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Die Wild auf der Suche nach mehr Offensive

von Adam Kimelman / NHL.com

Nach dem NHL Draft und spektakulären Spielerwechseln während der Free Agency Phase, wirft NHL.com zu Beginn der Sommerpause einen Blick darauf, wo die Teams stehen. Heute: Minnesota Wild


Werden die Minnesota Wild zu einer Tormaschine? Könnte sein, zumindest wenn es nach ihrem neuen Trainer geht.

Die Wild haben Bruce Boudreau am 7. Mai verpflichtet, nur wenige Tage nachdem er bei den Anaheim Ducks entlassen wurde. Boudreau ist ein Verfechter eines schnellen, aggressiven, offensiven Spielstils. Seine Teams waren regelmäßig unter den offensivstärksten der gesamten Liga, befanden sich in den sieben Jahren in denen der Coach ein Team eine komplette Saison hindurch betreute fünf von sieben Male in den Top 11 der torreichsten Mannschaften der NHL.

Aber Boudreau kann durchaus auch anders, wie man im Vorjahr bei den Ducks sehen konnte. Da erwischte das Team einen recht schwachen Saisonstart, hatte Probleme in der Offensive, so dass er dem Team einen mehr defensiv orientierten Stil verordnete, was mit dem Gewinn des Division-Titels endete.

General Manager Chuck Fletcher betonte, dass er auch daran glaube, dass Boudreaus Ansprache an die Spieler diese verbessern helfen werde.

"Bruce hat die Fähigkeit die Spieler zu überzeugen, sie zu packen, er kann sie dazu bringen regelmäßig zu liefern", sagte er. "Wenn wir das hinkriegen, dann sind wir ein gutes Hockeyteam. Und wir haben sogar das Potential ein sehr Gutes zu werden."

Ein frisch motiviert auftretender Eric Staal, der seinen Vertrag am 1. Juli für ein Salär von 10.5 Mio.$ um drei Jahre verlängerte, und ein wieder gesunder Stürmer Zach Parise sowie ein fitter Verteidiger Jonas Brodin könnten auf diesem Weg eine große Hilfe sein.

Das ist der aktuelle Stand bei den Wild:

WICHTIGSTE NEUZUGÄNGE:

Trainer Bruce Boudreau: Seine Stanley Cup-Playoff-Serie ist ausbaufähig. Nur fünf gewonnene Serien in acht Jahren. Aber sein Erfolg in der Regular Season ist unstrittig. In sieben Spielzeiten mit den Washington Capitals und den Ducks errang Boudreau sieben Divisionstitel.

Eric Staal, C: Staals Statistiken aus der letzten Spielzeit mit den Carolina Hurricanes und den New York Rangers waren die schwächsten seit seiner Rookie-Spielzeit 2003-04. Es reichte nur zu 13 Toren und 26 Assists in 83 Spielen. Aber Staal bleibt ein starker Aufbauspieler. Seine 239 Torschüsse bedeuteten den 26. Rang ligaweit.

Chris Stewart, RW: Der Stürmer unterschrieb am 1. Juli einen Zweijahresvertrag der mit 2,3 Mio. US$ dotiert ist. Er verzeichnete 20 Punkte in 56 Spielen mit den Ducks im Vorjahr. Fünf Mal stehen für ihn aber auch schon mindestens 15 Tore pro Saison zu Buche. 2014-15 erzielte er in 20 Spielen mit den Wild 11 Punkte.

Alex Stalock, G: Der Torhüterveteran unterzeichnete am 1. Juli einen Zweiwegevertrag. Vermutlich wird er zum Saisonstart erst einmal beim AHL Team in Iowa auflaufen

Victor Bartley, D: Der 28-jährige Verteidiger unterzeichnete am 1. Juli ebenfalls einen einjährigen Zweiwegevertrag. Mit den Nashville Predators und den Montreal Canadiens bestritt er insgesamt 10 NHL-Spiele. Er wird dem AHL-Kader weitere Tiefe verleihen.

WICHTIGSTE ABGÄNGE:

John Torchetti, Trainer: Für Torchetti gab es nach dem frühen Playoff-Aus der Wild gegen die Dallas Stars (in sechs Spielen in der ersten Runde der Western Conference Playoffs) keine Zukunft bei den Wild. Er ersetzte seinerzeit am 13. Februar Mike Yeo und führte die Wild mit einer 15-11-1-Serie letztendlich doch noch in die Playoffs der Western Conference. Am 9. Juni unterschrieb er einen Vertrag als Assistenztrainer bei den Detroit Red Wings.

