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Tampa Bay zieht frühzeitig in die Playoffs ein

Die Lightning dominieren die NHL in beinahe allen Bereichen und sicherten sich nun als erstes Team einen Platz in den Playoffs

von Alexander Gammel @nhlde / NHL.com/de Autor

Es ist so weit, die Stanley Cup Playoffs 2019 haben ihren ersten sicheren Teilnehmer. Die Tampa Bay Lightning durften sich am Freitag über Schützenhilfe aus Kalifornien freuen, als die Anaheim Ducks die Montreal Canadiens mit 8:2 vom Eis fegten. Durch die Niederlage der Canadiens können die Lightning am Ende der regulären Saison nicht mehr schlechter als auf dem dritten Platz der Atlantic Division stehen und haben sich ihren Platz im Kampf um den Stanley Cup bereits frühzeitig gesichert. Die Lightning spielen eine dominante Saison, wie sie kaum zu überbieten ist.

Nach 68 Spielen (51-13-4) führt Tampa nicht nur die Atlantic Division, sondern mit 106 Punkten die gesamte Liga an. Es bestehen kaum noch Zweifel, dass sie am Ende auch die Presidents' Trophy als punktbestes Team der regulären Saison holen werden. Sie liegen 15 Punkte vor den Boston Bruins, die sowohl in der Gesamtplatzierung als auch in der Division ihre härtesten Verfolger sind. Die Lightning kommen auf eine beeindruckende Ausbeute von 77,9 Prozent der möglichen Punkte. Seit 2005 sicherten sich nur zwei Teams in so wenigen Spielen einen Playoff-Platz. Den San Jose Sharks gelang das 2008/09 ebenfalls in 68 Partien, die Washington Capitals brauchten 2009/10 sogar nur 67 Spiele. Den Lightning fehlen noch drei Siege und sieben Punkte in 14 Spielen, um ihren Franchise-Rekord aus der Vorsaison einzustellen.

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Der Erfolg der Lightning ist hoch verdient, wie ein Blick auf die Statistiken zeigt. Neben den meisten Punkten und Siegen, so wie den wenigsten Niederlagen, liegen sie auch in beinahe jeder anderen wichtigen Statistik ganz vorne. Sie stellen mit 257 Toren die beste Offensive und mit 178 Gegentoren die viertbeste Defensivabteilung der Liga. In Sachen Special Teams dominieren sie die Konkurrenz mit 29 Prozent Erfolgsquote in Überzahl und einer Unterzahl-Effektivität von 85,6 Prozent, jeweils der mit Abstand beste Wert aller NHL-Teams. Können sie diese Werte halten, überbieten sie ihre Franchise-Rekorde von 23,9 Prozent im Powerplay aus der vergangenen Saison und 85,3 Prozent aus der Spielzeit 2001/02. Mit einem Durchschnitt von 3,78 Toren pro Spiel könnten sie außerdem ihren Bestwert für die meisten Tore überbieten, den sie 2017/18 mit 290 Treffern und 3,53 Toren/Spiel aufstellten.

"Ich denke unsere Special Teams sind beeindruckend", erklärte Stürmer Alex Killorn, der ein wichtiger Faktor im Unterzahlspiel der Lightning ist. "Wir spielen in einer harten Liga. Jede Mannschaft beobachtet die Gegner genau und arbeitet unermüdlich daran nach oben zu kommen. Dass wir auf Platz eins liegen ist großartig. Es ist schwierig den Platz an der Spitze zu halten, aber wir werden in den verbleibenden Spielen versuchen uns weiter zu verbessern, denn die Special Teams könnten für uns wichtige Waffen in den Playoffs werden."

Im Unterzahlspiel sieht man eine der großen Stärken der Lightning und einen wichtigen Faktoren für ihre Dominanz. Jeder Spieler leistet seinen Beitrag und opfert sich auf, egal wie wichtig seine Rolle ist. Dabei haben die Protagonisten ein gutes Auge für die kleinen, unspektakulären Dinge und die undankbaren Aufgaben, wie Assistenztrainer Derek Lalonde weiß. "Wenn wir unser Unterzahlspiel besprechen, haben immer die gleichen vier oder fünf Spieler detaillierte Fragen, das zeigt eine Aufmerksamkeit, die für mich ein großer Teil unseres Erfolgs ist", so der Assistent von Trainer Jon Cooper. "Unsere Spieler bei Unterzahl sind ein wichtiger Teil, nicht nur wegen ihres Könnens. Sie übernehmen auch viel Verantwortung."

 

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Zehn Spieler der Lightning erzielten im bisherigen Saisonverlauf bereits mindestens zehn Tore, doch das Team glänzt nicht nur durch einen breiten Kader, sondern auch durch brillante Spitzenspieler. Die Höchstleistungen fangen auf der Torhüterposition an, wo Andrei Vasilevskiy eine Festung ist, an der sich die meisten Gegner die Zähne ausbeißen. Er führt die Liga mit 93,1 Prozent Fangquote an und liegt mit 2,23 Gegentoren pro Spiel auf Rang fünf. In 43 Spielen lieferte er sechs Shutouts - ein Wert den lediglich Vegas Golden Knights Torwart Marc-Andre Fleury mit acht überbieten kann. Braucht Vasilevskiy mal eine Pause, steht mit Louis Domingue ein stabiler Ersatz zur Verfügung. Er gewann immerhin 19 seiner 24 Partien und blieb vom 29. November bis zum 19 Februar in elf Spielen ungeschlagen.

Das Herzstück des Erfolgsrezepts ist jedoch die Offensive, angeführt von Nikita Kucherov, Brayden Point und Steven Stamkos. Kucherov ist mit 108 Punkten (31 Tore, 77 Assists) Topscorer und bester Vorbereiter der NHL. Point stellte mit 81 Punkten, 37 Toren und 44 Assists in seiner dritten NHL-Saison persönliche Rekorde auf und ist Lightnings Torjäger Nummer eins. Nur Alex Ovechkin (46), Leon Draisaitl (41) und Patrick Kane (40) trafen öfters als Point. Kapitän Steven Stamkos ist der dritte im Spitzentrio. Er lieferte 79 Punkte (34 Tore, 45 Assists), neben seinem unschätzbaren Wert als Anführer.

Diese Kombination aus Mannschaftsleistung und überragenden Stars, Einsatz und Fokus auf die kleinen, aber wichtigen Aufgaben sowie der unbedingte Siegeswille machen die Lightning in dieser Saison beinahe unbezwingbar. Wenn die Playoffs beginnen, werden die Statistiken wieder auf null gestellt und alles ist möglich, doch eines scheint beinahe sicher. Wer am Ende den Stanley Cup in die Höhe stemmen will, muss an den Lightning vorbeikommen.

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