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Die Predators zeigen sich bärenstark

von Bernd Roesch / NHL.com

Nashville, die Hauptstadt des Bundesstaats Tennessee, ist eher bekannt als Zentrum für Country-Music denn für erfolgreiches Eishockey in der NHL. Dabei haben sich die Nashville Predators, die am 25. Juni 1997 gegründet wurden, durchaus in der besten Eishockeyliga der Welt etablieren können. Nachdem sie in den ersten fünf Spielzeiten ihres Bestehens jeweils die Playoffs verpasst hatten, konnten sie in den Jahren zwischen 2004 und 2016 achtmal in die Stanley Cup Playoffs einziehen. Sechsmal war für die Predators bereits im Viertelfinale der Western Conference Schluss und zweimal (2011, 2012) mussten sie sich im Halbfinale geschlagen geben.

Die Predators durften in diesem Jahr das NHL All-Star Game 2016 ausrichten, veranstalteten ein grandioses Fest, bei dem offensichtlich wurde, welch tolle Eishockeykultur sich in den vergangenen knapp 20 Jahren in der Metropolregion Nashville entwickelt hat. Die Predators werden von den heimischen Fans angenommen und von den Schweizer Eishockeyfans wahrgenommen. Nashville ist mittlerweile eine Adresse, an der sich Eishockeyprofis wohlfühlen, wie der Schweizer Verteidiger Roman Josi bei Interviews immer wieder bekundete.

Die Predators treten in der ersten Runde der Stanley Cup Playoffs der Western Conference gegen die Anaheim Ducks an, die sich als Tabellenerster der Pacific Division für die Preseason qualifiziert hatten und dementsprechend Heimrecht genießen. In 41 Heimspielen der Saison 2015/16 mussten sich die Südkalifornier nur zehnmal in der regulären Spielzeit geschlagen geben (25-10-6) und waren damit das heimstärkste Team im Westen. Die Predators ließen sich von solchen statistischen Werten erst gar nicht beeindrucken und gewannen die ersten zwei Partien im Honda Center von Anaheim jeweils mit 3-2 Toren.

Zum ersten Mal in ihrer Franchisegeschichte liegen die Predators in einer Playoffserie mit 2-0 Siegen vorne. Die Statistik sagt, dass ca. 86 Prozent der Teams, die in eine Playoffserie mit zwei Siegen starteten, diese am Ende auch gewannen. So gut sie auch klingt, auch dieser Statistik sollten die Predators keinerlei Beachtung schenken.

Nashvilles Teamkapitän Shea Weber, dem in Spiel 2 aus einem Powerplay heraus in der Schlussminute des Mittelabschnitts das Siegtor gelungen war, warnt: "Bisher haben wir gar nichts erreicht. Es ist eine lange Serie, eine Best-of-seven Serie. Sie [die Ducks] werden herauskommen [am Dienstag] und sich noch mehr Bemühen. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und uns darauf ausruhen, was wir bisher erreicht haben. Ab jetzt wird es nämlich immer schwerer."

Auch Predators Headcoach Peter Laviolette, der vor der Saison 2014/15 den Job hinter der Bande von Barry Trotz übernommen hatte, schlägt in die gleiche Kerbe: "Zu gewinnen ist nicht einfach, weder zuhause noch auswärts. Wir konnten Siege mitnehmen, doch das müssen wir hinter uns lassen und darauf schauen, was wir besser machen können. Wir wissen, dass das viel Arbeit bedeutet. Die Siege bedeuten nichts, wenn du nicht bis zum Schluss dranbleibst."

Was machte den bisherigen Erfolg der Predators aus? Zum einen konnten sie sich auf ihre Leistungsträger verlassen, siehe Weber oder auch Schlussmann Pekka Rinne, der in Spiel 1 und in Spiel 2 jeweils auf eine Fangquote von 93,1 Prozent gekommen war. Josi war bereits an drei Treffern seiner Predators mit der Vorarbeit beteiligt gewesen und konnte damit an seine starken Leistungen aus der regulären Saison nahtlos anknüpfen.

Auch Nashvilles Topscorer aus der regulären Saison, Filip Forsberg, konnte schon drei Punkte (1 Tor, 2 Assists) für sich verbuchen Doch es ist besonders wichtig, dass auch jene Spieler, von denen man nicht unbedingt erwartet hatte, dass sie im Abschluss so stark sind, zuschlugen. Von den bisherigen sechs Treffern der Predators zeichneten sich sechs verschiedene Spieler verantwortlich.

Verteidiger Mattias Ekholm, er erzielte das zweite Tor in Spiel 2, traf ebenso wie Linksaußen Colin Wilson, dem in Spiel 1 der wichtige Ausgleich gelang. Während der Saison waren diesen beiden Spielern acht und sechs Tore in 82 und 64 Spielen geglückt. "Jeder in der Kabine glaubt daran, dass wir etwas bewegen können. Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind jeden zu schlagen", erklärte Ekholm die Erfolgserlebnisse. Er fügte aber auch warnende Worte hinzu: "Anaheim hat ein verdammt gutes Team und wir müssen weiterkämpfen. Es sind zwei Siege und wir reisen mit einem guten Gefühl nach Hause, doch die zwei Siege bedeuten gar nichts solange wir keine vier haben."

Am kommenden Dienstag findet Spiel 3 in der Bridgestone Arena von Nashville statt und man kann sich sicher sein, dass die Ducks alles daran setzen werden, damit sie nicht noch mehr Federn lassen müssen.

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