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Washington hat sich sein Glück hart erarbeitet

Erstmals seit 20 Jahren erreichen die Capitals wieder ein Stanley Cup Finale

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Sie galten so ein wenig als die 'Pechmarie' der NHL in den letzten Jahren. Die Washington Capitals zählten zuletzt regelmäßig mit zu den Favoriten auf einen Gewinn des Stanley Cups, doch wenn es dann so richtig ernst wurde in den Stanley Cup Playoffs, dann war regelmäßig überraschend früh Endstation für das Franchise aus der US-Hauptstadt. 

In diesem Jahr ist das jedoch gänzlich anders. Durch einen klaren 4:0-Erfolg in Spiel 7 des Eastern Conference Finales bei den Tampa Bay Lightning, zogen die Caps erstmals seit genau 20 Jahren wieder in das große Finale um den Cup ein, dürfen sich dort nun mit dem Überraschungsteam der Vegas Golden Knights messen.

Belohnt wird damit zweifelsohne auch die Unverzagtheit mit der Alex Ovechkin & Co. es in den letzten Jahren immer wieder versucht haben, die Beharrlichkeit mit der das Team um diese Chance gekämpft und gearbeitet hat. Der Erfolg der Hauptstädter ist kein Zufall. Das Team hat sein Glück quasi erzwungen.

 

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Der Spielverlauf entsprach dabei am Mittwoch in Spiel 7 in der Amalie Arena ideal den Vorstellungen der Gäste. Braden Holtby glänzte mit 29 Rettungstaten und blieb einmal mehr, wie zuvor schon beim wichtigen 3:0 in Spiel 6, gänzlich ohne Gegentor. Andre Burakovsky traf erstmals in diesen Playoffs für das Team, und das gleich doppelt. Kann es einen idealeren Zeitpunkt dafür geben?

Video: WSH@TBL, Sp7: Burakovsky trifft zum zweiten Mal

Zudem lieferte auch Ovechkin ab, markierte seinen 12. Treffer der KO-Runde. Und Nicklas Backstrom sicherte den Endstand, als die Partie schon weitestgehend gelaufen war, so dass wahrlich kein Zittern um den Finaleinzug mehr aufkommen musste. 

Viel frisches Selbstvertrauen also für das Team, dass seit knapp 160 Minuten ohne einen einzigen Gegentreffer ist. Für die Golden Knights hingegen eine echte Herausforderung ab der kommenden Woche.

Optimismus herrscht aktuell im Lager der Caps vor, die die Niederlage aus ihrem ersten Cup-Finale gegen díe Detroit Red Wings jetzt vergessen machen wollen, erstmals in der Franchise-Geschichte den begehrten Pokal erringen wollen, all ihr Pech der jüngsten Vergangenheit dann endgültig ablegen wollen.

Die Tatsache, dass die letzten neun Tore in ihrer Serie gegen Tampa Bay allesamt zu den eigenen Gunsten gefallen sind, zudem acht von zehn Auswärtsspielen in den laufenden Playoffs gewonnen werden konnten, die dürfte den Jungs von Coach Barry Trotz zusätzlich Mut verleihen. Da störte es auch nicht, dass Tampa in Spiel 7 deutlich mehr Torschüsse abgab (29:23).

 

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Entsprechend zufrieden äußerten sich die Beteiligten unmittelbar nach dem geglückten Finaleinzug. Backstrom, der Torschütze zum finalen 4:0, zeigte sich regelrecht befreit. "Es ist endlich soweit. Es hat so viele Jahre gedauert. Jetzt dürfen wir uns freuen. Wir haben eine gute Stimmung im Team, haben mit viel Selbstvertrauen gespielt. Auch heute in Spiel 7. Die Mischung stimmt einfach bei uns. Wir haben junge Spieler und erfahrene Akteure. So muss das sein, wenn man Erfolg haben will."

Sein Mitspieler T.J. Oshie richtete den Blick hier bereits entschlossen nach vorne in Richtung des nächsten Gegners "Das wird diesmal ein eher ungewöhnliches Finale. Es sind einmal ganz andere Teams mit dabei als zuletzt. Das wird sicherlich spannend und für uns auf der anderen Seite natürlich sehr herausfordernd. Wir haben jedoch das Selbstvertrauen, das es braucht. Selbst der zwischenzeitliche Rückstand in der Serie hat uns überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht. Unser Grundvertrauen hatte das nicht erschüttert. War haben diese Prüfung erfolgreich bestanden. Jetzt folgt die nächste Aufgabe."

Starstürmer Ovechkin wirkte nach all den Rückschlägen in den vergangenen Jahren, als er sich den Traum eines Titelgewinns immer unerwartet früh abschminken musste, ebenfalls extrem erleichtert. "Wir sind natürlich alle sehr zufrieden in diesen Minuten. Wir haben so lange warten müssen bis wir in das große Finale einziehen konnten. Jetzt hat es endlich geklappt. Das ist toll. Doch unser Weg ist damit noch nicht zu Ende. Das ist alles sehr emotional gerade."

Video: WSH@TBL, Sp7: Ovechkin versenkt die Scheibe

Der 28-jährige John Carlson freute sich vor allem über die Tatsache, dass die entscheidende Begegnung am Mittwoch, obwohl in allen Statistiken umkämpft, nur bei den erzielten Toren eben nicht, so glücklich verlaufen war aus Sicht der Capitals. "Es war heute sehr wichtig für uns, dass wir relativ früh klar geführt haben. So ist es zum Schluss dann gar nicht mehr wirklich eng geworden. Wir waren zu Spielbeginn richtig aggressiv, haben immer sofort nachgesetzt. So muss das immer sein und so konnten wir diese Hürde diesmal endlich erfolgreich überspringen, freuen uns jetzt unheimlich auf das was da vor uns liegt."

Doppeltorschütze Burakovsky, der seine ersten beiden Treffer der Playoffs zum idealen Zeitpunkt beisteuern konnte, freute sich über seine Gesundheit, die es ihm ermöglicht habe zur entscheidenden Phase der Saison wieder voll mitmischen zu können. "Jetzt wo ich endlich wieder ganz gesund bin, da zahlt sich die ganze harte Arbeit für uns endlich aus. Es war nicht einfach so weit zu kommen, aber jetzt haben wir es endlich geschafft. Das fühlt sich sehr gut an. Wir verteidigen aktuell als gesamtes Team sehr gut, jeder vertraut dem anderen. Das läuft wirklich alles prima gerade. Jetzt blicken wir nach vorne. Ich freue mich sehr."

Den zufriedenen Minen im Umkleideraum der Hauptstädter schloss sich der Headcoach auf der anschließenden Pressekonferenz vollumfänglich an. "Heute hat man von den ersten Sekunden an gesehen, dass die Jungs es unbedingt wollten. Das Engagement war sofort maximal. So muss das sein. Die erfahrenen Spieler haben die Jungen angespornt und auf dem Eis bestmöglich unterstützt. So wünscht sich das ein Trainer. Unser Torhüter hat uns schon in der ganzen Serie herausragend geholfen, aber es freut mich, dass es gerade in den entscheidenden letzten Spielen gut für ihn lief. Das gibt uns allen sehr viel Selbstvertrauen."

Jetzt gilt es dann auch für die Capitals kurzzeitig einmal durchzupusten. Die Stanley Cup Finalserie gegen das Team aus Las Vegas beginnt nämlich erst am kommenden Montan, den 28. Mai 2018, in der T-Mobile Arena der Golden Knights (8 p.m. ET; NBC, CBC, SN, TVAS).

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