MIN@VGK, Sp7: Janmark mit Hatty für Golden Knights

16 Mannschaften zogen in die Stanley Cup Playoffs 2021 ein. Die Mannschaften lieferten sich 79 aufregende Duelle, ehe mit den Tampa Bay Lightning und den Montreal Canadiens die Stanley Cup Finalisten feststanden. Insgesamt fielen 435 Treffer. Sieben Torhüter brachten es zusammengerechnet auf elf Shutouts. NHL.com/de hat eine Bestenliste mit besonderen Szenen, Toren und Glanztaten aus den bisherigen Spielen zusammengestellt.

Hier zehn Momente, die in Erinnerung bleiben:
10. Draisaitls unglücklicher Drei-Punkte-Abend (23.5.21 Spiel 3, EDM gg. WPG)
Es gibt solche Spiele, in denen es für einen selbst nahezu perfekt läuft, doch am Ende steht das eigene Team mit leeren Händen da. In Spiel 3 der Stanley Cup First Round gegen die Winnipeg Jets war Leon Draisaitl an drei Toren seiner Edmonton Oilers beteiligt. Er bescherte ihnen durch einen Doppelschlag innerhalb von knapp drei Minuten zur Mitte des ersten Spielabschnitts eine 2:0-Führung. Später bereitete auch noch das 3:1 durch Zack Kassian vor. Und dennoch mussten sich die Oilers im Bell MTS Place von Winnipeg den Jets mit 4:5 nach Verlängerung geschlagen geben.
Am darauffolgenden Abend verloren die Oilers Spiel 4 mit 3:4 durch ein Tor von Mark Scheifele in der dritten Overtime und schieden per Sweep aus den Playoffs aus.

EDM@WPG, Sp3: Draisaitl stochert ihn rein

9. Aho schießt Hurricanes in die zweite Runde (27.5.21 Spiel 6, CAR gg. NSH)
In der Erstrundenserie zwischen den Nashville Predators und Carolina Hurricanes wurde viermal eine Zusatzschicht eingelegt. In den Spielen 3 bis 6 fiel die Entscheidung jeweils erst in der Verlängerung. Die ersten beiden Male hatten die Predators das glücklichere Ende für sich, in den entscheidenden Partien dann die Hurricanes.
Den Einzug in die zweite Runde machte Sebastian Aho für die Hurricanes perfekt, als er nach 66 Sekunden in der Overtime von Spiel 6 das 4:3-Siegtor markierte. Manchmal muss man seinen Schläger nur lang genug in der Luft halten, dann funktioniert es auch mit dem Tor. Der Finne fälschte mit dem Schaft seines Schlägers einen Distanzschuss von Jaccob Slavin ab. Der Puck ging am Kopf von Predators-Torwart Juuse Saros vorbei ins Netz.
8. Grubauer gewinnt sechstes Spiel in Folge (2.6.21 Spiel 2, COL gg. VGK)
Am 2. Juni war die Eishockeywelt der Colorado Avalanche und ihres Torwarts Philipp Grubauer noch in Ordnung. Die Avalanche schlugen in Spiel 2 der Stanley Cup Second Round die Vegas Golden Knights durch ein Powerplaytor von Mikko Rantanen mit 3:2 n.V. und fuhren damit ihren sechsten Sieg hintereinander in der diesjährigen Postseason ein.
Für Grubauer, der 39 Schüsse abwehren konnte, war es saisonübergreifend sogar der zehnte Playoff-Sieg in Serie, was vor dem Rosenheimer nur zehn Torhütern in der NHL gelungen war.
"Grubi hat uns heute gerettet. Er hat ein wirklich gutes Spiel abgeliefert. Er hat uns im Spiel gehalten. Er ist der Grund, warum wir es in die Verlängerung geschafft haben. Grubi war fantastisch, er war der First Star of the Game", sagte Siegtorschütze Rantanen.

VGK@COL, Sp2: Grubauer wehrt Tuch mit Fanghand ab

7. Canadiens sweepen Jets durch Toffolis OT-Tor (7.6.21 Spiel 4, MTL gg. WPG)
Die Montreal Canadiens hatten nach der regulären Saison nur die wenigsten auf der Rechnung als Stanley Cup Finalist. Selbst nicht, nachdem sie mit 4:0-Siegen die Jets aus dem Playoff-Rennen geworfen hatten.
Den Sweep perfekt machte Tyler Toffoli nach 99 Sekunden der Overtime von Spiel 4. Unterhalb des linken Bullykreises auf den Puck wartend, wurde der 29-jährige Rechtsaußen mustergültig von Cole Caufield bedient und schweißte das schwarze Hartgummigeschoss unhaltbar in die Maschen zum Einzug ins Stanley Cup Halbfinale.
"Das war definitiv eines der wichtigeren Tore. Das macht schon Spaß. Wir verrichten gute Arbeit und es schaut fast so aus, als würden wir alle an einem Strang ziehen." Ob der Torschütze zu diesem Zeitpunkt schon ahnte, wie positiv sich die weitere Reise der Mannschaft gestalten würde?
6. Janmarks Hattrick (28.5.21 Spiel 7, VGK gg. MIN)
Mehr Mühe als ihnen lieb war hatten Vegas Golden Knights mit den Minnesota Wild in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs. Nach sechs Partien stand die Serie 3:3-Unentschieden und über Weiterkommen oder Playoff-Aus musste Spiel 7 entscheiden.
Als Torschütze wie ein Phoenix aus der Asche stieg in dieser Partie ein 28-jähriger Schwede. Mattias Janmark steuerte zum 6:2-Erfolg der Golden Knights drei Tore bei und durfte sich über seinen ersten NHL-Hattrick freuen. "Jeder Spieler träumt davon, in einem Spiel 7 zu treffen. Es ist schwer zu glauben, dass es einem passieren wird, aber heute sind die Pucks reingegangen. Es ist ein Traum, der wahr geworden ist, ganz sicher", so Janmark.

