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Blues vollenden im Juni ihr Eishockeymärchen

Der Sieg in Spiel 7 des Stanley Cup Finales 2019 bescherte St. Louis den ersten Titel der Franchisegeschichte

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Spektakuläre Szenen gibt es in einer NHL-Saison am laufenden Band. Großartige und technisch hervorragend herausgespielte Tore, krachende Checks und fantastische Paraden. Doch welche Momente haben im Lauf einer Spielzeit wirklich einen Unterschied gemacht? NHL.com/de wirft einen Blick auf die zehn wichtigsten Momente der Saison 2018/19.

Top-Moment-Nr. 1: Die St. Louis Blues gewinnen Spiel sieben im Stanley Cup Finale 2019 gegen die Boston Bruins und sichern sich dadurch erstmals in ihrer Teamgeschichte den Titel.

Im Januar noch Tabellenschlusslicht platziert, im Juni mit dem Stanley Cup in der Hand nach einem Erfolg im Spiel sieben des Stanley Cup Finales über das Eis des Gegners gleitend. Ein Eishockeymärchen könnte kaum spektakulärer enden. Die St. Louis Blues haben eine solche Reise in der Saison 2018/19 hingelegt. 

Durch einen 4:1-Erfolg im alles entscheidenden Spiel im TD Garden von Boston, sicherte sich der Underdog am 12. Juni den verdienten Meistertitel, bei dem nicht die allseits bekannten Superstars im Mittelpunkt standen, sondern die Teamleistung des neuen Champions.

Die Helden der Blues waren im Vorjahr noch wenig beachtete Akteure wie Rookie-Goalie Jordan Binnington, oder Conn Smythe Trophy-Sieger Ryan O'Reilly, den nur die Wenigsten als Playoff-MVP auf der Rechnung hatten.

Video: STL@BOS, Sp7: Binnington rettet gegen Nordstrom

Bezeichnend für diese ungewöhnliche Entwicklung und die Atmosphäre in einem Team voller 'Indianer' statt 'Häuptlinge', war die Tatsache, dass Binnington, einem der großen Erfolgsgaranten, der Cup erst an 14. Stelle übergeben wurde, und sich der Schlussmann, wie es sich für einen Rookie in dieser Liga geziemt, fast schon schüchtern zurück hielt, als sich seine Mitspieler in Erwartung einer Ehrenrunde mit dem Stanley Cup ungeduldig in eine Warteschlange einreihten.

Dabei hätte sich der junge Torhüter nach dem größten Erfolg in der Team-Geschichte nach 52 Jahren Wartezeit eine durchaus prominentere Rolle bei den Feierlichkeiten verdient gehabt. Nach einer starken Leistung, und 32 erfolgreichen Rettungstaten gegen die anstürmenden Bruins, bewies er als sicherer Rückhalt einmal mehr seine Extrastellung. "Den Cup zum ersten Mal in eine Stadt bringen zu.

 

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dürfen, das ist sensationell", jubilierte Stürmer Jaden Schwartz im Nachgang der Siegerehrung noch auf dem Eis. "Unsere Fans haben sehr viel Geduld beweisen müssen. Das ist total aufregend für uns alle. Wir werden es genießen und eine tolle Zeit miteinander haben."

Noch im Januar, als das Team am Tabellenende lag, hätte sich niemand im Umfeld diese Entwicklung vorstellen können. Trainer Craig Berube, der den Job erst im November von seinem Vorgänger Mike Yeo übernommen hatte, präsentierte eine vergleichsweise einfach klingende Erklärung für die Trendwende: "Als wird die Fäden erst einmal zusammengebunden hatten, waren wir plötzlich ein nur schwer zu bezwingendes Team", gab der Meistercoach zu Protokoll. Auch er schrieb Eishockeygeschichte als vierter Trainer in der NHL, der in den vergangenen elf Jahren ein Team erst während des Saisonverlaufs übernommen hatte und mit diesem am Ende Meister wurde. 

Video: Blues siegen in Spiel 7, holen erstmals den Cup

Nachdem die Playoff-Qualifikation geschafft war, ließen die Blues nicht nach, sondern nahmen in der KO-Phase erst richtig Fahrt auf. 
Die Winnipeg Jets konnten in sechs Spielen ausgeschaltet werden, die Dallas Stars in deren sieben, die San Jose Sharks erneut in sechs Duellen aus dem Wettbewerb befördert werden, bevor es gegen die Boston Bruins erneut über die volle Distanz ging. 

Trotz des Heimvorteils der Bruins im ultimativen und definitiv letzten Spiel der Saison und nach einer bitteren 1:5-Pleite in Spiel 6, präsentierten sich die Blues in Boston ungebrochen und nutzten ihre Chancen in der finalen Begegnung eiskalt aus, ganz im Stile eines echten Meisters. 

"Wir haben immer wieder erfolgreich zurückgeschlagen, sind schon seit Monaten gewohnt gewesen mit Enttäuschungen umzugehen", erklärte Alex Pietrangelo die gute Moral in der Truppe. "Wir waren einmal mehr der Außenseiter auf dem Papier. Das war uns natürlich bewusst. Die Leute hielten uns quasi schon für geschlagen, doch wir haben uns vertraut, immer fest an uns geglaubt. Das hat den Unterschied zu unseren Gunsten in dieser Serie ausgemacht."

Video: STL@BOS, Sp7: Pietrangelo bezwingt Rask spät im 1.

So konnte selbst die Tatsache, dass sie im ersten Spieldrittel des letzten Kräftemessens bis kurz vor der Pause nur einen einzigen Torschuss verbuchen konnten, das Team nicht aus der Ruhe bringen. 

Aufgrund der Spielanteile war nicht zu erwarten gewesen, dass den Blues auf Vorarbeit von Jay Bouwmeester durch O'Reilly das wichtige 1:0 gelang. Ganze acht Sekunden vor Drittelende erhöhte Pietrangelo gar auf 2:0 und schockte damit regelrecht die lange Zeit überlegen wirkenden Bruins.

Nachdem es den Hausherren im Mitteldrittel nicht gelang den Rückstand zu verkürzen, sorgte Brayden Schenn knapp neun Minuten vor Spielende für das vorentscheidende 3:0. Anschließend nahm die Vorfreude auf der Bank und beim Public Viewing in der Heimat langsam zu. 

Zach Sanford erhöhte in der Folgezeit gar auf 4:0, bevor Matt Grzelcyk mit dem Treffer zum 1:4-Endstand gut zwei Minuten vor Spielende den Shutout von Binnington zunichtemachte. An der größten Sensation der Liga seit Jahren vermochte das Anschlusstor nichts mehr zu ändern. 

Das Eishockeymärchen der Blues war nur wenige Sekunden später endgültig Realität geworden und die Feierlichkeiten nahmen danach richtig Fahrt auf. Erst in Boston, dann in St. Louis, wo tausende Anhänger das Team in den Folgetagen ehrten und frenetisch feierten.  

Die bisherigen Top-10-Momente:
10. Der Tag, der die Blues nachhaltig veränderte
9. Grubauers Shutout in Nashville der Durchbruch
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