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Die Torhüter-Tradition aufleben lassen

Outside the NHL: Schweizer WJC-Torhüter treten das schwere Erbe von David Aebischer an

von Marc Rösch @NHLde / NHL.com/de Autor

Willkommen bei Outside the NHL. Während der Saison 2018/19 wird euch NHL.com/de jeden Samstag mit Einblicken und Stories über die Eishockey-Welt außerhalb der NHL versorgen. In dieser Ausgabe geht es um den Schweizer Torhüter-Nachwuchs und ob jemand von ihnen die lange Schweizer NHL-Tradition aufleben lässt.

In der laufenden NHL-Saison 2018/19 wurden bislang 13 Schweizer eingesetzt. Viele von ihnen wie beispielsweise Nashville Predators Verteidiger Roman Josi, New Jersey Devils Center Nico Hischier oder San Jose Sharks Außenstürmer Timo Meier spielen bei ihren Teams eine enorm wichtige Rolle.

Video: DAL@SJS: Meier bringt die Sharks in Führung

Meier, der in 36 Saisonspielen für die Sharks 34 Punkte (18 Tore, 16 Assists) erzielt hat, ist auf dem besten Wege, seine bislang erfolgreichste NHL-Saison zu spielen. Der Erstrundendraftpick von 2015 (Nummer 9) ist dabei, zusammen mit dem Erstrundendraftpick von 2017 (Nummer 1), Nico Hischier, neue Maßstäbe für einen Schweizer Stürmer in der NHL zu setzen.

Predators Star-Verteidiger Josi füllt die von dem Schweizer NHL-Pionier Mark Streit hinterlassenen Fußstapfen mehr als nur aus. Er erarbeitete sich auf seiner Defensivposition einen Ruf als Topspieler der Liga.

Nur auf einer einzigen Position wird die Schweizer Fahne in der NHL nicht mehr hochgehalten. Seit sich Reto Berra dazu entschloss, dem nordamerikanischen Eishockey den Rücken zu kehren, gibt es keinen aktiven Schweizer NHL-Torhüter mehr.

Der 31-jährige gebürtige Bülacher stand fünf Jahre lang in Übersee unter Vertrag. Er durchlebte eine wechselhafte Nordamerika-Karriere bei den Organisationen der Calgary Flames, Colorado Avalanche, Florida Panthers und Anaheim Ducks. Durch seine Entscheidung, mit Beginn der aktuellen Spielzeit für den HC Fribourg-Gotteron in der National League aufzulaufen, setzte er einen Schlussstrich unter seine NHL-Karriere und hinterlässt eine große Lücke.

 

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Noch lange bevor Feldspieler wie Josi, Hischier oder Meier in der NHL für Furore sorgten, waren die Torhüter das internationale Aushängeschild des Schweizer Eishockeys. Goalie David Aebischer gewann in 2001 mit den Colorado Avalanche als erster Schweizer überhaupt den Stanley Cup. Als langjähriger Backup von Patrik Roy trug er maßgeblich zur Dominanz der Avalanche bei. Nach Roys Karriereende im Sommer 2003 übernahm er sofort dessen Stammplatz und lies einige Jahre als Toptorhüter in der NHL folgen.

Ebenfalls ein Toptorhüter war Martin Gerber. Der gebürtige Burgdorfer holte sich in 2006 mit den Carolina Hurricanes als zweiter Schweizer nach Aebischer den Stanley Cup. Er knüpfte nahtlos an dessen Erfolge an und untermauerte als Stammtorhüter der Hurricanes und später der Ottawa Senators das Ansehen der Schweiz als Torwartnation in Nordamerika.

Noch bevor sich die NHL-Karrieren von Aebischer und Gerber dem Ende neigten, setzte sich Jonas Hiller bei den Ducks durch. In neun NHL-Saisons von 2007 bis 2016 bestritt er 404 Hauptrundenspiele für die Ducks und die Calgary Flames von denen er 197 nach regulärer Spielzeit gewinnen konnte.

Folgen konnte ihnen bis heute keiner. Alle Hoffnungen ruhen auf den Schultern derjenigen, die bei der aktuell laufenden World Junior Championship in Vancouver und Victoria der Schweizer U20-Nationalmannschaft den Rücken freihalten.

Luca Hollenstein, Akira Schmid und Gianluca Zaetta wurden von Nationaltrainer Christian Wohlwend ausgewählt, das Schweizer Gehäuse bei der Junioren-WM zu bewachen. Hollstein und Zaetta sind aktuell für den EV Zug aktiv. Schmid verhindert seit der laufenden Spielzeit im nordamerikanischen Juniorenbereich Tore und spielt bei den Omaha Lancers aus der USHL.

Hollenstein und Schmid durften bei den ersten beiden WJC-Spielen der Schweiz ran und ließen ihre Klasse aufblitzen. Die beiden 18-Jährigen waren ein sicherer Rückhalt und gaben ihren Vorderleuten die Möglichkeit, die Spiele gegen die favorisierten Teams aus Tschechien und Kanada eng zu gestalten.

Hollenstein ist wie auch Zaetta beim NHL Draft 2019 verfügbar. Er trug mit 25 Saves und einer Fangquote von 92,59 Prozent zum Punktgewinn beim ersten Gruppenspiel gegen die Tschechische Republik bei.

Schmid, der beim NHL Draft 2018 von den New Jersey Devils in der fünften Runde (Nummer 136) ausgewählt wurde, parierte im zweiten Gruppenspiel gegen die kanadische Auswahl 29 Schüsse und erreichte bei der knappen 2:3-Niederlage eine Fangquote von 90,62 Prozent. Trainer Wohlwend ist von seiner Entwicklung beeindruckt.

"Akira ist ein sehr gutes Beispiel", sagte Wohlwend im NHL.com/de-Interview. "Er war letztes Jahr bei uns in Buffalo dritter Goalie. Er hat ausgesehen wie ein kleiner Junge. Jetzt nicht von der Körpergröße, aber er war eben ein Bub. Jetzt, ein Jahr später sieht er aus wie ein Mann. In dem einem Jahr weg von zuhause, umgeben von einer neuen Kultur und einer neuen Mentalität, hat er sich extrem weiterentwickelt. Zu unserer Freude natürlich."

Für Schmids Zukunft sieht Wohlwend enormes Potential: "Wenn er so weitermacht, dann hat er das Zeug für die NHL." Dennoch weist Wohlwend auch darauf hin, wie lang der Weg ist und betont, wie wichtig Durchaltevermögen ist: "Es gibt so viele Spieler, die das Zeug haben. Sie haben das Talent, aber am Ende zählt vor allem das Mentale. Kannst du die Challenge annehmen, kannst du dich gegen die Konkurrenz behaupten? Das ist das Entscheidende."

 

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Aebischer ist Einer der vorgemacht hat, was mit genug Willenskraft erreichbar ist. Nachdem er beim World Junior Championship des Jahres 1998 in sieben Spielen einen sensationellen Gegentorschnitt von 1,58 sowie eine Fangquote von 95,1 Prozent erreichte und mit dem Schweizer Team die Bronzemedaille gewann, startete er eine grandiose NHL-Karriere.

Ob wohl einer der aktuellen WJC-Keeper aus der Schweiz seine Tradition aufleben lassen kann?

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