MIN@VGK, Sp7: Janmark mit Hatty für Golden Knights

5. Points Torserie über neun Spiele (3.6.21 bis 23.6.21)
Erfahrung mit dem Toreschießen in Playoff-Partien hat Brayden Point von den Tampa Bay Lightning zur Genüge. Seinen Ruf, ein Vollstrecker par excellence zu sein, bestätigt er auch in dieser Postseason.
Mit 14 Toren in 18 Auftritten führt der 25-jährige Center die Torschützenliste der Liga an und ist ligaweit mit 20 Punkten der zweitbeste Scorer nach seinem Teamkollegen Nikita Kucherov mit 27 Punkten (5 Tore, 22 Assists).
In die Fußstapfen großer Namen der Eishockeygeschichte stieg Point, indem er zwischen dem 3. Juni (Spiel 3 gg. CAR) und dem 23. Juni (Spiel 6 gg. NYI) in neun Spielen hintereinander traf. Besser in der NHL-Geschichte war nur Reggie Leach, der 1976 in zehn Spielen hintereinander für die Philadelphia Flyers eingenetzt hatte.
4. Islanders beweisen Comeback-Qualitäten (23.6.21 Spiel 6, NYI gg. TBL)
Die Mannschaft der Comebacks in den Playoffs dieses Jahres waren die New York Islanders. In der ersten Runde lagen sie gegen die Pittsburgh Penguins nach drei Spielen mit 1:2 im Hintertreffen, in der zweiten Runde erging es ihnen gegen die Boston Bruins ebenso. Wie antworteten die Islanders jeweils darauf? Mit selbstbewussten Auftritten und drei Siegen in Folge zum Weiterkommen.
Auch gegen die scheinbar übermächtigen Lightning wussten die Islanders diverse Rückschläge wegzustecken. Einen 1:2 und 2:3-Serienrückstand glichen sie jeweils aus, wobei besonders der Sieg in Spiel 6 hervorzuheben ist, nachdem sie in der Begegnung zuvor eine 0:8-Schlappe kassiert hatten.
Mit 0:2 lagen sie zur Mitte von Spiel 6 bereits im Hintertreffen und standen kurz vor dem Aus, doch Jordan Eberle und Scott Mayfield egalisierten noch in der regulären Spielzeit den Spielstand. Nach 68 Sekunden in der Verlängerung war es schließlich Anthony Beauvillier, der die Islanders ins Glück schoss und in Spiel 7 rettete.
3. Lehkonens OT-Tor zum Finaleinzug (24.6.21 Spiel 6, MTL gg. VGK)
Mit der Rolle des Underdogs konnten sich die Canadiens auch im Stanley Cup Halbfinale gegen Vegas recht gut arrangieren. Zum einen wusste die Defensivabteilung der Frankokanadier zu überzeugen. Mit Ausnahme von Spiel 1, das 1:4 endete, ließen die Canadiens maximal zwei Gegentore in jeder der folgenden fünf Partien zu.
Um ins Stanley Cup Finale einzuziehen, muss man aber selbst auch Tore schießen. Dies erledigte mit Bravour Montreals finnischer Stürmer Artturi Lehkonen, der nach 99 Sekunden der Overtime in Spiel 6 einen mustergültig vorgetragenen Gegenangriff über Brendan Gallagher und Phillip Danault mit dem 3:2-Siegtor abschloss. Zum ersten Mal seit 1993 steht der Rekord-Champion aus Montreal wieder in einem Stanley Cup Finale.

VGK@MTL, Sp6: Lehkonen trifft zum sieg in der OT

2. Vasilevskiy hält die Null (25.6.21 Spiel 7, TBL gg. NYI)
Um auf ihre letzte Finalteilnahme zu stoßen, müssen die Tampa Bay Lightning, als amtierender Stanley Cup Champion, nicht lange in den NHL-Geschichtsbüchern zurückblättern.
In Spiel 7 des Stanley Cup Halbfinales gegen die Islanders hatte ihr Schlussmann Andrei Vasilevskiy wieder einmal einen Sahnetag erwischt. Er hielt mit 18 Saves die Null, so dass in dem Eishockeykrimi der Shorthander von Yanni Gourde zum 1:0-Endstand reichte, um im zweiten Jahr hintereinander ins Endspiel einzuziehen. "Letztendlich braucht man einen Torwart, der die Dinger rausholt, wenn vorne wenig reingeht, und 'Vasy' zeigt immer wieder, dass er das kann", war Coach Jon Cooper voll des Lobes über den 26-jährigen Russen.
1. Fans sorgen für Playoff-Stimmung in den Arenen
Wie sehr hat man sich danach gesehnt, endlich wieder Eishockeyspiele mit Zuschauern in den Arenen verfolgen zu dürfen. Es begeistern eben nicht die Protagonisten auf dem Eis, sondern auch die Fans mit ihren Emotionen.
Auch wenn aufgrund der noch immer herrschenden Corona-Pandemie die Ränge nicht überall voll besetzt sein durften, machten die Anwesenden mächtig Stimmung und trieben ihre Mannschaften nach vorne. Ob bei Spiel 6 in Montreal, das im Bell Centre 3.500 Zuschauer verfolgen durften oder in Tampa, wo sich zu Spiel 7 in der Amalie Arena 14.805 Besucher einfanden. Der Jubel war riesig und die Freude der Anhänger spürbar, als ihre Teams den Einzug in das Stanley Cup Finale perfekt machten. So darf es weitergehen.