Skip to main content

Noch mehr Leistungsdichte in der Metropolitan

Die Teams legen eine weitere Schippe drauf, um in dieser starken Division bestehen zu können

von Bernd Rösch @NHLde / NHL.com/de Chefautor

Weltgewandtheit, Aufgeschlossenheit, Geschäftigkeit und ein Kulturangebot, das für jeden etwas zu bieten hat, zeichnet eine Großstadt aus. 'Metropolitan' hat die NHL zur Saison 2013/14 jene Division genannt, in der die acht südlich des Highway 80 und nördlich der Staatsstraße 64 beheimateten Klubs ihr Zuhause haben. Der Name Metropolitan ist auch eine Verpflichtung, denn Großstädter sind nicht so leicht zufriedenzustellen.

In den sechs Stanley Cup Finals seit 2014 vertrat viermal ein Team aus der Metropolitan Division die Eastern Conference. Die Pittsburgh Penguins und die Washington Capitals holten von 2016 bis 2018 dreimal den Titel in Folge und sie gehen noch immer mit einer voller Stars gespickten Truppe ins Rennen um den Divisionstitel.

Seit Gründung der Metropolitan vor sechs Jahren stellte die Division viermal fünf Playoff-Teilnehmer wie in der vergangenen Saison. Jedes ihrer acht Teams qualifizierte sich in diesem relativ überschaubaren Zeitraum mindestens einmal für die Postseason, und es verging kein Jahr, in dem nicht ein Vertreter der Metropolitan im Eastern Conference Finale stand.

 

[Die neuesten Nachrichten aus der NHL auf Twitter bekommst Du bei @NHLde]

 

Durch die räumliche Nähe (für nordamerikanische Verhältnisse) gibt es eine intensive Rivalität zwischen den Konkurrenten. Sollte die Schere zum Nachbarn zu sehr auseinandergehen, wird umgehend der Versuch unternommen, aus sportlicher Sicht nachzuziehen. Der Erfolg des Rivalen dient als Ansporn, es besser zu machen. Auch die Franchises der Metro durchschreiten Täler, doch die Talsohle liegt nie so tief, als dass der nächste Gipfel nicht schon in Sichtweite wäre.

Im Endklassement der vergangenen Saison trennten die ersten fünf Plätze in der Metropolitan gerade einmal sechs Punkte. Mit den Carolina Hurricanes und den New York Islanders befanden sich zwei Mannschaften, die im Jahr zuvor die Playoffs verpasst hatten, unter den Top-5. Schaut man sich die jüngsten Aktivitäten jener Organisationen an, die 2018/19 am Tabellenende der Division standen, wird deutlich, dass sie nicht gewillt sind, den Ruf des Geschlagenen auf sich sitzen zu lassen.

 

[Ähnliches: Rangers machen mit Panarin den größten Fang]

 

Die von Anfang dieses Jahrzehnts bis vor zwei Jahren noch recht erfolgsverwöhnten New York Rangers, forcieren unter Cheftrainer David Quinn ihren Neuaufbau. Mit Stürmer Artemi Panarin lotsten sie einen 80-Punkte-Mann in den Big Apple und schwächten damit gleichzeitig den Divisionsrivalen Columbus Blue Jackets, der sich zuletzt dreimal in Folge für die Playoffs qualifizierte. Um sich Panarins Dienste zu sichern, griffen die Rangers tief in die Tasche. Sein 7-Jahres-Vertrag beläuft sich auf 81,5 Millionen US-Dollar (Jahresdurchschnitt: $11.642.857,-). Während Panarin seinen Stammplatz sicher hat, ist es dem jungen finnischen Stürmer Kaapo Kakko, Rangers' Erstrunden-Pick (Nr. 2) beim NHL-Draft 2019, durchaus zuzutrauen, auf Anhieb den Sprung in den Kader des Traditionsklubs zu schaffen.

Apropos Draft-Pick! Auch westlich des Hudson River blieb man nicht tatenlos. Nachdem die New Jersey Devils vergangene Saison als Tabellenschlusslicht abschlossen, werden sie die anstehende Spielzeit mit drei Stürmer angehen, die unter ihrem Draft-Jahrgang als Nummer 1 ausgewählt wurden: Linksaußen Taylor Hall (EDM: 2010), Center Nico Hischier (NJD: 2017) und Center Jack Hughes (NJD: 2019). Auf eine Menge NHL-Erfahrung können New Jerseys Neuzugänge Verteidiger P.K. Subban und Rechtsaußen Wayne Simmonds von den Nashville Predators verweisen. Simmonds stürmte fast acht Jahre lang von 2011/12 bis zum 25. Februar 2019 für die Philadelphia Flyers. Er kennt die Divisions-Konkurrenz aus dem Effeff, was durchaus ein Grund sein könnte, warum ihm die Devils ein Angebot für einen Einjahresvertrag unterbreitet haben.

Video: NJD@MIN: Hischier verwertet den Rebound zum Sieg

Auch die Flyers, die Dritten im Bunde aus der Metropolitan, die sich 2019 nicht für die Playoffs qualifizierten, ließen sich nicht lumpen und schlugen auf dem Spielermarkt zu. Sie einigten sich mit dem 27-jährigen Stürmer Kevin Hayes, der 2014/15 seine NHL-Karriere bei den Rangers begann und Ende Februar an die Winnipeg Jets transferiert wurde, auf einen 50 Millionen US-Dollar schweren 7-Jahres-Vertrag. Mit 55 Punkten in 71 Spielen der Saison 2018/19 stellte Hayes eine persönliche Bestmarke auf.

Um nicht ins Hintertreffen zu geraten, blieb den Carolina Hurricanes fast nichts anderes übrig, als das von den Montreal Canadiens an Sebastian Aho unterbreitete Vertragsangebot zu matchen. Die Hurricanes konnten es sich nicht leisten, ihren punktbesten Mann und erfolgreichsten Torschützen ziehen zu lassen.

Die New York Islanders, das defensivstärkste Team der Liga in der letzten Saison, kompensierten den Abgang von Schlussmann Robin Lehner zu den Chicago Blackhawks, indem sie Semyon Varlamov verpflichteten. Eine Vertragsverlängerung mit Kapitän Anders Lee wurde ebenfalls schnell unter Dach und Fach gebracht.

Die Leistungsdichte in der Metropolitan hat noch einmal kräftig zugelegt, denn sie wissen alle, um in dieser starken Division bestehen zu können, darf nichts unversucht bleiben.

Mehr anzeigen

Die NHL verwendet Cookies, Web Beacons und andere ähnliche Technologien. Durch die Nutzung der NHL Websites oder anderer Online-Dienste stimmen Sie den in unseren Datenschutzrichtlinien und Nutzungsbedingungen beschriebenen Praktiken einschließlich unserer Cookie-Richtlinien zu.