Thomas Vanek, LW: Die Wild kauften ihn aus seinem letzten Vertragsjahr, nachdem Vanek im Vorjahr 41 Punkte (18 Tore und 23 Assists) in insgesamt 74 Spielen zu verzeichnen hatte. Er unterschrieb am 1. Juli bei den Detroit Red Wings.

Ryan Carter, LW: Der Stürmer der vierten Reihe erreichte zuletzt in 60 Spielen 12 Punkte und ist nun ein Unrestricted Free Agent.

David Jones, RW: Der Stürmerveteran verzeichnete zwei Treffer in 16 Spielen mit den Wild. Auch er ist nun ein Unrestricted Free Agent.

Jarret Stoll, C: Der 34-Jährige ist ein Unrestricted Free Agent.

Chris Porter, LW: Auch der Stürmer der vierten Reihe ist nun ein Unrestricted Free Agent.

IM BLICKPUNKT:

Alex Tuch, RW: Der an 18. Stelle im Jahr 2014 Gedraftete unterschrieb im April bei den Wild nach seiner Ausbildungszeit beim Boston College. Der 1,92-Meter große und 102 Kg schwere Stürmer verzeichnete zuletzt in 40 Spielen 18 Tore und 16 Assists. Sein Talent und seine Größe könnten ihn bereits zu einem ernsthaften Kandidaten für den Kader bei Saisoneröffnung machen. Alternativ könnte er aber auch in der AHL eine Rolle in einer der Top-Reihen spielen.

Gustav Olofsson, D: Der 21-Jährige gab sein NHL-Debut in der vergangenen Spielzeit, wo er zweimal zum Einsatz kam. In Iowa stehen für ihn aus 52 Spielen 17 Punkte zu Buche. Viele Kandidaten in der Wild-Defensive lassen eine weitere AHL-Saison für ihn wahrscheinlich, doch dürfte er im anstehenden Trainingscamp einen längeren Blick wert sein.

WAS DIE WILD NOCH BRAUCHEN:

Mehr Offensivkraft. Die Wild waren, trotz mehrfacher Rotationen um die Sache irgendwie zum Laufen zu bringen, am Ende in Sachen Torproduktion lediglich auf Rang 18 in der vergangenen NHL-Spielzeit. Boudreaus System kann da nun helfen. In seinen sieben kompletten NHL-Spielzeiten als Trainer erreichten seine Teams 3,04 Tore pro Spiel, niemals weniger als 2,62. In 15 Spielzeiten gelang es den Wild bisher erst viermal diese 2,62 zu übertreffen. Der Rekord der Franchise liegt dabei bei 2,77 und stammt aus der Saison 2014-15.

Unter einem Coach Boudreau sollten die Stürmer nun mehr Freiheiten bekommen, ihre Kreativität so auch besser ausspielen können. Wichtig wird sein, dass das Team vom Verletzungspech verschont bleibt, dass Schlüsselspieler ihr Niveau konstanter halten können.

Zuletzt hielt eine Rückenverletzung Parise, ihren Top-Stürmer, für die letzte Woche der Regular Season und die gesamten Playoffs außen vor.

Brodin versäumte einen kompletten Monat mit einem gebrochenen Fuß nach dem 4. Februar. Nach seiner Rückkehr erreichte er dann noch vier Zähler in 24 Spielen der restlichen Saison und den Playoffs.

Die Stürmer Jason Pominville und Jason Zucker müssen nun eine Reaktion nach zuletzt enttäuschenden Leistungen zeigen, und Charlie Coyle und Nino Niederreiter müssen beweisen, dass sie konstant 20 Tore pro Saison beisteuern können.

VORAUSSICHTLICHER KADER:

Mikael Granlund - Mikko Koivu - Charlie Coyle

Zach Parise - Eric Staal - Jason Zucker

Nino Niederreiter - Erik Haula - Jason Pominville

Kurtis Gabriel - Tyler Graovac - Chris Stewart

Ryan Suter - Jared Spurgeon

Marco Scandella - Jonas Brodin

Mike Reilly - Matt Dumba

Devan Dubnyk

Darcy Kuemper

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