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Die Canadiens lassen sich nicht unterkriegen

Montreal liegt trotz hoher Hürden zum Saisonende aussichtsreich im Rennen um eine Wildcard im Osten

von Axel Jeroma / NHL.com/de Autor

Der Blick auf die letzten vier Gegner in der regulären Saison 2018/19 verhieß nichts Gutes für die Montreal Canadiens beim Kampf um eine Wildcard für die Stanley Cup Playoffs. Der Reihe nach waren folgende Kontrahenten auf dem Spielplan vermerkt: Winnipeg Jets, Tabellenführer der Central Division; Tampa Bay Lightning,

Tabellenführer der Atlantic Division und der NHL; Washington Capitals, Tabellenführer der Metropolitan Division; Toronto Maple Leafs, Erzrivale seit mehr als einem Jahrhundert. Doch nachdem die Canadiens die ersten beiden Hürden aus dem Weg geräumt haben, sieht die Welt schon ein ganzes Stück freundlicher aus. Montreal liegt zwar noch knapp außerhalb der Playoff-Zone, hat aber weiterhin die Chance, den Sprung in die Endrunde zu schaffen.

Die Canadiens wachsen offensichtlich mit ihren Aufgaben. Bereits beim 3:1 am Samstag bei den Jets boten sie eine starke Leistung, an die sie am Dienstag mit einem 4:2 gegen die Lightning vor heimischem Publikum nahtlos anknüpften. Im Duell mit dem Ligaspitzenreiter im Bell Centre ließen sie sich selbst durch einen zweimaligen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen. Nate Thompson und Joel Armia lieferten jeweils die passende Antwort auf die Treffer von Steven Stamkos und Cedric Paquette. Im letzten Drittel gingen die Hausherren durch Artturi Lehkonen erstmals in Führung. Max Domi sorgte mit seinem 28. Saisontor für die endgültige Entscheidung.

Video: TBL@MTL: Domi aus dem Handgelenk im Gegenzug

Das Wildcard-Rennen in der Eastern Conference ist wenige Tage vor Saisonschluss an Dramatik kaum zu überbieten. Momentan befinden sich die Carolina Hurricanes (95 Punkte) und die Columbus Blue Jackets (94) über dem Strich. Montreal ist zwar punktgleich mit Columbus, hat aber drei Siege weniger nach regulärer Spielzeit oder Verlängerung vorzuweisen als die Mannschaft aus Ohio. Die Canadiens stehen daher auch in den verbleibenden zwei Partien mächtig unter Druck. Vier Punkte sind Pflicht und selbst dann müssen sie auf Patzer der Konkurrenz hoffen.

Trotz der nach wie vor angespannten Situation freute man sich im Lager der Canadiens nach dem wichtigen Etappensieg gegen Tampa enorm. Montreal war erst das neunte Team, das zuhause den NHL-Primus in dieser Saison in der regulären Spielzeit in die Knie gezwungen hatte.

 

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"Jedem von uns war klar, was wir zu tun hatten und dass uns nur eine konzentrierte Leistung über 60 Minuten helfen würde. Die Lightning sind nicht umsonst die beste Mannschaft. Man darf sich gegen sie in keiner Phase in Sicherheit wiegen", sagte Angreifer Domi. Mit der Umsetzung des Matchplanes zeigte er sich äußerst zufrieden. "Wir haben Charakter bewiesen und über weite Strecken wirklich gut gespielt", lautete seine Analyse. Der Center ist mit 71 Punkten (28 Tore, 43 Vorlagen) der erfolgreichste Scorer seiner Mannschaft in der laufenden Hauptrunde.

Trainer Claude Julien lobte den Auftritt seiner Schützlinge gegen die Lightning in den höchsten Tönen. "Es war in jeder Hinsicht eine gelungene Vorstellung. Die Jungs haben den Puck hervorragend laufen lassen, waren schnell auf den Beinen, haben das Forechecking effektiv eingesetzt und sehr diszipliniert gespielt", schwärmte er. "Wenn wir jetzt noch zwei Spiele in dieser Qualität hinlegen, bestehen gute Aussichten, die Saison zu verlängern."

Die Fortschritte der Canadiens im Vergleich zum Vorjahr lassen sich nicht nur auf dem Eis erkennen, sondern sind auch an der Punktzahl ablesbar. Zwei Begegnungen vor Schluss haben sie 23 Zähler mehr auf dem Konto als nach der gesamten Spielzeit 2017/18, die sie mit einer enttäuschenden Bilanz von 29-40-13 (71 Punkte) weit abgeschlagen auf Platz 14 im Osten abschlossen.

 

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Am Tag nach dem Triumph gegen die Lightning stieg die Belegschaft aus Montreal in den Flieger und brach zum nächsten Showdown nach Washington auf. Die Partie beim amtierenden Stanley Cup Champion ist für Donnerstag angesetzt. Am Samstag steigt schließlich noch das ewig junge Lokalderby im Bell Centre gegen die Maple Leafs, das aufgrund der Gesamtkonstellation diesmal besonders brisant werden dürfte.

Stürmer Paul Byron ist im Hinblick auf die verbleibenden Aufgaben zuversichtlich. "Wir haben ein gutes System. Wenn wir ehrliche Arbeit abliefern und einmal ins Rollen kommen, sind wir nur schwer zu stoppen. Das haben wir zuletzt eindrucksvoll unter Beweis gestellt", meinte er.

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