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Die Liga will Gordie Howe besonders würdigen

von Dave Stubbs / NHL.com

Die NHL hat eine turbulente Woche hinter sich, deren wichtigste Ereignisse die Verantwortlichen der Liga noch eine Weile beschäftigen werden. Neben dem Sieg der Pittsburgh Penguins im Stanley Cup Finale waren das vor allem die Trauerfeierlichkeiten für die im Alter von 88 Jahren verstorbene Hockey-Legende Gordie Howe.

Seit Tagen erhält NHL Commissioner Gary Bettman zahlreiche Vorschläge, auf welche Weise man Mr. Hockey ein ehrendes Gedenken bewahren sollte. Wayne Gretzky beispielsweise wurde mit den Worten zitiert, man möge Howes Nummer 9 nie wieder vergeben. So wie es mit Gretzkys Nummer 99 geschah, als er am 6. Februar 2000 zurücktrat. Andere schlugen vor, dass in der nächsten Saison alle 30 NHL-Teams ein Abzeichen mit der Nummer 9 auf dem Trikot tragen sollten.

"Wir werden auf jeden Fall etwas machen, das dauerhaft an Gordie erinnert. Etwas, das seinem Leben und seiner Karriere gerecht wird", sagte Bettman am Dienstag in seinem Büro in New York. Der Commissioner nahm am Mittwoch in Detroit an der Trauerfeier für Howe in der Kathedrale von Detroit teil. "Das war ein bewegender Moment. Denn es wurde nicht nur an Mr. Hockey erinnert, sondern vor allem an den Menschen Gordie Howe, an den Ehemann, Vater und Großvater", sagte Bettman.

Er könne sich nicht mehr ganz genau daran erinnern, wann er Howe das erste Mal begegnet sei, fuhr der Commissioner fort. Entweder sei es ein All-Star Game oder eine Begegnung der Detroit Red Wings gewesen. "Auf jeden Fall war es ein angenehmes Treffen", so Bettman. Überhaupt habe Howe keinerlei Berührungsängste gehabt. Der Commissioner erzählte von einem Fan-Fest am Rande eines All-Star Games, bei dem Mr. Hockey zugegen war. Er bahnte sich seinen Weg durch die Menschenmenge. Dabei wäre er fast vom Pulk erdrückt worden.

"Es gibt viele Leute und Spieler, die sich in einem solchen Gedränge unwohl fühlen", sagte Bettman. "Gordie hat das genossen. Kleine Kinder, die ihn nie in der NHL spielen sahen, sprachen ihn an. Es war seine größte Freude, mit diesen jungen Leuten zu spielen, mit ihnen Fotos zu machen und Autogramme zu geben."

Howes Bedeutung für das Eishockey und die NHL sind weder in Worte noch in Zahlen zu fassen. Seine fast surreal anmutenden Statistiken, seine lange aktive Laufbahn und sein volkstümliches Auftreten abseits des Eises zusammen haben seinen Status als Legende begründet.

"Die Quintessenz von Gordie wird an seinem Spitznamen deutlich", so Bettman weiter. "Niemand kann Mr. Hockey heißen, wenn er nicht das Fundament für unseren Sport bilden würde. Er war ein einmaliger Spieler. 20 Jahre in Folge gehörte er zu den fünf Top-Scorern in der NHL. Jemand mit seinen Fähigkeiten und seiner körperlichen Verfassung ist nach wie vor einzigartig."

Howes Rekord an Spielzeiten in der NHL dürfte wohl noch lange, wenn nicht sogar ewig halten. Von den aktiven Spielern am nächsten kommt ihm im Moment der 44-jährige Jaromir Jagr. Er spielte gerade seine 22. Saison in der NHL. "Wer ist überhaupt so viele Jahre in einer Sportart aktiv wie Gordie? Nicht einmal Golfer können auf eine so lange Karriere zurückblicken", sagte Bettman.

Howes Vermächtnis ist in Stein gemeißelt. Er wird als der größte Spieler aller Zeiten in Erinnerung bleiben – bei aller Bescheidenheit, die er als Privatmensch an den Tag legte. So jemand wie Gordie Howe könnte man heute wahrscheinlich nicht mal mehr erfinden, meinte Boston Bruins Legende Bobby Orr am Mittwoch bei einer Zusammenkunft nach der Beerdigung. "Ich glaube wirklich, dass das, was Gordie mit all seiner Demut und Liebenswürdigkeit geschafft hat, unerreicht bleiben wird."

Commissioner Bettman meinte noch: "Gordie ist der Begründer des modernen Eishockeys. Er war nicht nur vortrefflich auf dem Eis und hat gezeigt, was es bedeutet, ein Hockey-Spieler zu sein, sondern war zugleich ein perfekter Botschafter für unseren Sport."

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