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Franchiserekord für die Kings

Noch nie startete die Franchise aus Los Angeles so erfolgreich in eine neue NHL-Saison wie diesmal

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Am Ende musste man auf Seiten der Los Angeles Kings beim jüngsten 3:2-Heimerfolg über die New York Islanders noch einmal kräftig zittern, hätte Gästekapitän John Tavares mit einer riesigen Möglichkeit freistehend vor dem Tor doch fast noch den Ausgleich erzielt. Da es für die Gastgeber letztendlich gut ausging, der Angreifer das leere Tor verfehlte, dürfen sich die Südkalifornier nun tatsächlich über den besten Saisonstart in ihrer Franchisegeschichte freuen.

Und das nach einer völlig enttäuschenden Spielzeit in der man die Playoffs, als Mitfavorit gestartet, komplett verpasste, und jüngst auch für eine Off-Season kritisiert wurde, in der angeblich viel zu wenig am Teamkader verändert wurde.

Anze Kopitar & Co. haben zumindest in den ersten fünf Spielen der jungen Saison ihre Kritiker nachhaltig eines besseren belehrt. Noch immer ist Los Angeles in der regulären Spielzeit unbezwungen, ging bereits vier Mal als Sieger vom Eis, wurde erst einmal in der Verlängerung knapp besiegt.

Video: PHI@LAK: Lewis wird von Shore bedient und trifft

Vor der laufenden Spielzeit wurde in erster Linie als Saisonziel ausgegeben, dass man die Offensive, in der es zuletzt über Monate haperte, wieder neu beleben wolle, ohne dabei jedoch an Stabilität in der Defensive einzubüßen. Und das gelingt bisher recht gut, überraschend gut.

Idealbeispiel für diese erkennbaren Fortschritte war gestern ein Treffer im dritten Drittel gegen die Islanders. Die New Yorker waren in Überzahl auf dem Eis als Kopitar geschickt eine Scheibe abfing und direkt hinüber zu Drew Doughty spielte. Dieser vollendete dann gekonnt zu seinem ersten Unterzahltreffer des Jahres.

Ein Spielzug, der den Kings in dieser Leichtigkeit, im Vorjahr so bestimmt noch nicht gelungen wäre. Die Köpfe der Spieler sind derzeit offenbar wieder erfreulich frei, um solche Aktionen abliefern zu können.

Entsprechend groß war die Freude darüber. Doughty sank im Anschluss an die Aktion auf die Knie, jubelte ausgelassen und offenbar sehr erleichtert. Dieser Treffer sicherte den Gastgebern am Ende den Heimsieg, er war der entscheidende Schlüssel zum Sieg.

Der beste Start in der Franchisegeschichte nahm so konkrete Formen an. Kopitar steht aktuell bei stolzen vier Saisontreffern, Doughty steuerte schon den zweiten Gamewinner bei.

Auch das Powerplay der Jungs aus Los Angeles funktioniert derzeit. Coach John Stevens hat es verstanden den Schalter bei den Kaliforniern überraschend schnell umzulegen.

Darcy Kuemper, der am Sonntag Stammkraft Jonathan Quick im Kasten der Hausherren vertrat, bewies bei 25 Saves seine Einsatzfähigkeit auf höchstem Niveau an neuer Wirkungsstelle. Das Vertrauen der Teamkameraden ist dem Neuzugang bereits sicher.

"Er könnte ohne Probleme der Nummer Eins-Torhüter eines NHL-Teams sein. Da bin ich mir sicher. Wir vertrauen ihm genauso wie Quick", sagte Doughty über diese Personalie im Anschluss des Sieges.

Video: BUF@LAK: Quick macht einen unglaublichen Save

Nachdem man zuletzt das NHL-Team mit den sechstwenigsten Toren der gesamten Liga war, läuft es bei den Kings aktuell richtig gut im Spiel nach vorne. Der Trefferdurchschnitt nach den ersten fünf Spielen liegt aktuell bei über drei Toren pro Begegnung.

Natürlich darf man bei allem berechtigten Jubel nicht außeracht lassen, dass man am Samstag und Sonntag nicht gerade gegen zwei Teams aus der oberen Region in der besten Eishockeyliga der Welt anzutreten hatte, doch schwinden die Zweifel an den Offensivqualitäten der Kings mit jedem weiteren Erfolg ein Stückchen mehr.

Und die wiedergewonnene Offensivstärke von Brown, der vier Treffer in den ersten vier Spielen beisteuern konnte, erzielt offenbar psychologische Wirkung beim Gegner. So stocherten die Islanders einen Puck am Sonntag letztendlich ins eigene Tor, nachdem der heranstürmende Brown die Defensive so sehr beeindruckte, dass er selber gar nicht mehr an die Scheibe zu kommen brauchte. Kopitar wurde der Treffer am Ende gutgeschrieben, da er den Pass spielte, welcher zum 1:0 für die Kings in der 13. Spielminute des Eröffnungsdrittels mündete.

So agiert eine effektive Offensive, die von den Gegnern gefürchtet wird. Entsprechend stolz ist auch Coach Stevens auf seine Truppe. "Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, da haben wir hier in erster Linie über unsere Probleme im Powerplay und in Sachen Offensive sprechen müssen. Schon damals haben wir intern an das geglaubt was wir machen. Vieles war auf einem guten Weg, auch wenn man das damals noch nicht so gut sehen konnte. Jetzt ist das Momentum wieder auf unserer Seite. Gerade unser Powerplay hat uns in den letzten beiden Spielen sehr geholfen."

Kaum jemand hätte im Sommer wirklich erwartet, dass die Franchise aus Los Angeles so schnell wieder in die Erfolgsspur zurückfindet. Zu niederschmetternd war die Enttäuschung im Frühjahr. Doch manchmal geht es im Sport eben deutlich schneller als gedacht. Den Anhängern und Spielern der Kings wird es derzeit sehr recht sein.

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