louis)

Einen Rekord, der wohl nie mehr gebrochen werden dürfte, hält Glenn Hall. Er absolvierte zu Beginn seiner Karriere von der Saison 1955/56 mit Detroit bis zur Saison 1962/63 mit Chicago sage und schreibe 502 Spiele der regulären Saison und zusätzlich 50 Playoff-Spiele am Stück. Das Ganze erreichte er, obwohl er erst in den späten Jahren seiner Karriere auf eine Torhütermaske zurückgriff. "Du musstest schon sehr viel Glück haben, wenn du so einen Lauf hinlegen konntest und das hatte ich", räumte Hall selbst einmal ein. "Natürlich musst du auch etwas verrückt sein zu spielen, so wie ich gespielt habe und ich plädiere in diesem Fall ebenfalls für schuldig." Hall half den Chicago Blackhawks im Jahr 1961 nach langer Durststrecke den Stanley Cup zu holen. Er gewann die Vezina Trophy in den Jahren 1963, 1967 und 1969. In den Playoffs 1968 schaffte er das seltene Kunststück die Conn Smythe Trophy zu erhalten, obwohl seine Blues im Finale glatt in vier Spielen unterlagen.

 

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8. Grant Fuhr (Edmonton, Toronto, Buffalo, Los Angeles, St. Louis, Calgary)

Als erster farbiger Spieler wurde Grant Fuhr im Jahr 2004 in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. Und das völlig zurecht, auch wenn sein Gegentorschnitt über seine gesamte Karriere bei schwachen 3,38 liegt. In 868 Spielen erreichte er 403 Siege und führte die Edmonton Oilers in den 80er-Jahren zu fünf Stanley Cup Titeln. Besonders seine ruhige und gelassene Art zeichnete seinen Spielstil aus. "Ich war immer schon ein relaxter Junge", beschrieb Fuhr sich einmal. "Ich bin so aufgewachsen und habe so mein ganzes Leben Sport getrieben. Ich finde es ist für einen Torhüter ein gutes Temperament." Sieben Mal wurde er ins All-Star Game berufen und im Jahr 1988 gewann er die Vezina Trophy als bester Torhüter, sowie 1993/94 die William M. Jennings Trophy gemeinsam mit Hasek. Seine besonderen Rekorde sind 14 erzielte Scorerpunkte in der Saison 1983/84 und 23 in Serie nicht verlorene Spiele in seiner Rookie-Saison 1981/82.

9. George Hainsworth (Montreal Canadiens, Toronto Maple Leafs)

Ganz weit in der Vergangenheit war George Hainsworth aktiv. Er kam 1926 erst im Alter von 31 Jahren in die NHL und absolvierte noch elf Spielzeiten, die er mit einem Gegentorschnitt von nur 1,91 und 94 Shutouts in 465 Spielen abschloss. Unerreicht dürften seine 22 Shutouts in einer nur 44 Spiele umfassenden Saison 1928/29 für die Canadiens und einem daraus resultierenden Gegentorschnitt von 0,92 bleiben. Bis heute hat es kein Torhüter auf mehr als 15 Shutouts gebracht, obwohl inzwischen fast doppelt so viele Spiele absolviert werden. Mit Montreal gewann er 1930 und 1931 auch den Stanley Cup und in den Jahren 1927 bis 1929 die Vezina Trophy. Er war damit der erste Titelträger der 1927 eingeführten Trophäe. Im Jahr 1961, elf Jahre nach seinem Tod wurde Hainsworth in die Hockey Hall of Fame aufgenommen.

10. Tiny Thompson (Boston Bruins, Detroit Red Wings)

Ähnlich stark darin sein Tor zu verteidigen wie Hainsworth war Tiny Thompson, der zwischen 1928 und 1940 in der NHL aktiv war. Über seine gesamte Karriere hinweg kam Thompson auf 284 Siege in 553 Spielen mit einem Gegentorschnitt von nur 2,07 sowie 81 Shutouts. Mit durchschnittlich 1,15 Gegentoren in 44 Spielen absolvierte er eine überragende Rookie-Saison 1928/29 und führte die Bruins zu ihrem ersten Stanley Cup Gewinn. Thompson gewann die Vezina Trophy in seiner Karriere vier Mal (1930, 1933, 1936 und 1938).

Nicht unerwähnt soll am Ende dieser Auflistung bleiben, dass sich zwei noch aktive Torhüter auf den Weg unter die Top 10 aller Zeiten befinden. Pekka Rinne von den Nashville Predators und Marc-Andre Fleury von den Vegas Golden Knights liegen derzeit mit 54,8 % gewonnener Spiele vor Brodeur mit 54,5 %, wenn auch für diese Statistik nicht unerheblich ist, dass Brodeur noch zwölf Spielzeiten mit einem möglichen Unentschieden verbrachte und 105 davon zu Buche stehen hat, die nach heutiger Regelung mit Verlängerung und Penaltyschießen zumindest zu einem gewissen Anteil Siege geworden wären.

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