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Kovalchuk ist der große Hoffnungsträger

31 in 31: Die Los Angeles Kings haben ihr Team zusammengehalten, hoffen nun auf die Tore eines Veteranen

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Die NHL-Saison 2018/19 wirft langsam aber sicher ihre Schatten voraus. Vor dem Start der Trainingslager analysiert NHL.com/de ab 5. August die 31 Teams der Liga in 31 Tagen. Zu jeder Mannschaft gibt es in der Serie "31 in 31" zwei Berichte mit interessanten Fakten, Einschätzungen und Einblicken.

In dieser Folge: Los Angeles Kings

Bilanz 2017/18: 45-29-8, 4. Platz in der Pacific Division
Playoffs 2018: 0:4-Niederlage in der ersten Runde gegen die Vegas Golden Knights
Trainer: John Stevens, seit dem 23. April 2017
Neuzugänge: Ilya Kovalchuk (KHL), Zack Mitchell (Minnesota Wild), Sean Walker (Ontario Reign, AHL)
Abgänge: Tobias Rieder (Edmonton Oilers), Jarome Iginla (Karriereende), Torrey Mitchell (Lausanne HC)

 

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Nach einer mit insgesamt 98 Zählern eigentlich recht erfolgreichen Hauptrunde 2017/18, die mit einer Wild Card in der Western Conference zur Teilnahme an den Stanley Cup Playoffs belohnt wurde, war die Stimmung rund um die Los Angeles Kings in diesem Frühjahr zunächst sehr positiv. Das Franchise aus der kalifornischen Filmmetropole schien damit eigentlich auf dem besten Wege, die große sportliche Enttäuschung aus der Runde zuvor, als die Kings die KO-Phase völlig überraschend gänzlich verpasst hatten, wieder auszumerzen.

Dass es dann bereits in Runde eins der anschließenden Playoffs mit 0:4 das rasche Aus gegen die erstmals überhaupt in der Endrunde mitmischenden Vegas Golden Knights setzte, schmerzte alle im Umfeld der Kings sehr. Einmal mehr endeten die Träume vom dritten Stanley Cup Titel nach 2012 und 2014 sehr unsanft und überraschend früh.

Video: Kovalchuk trägt Schwarz und Weiß

Doch die Verantwortlichen in Los Angeles rund um General Manager Rob Blake behielten über den vergangenen Sommer die Nerven, verzichteten auf einen größeren Umbruch. Sie hielten das Team weitestgehend zusammen und wollen im kommenden Frühjahr mit Ruhe und Augenmaß einen weiteren Anlauf in Richtung Titelgewinn unternehmen.

Lediglich zweimal wurde es in den vergangenen Monaten der Offseason medial so richtig laut um das Franchise aus dem Süden Kaliforniens. Erstmals bei der langfristigen Vertragsverlängerung von Top-Verteidiger Drew Doughty am 29. Juni, das zweite Mal bei der Verpflichtung von Ilya Kovalchuk am 1. Juli, der nach mehreren Jahren in der russischen KHL überraschend in die NHL zurückkehrte und sich den Kings anschloss.

In Los Angeles setzt man damit zukünftig auf die Dienste eins bereits 35-Jährigen, in der Hoffnung, dass dieser am Ende einer der entscheidenden Faktoren für mehr sportlichen Erfolg innerhalb der nächsten drei Jahre sein kann. Denn so lange läuft der mit insgesamt 18,75 Millionen US-Dollar dotierte Kontrakt.

Naturgemäß kein risikoloses Vorhaben, nach zuletzt fünf Jahren in Diensten von SKA St. Petersburg. Doch zur Erinnerung sei hier noch einmal erwähnt, dass es eben dieser Kovalchuk war, dem es bereits zwei Mal gelang, 52 Saisontore mit den Atlanta Thrashers (heute Winnipeg Jets) zu erzielen (2005/06 und 2007/08). Zudem knackte der Russe neunmal die 30-Tore Marke in der NHL, sechsmal die 40-Treffer-Marke. Im Jahre 2003/04 gewann er außerdem gemeinsam mit Rick Nash und Jarome Iginla die Rocket Richard Trophy (bester Torjäger der regulären Saison), für die er damals 41 Saison-Tore benötigte.

 

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Wie schnell er nach so vielen Jahren fernab Nordamerikas in Form kommt, muss der neue Hoffnungsträger der Kings ab Herbst zeigen. Er selbst gibt sich in diesen Tagen diesbezüglich jedenfalls überaus optimistisch.

"Als ich diese Entscheidung getroffen habe, da habe ich wirklich nur an Eishockey gedacht. Ich habe bestimmt noch drei oder vier Jahre Spitzeneishockey in mir", so Kolalchuk. "Ich fühle mich fit, bin mit Sicherheit ein ganz junger 35-Jähriger", scherze er in Richtung der Skeptiker.

Im insgesamt sehr erfahrenen Kader der Kings wird der Neuzugang dann auf viele Mitspieler treffen, die mit dem Team schon in den Jahren 2012 und 2014 den ganz großen sportlichen Erfolg feiern durften. Dustin Brown (33), Jeff Carter (33), Jonathan Quick (32) oder Anze Kopitar (30) - sie alle haben im Laufe der Jahre viel Erfahrung angesammelt, und bewiesen, dass sie ein Franchise in den Playoffs mit ihrer Routine grundsätzlich sehr weit bringen können.

Coach John Stevens, seit April 2017 im Amt, vertraut jedenfalls in die Künste von Kovalchuk, sieht in ihm einen womöglich entscheidenden Faktor, es zukünftig wieder weiter in Richtung Titelgewinn zu schaffen, als in den Vorjahren.

"Natürlich glauben wir an ihn und seine Fähigkeiten. Unsere gesamte Organisation war begeistert von der Idee, ihn für unser Team zu gewinnen. Er ist ein Profi, pflegt sich sehr gut und arbeitet gewissenhaft", so Stevens in Hinblick auf seinen neuen Stürmer.

"Die Zusammensetzung der Mannschaft hier ist toll. Ein toller Torwart, eine Spitzenverteidigung", so Kovalchuk. "Mit Anze Kopitar steht zudem einer der besten Center im Kader. Bisher hatte ich noch nie die Gelegenheit, mit einer so hochkarätig besetzten Truppe zu spielen", lobte der 35-Jährige. "Ich bin total aufgeregt und freue mich riesig auf diese neuen Möglichkeiten. Alle sind extrem erfolgshungrig. Deshalb bin ich hergekommen."

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Wenn man bedenkt, dass den Kings bei ihrem Erstrunden-Aus gegen die Vegas Golden Knights in den vergangenen Playoffs in den insgesamt vier Spielen lediglich drei Treffer gelangen, dann wird zudem klar, was sich Blake & Co. von Kovalchuk erhoffen: Tore!

"Wir müssen uns diesbezüglich in Zukunft klar verbessern, denn auch alle Teams um uns herum verstärken sich aktuell. Wir sind mit dem Status unserer Mannschaft zwar grundsätzlich zufrieden, doch wir müssen eben auch ehrlich zu uns selbst sein. Wir sind gezwungen, uns künftig stetig zu verbessern, wenn wir wieder erfolgreicher in den Playoffs spielen wollen", so Coach Stevens im Hinblick auf die im Oktober beginnende neue Saison.

"Kovalchuk wird diesbezüglich ein wichtiges Puzzleteil bei uns sein. Ein so erfahrener Flügelstürmer tut uns sicherlich sehr gut. Dass er Tore auf diesem Niveau schießen kann, hat er schon ausreichend unter Beweis gestellt."

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