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Chicago stabilisiert die anfällige Defensive

NHL.com/de 31 in 31: Die Analyse der Blackhawks für die Saison 2019/20

von Axel Jeroma @NHLde / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Chicago Blackhawks.

Ein Blick auf das Torverhältnis macht auf dramatische Weise deutlich, wie sehr die Leistungsnachweise von Offensive und Defensive bei den Chicago Blackhawks in der Saison 2018/19 auseinanderklafften. Die 267 erzielten Treffer bedeuteten in der Endabrechnung den 8. Platz in der Liga. Diese erfreuliche Tatsache wurde jedoch gleichzeitig vom Wert der Gegentore getrübt. 291 Mal schlug der Puck in den 82 Hauptrunden-Spielen im Gehäuse des Teams aus Illinois ein. Damit landeten sie als Vorletzter nur knapp vor den Ottawa Senators (301). Das schwache Abwehrverhalten trug wesentlich dazu bei, dass die Blackhawks zum zweiten Mal in Folge die Stanley Cup Playoffs verpassten.

Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Verantwortlichen aus Chicago in der Postseason ihr Hauptaugenmerk darauf richteten, die anfällige Defensive zu stabilisieren. Mit Robin Lehner nahmen sie einen der besten Torhüter der vergangenen Spielzeit unter Vertrag. Sein Vertrag bei den New York Islanders war ausgelaufen. Darüber hinaus verpflichteten die Blackhawks im Rahmen von zwei Trades die beiden erfahrenen Verteidiger Olli Maatta (Pittsburgh Penguins) und Calvin de Haan (Carolina Hurricanes). Für den Angriff holten sie unter anderem Zack Smith (Ottawa Senators) und Andrew Shaw (Montreal Canadiens).

 

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Mit den Transfers sehen sich die Blackhawks in die Lage versetzt, ernsthaft in den Kampf um die Playoff-Tickets in der Western Conference eingreifen zu können. "Wir haben jetzt zwei erstklassige Torleute im Kader, wir haben die Defensive verstärkt und ein paar Veränderungen im Sturm vorgenommen. Daher bin ich sehr optimistisch", sagte General Manager Stan Bowman.

Nicht mehr mit von der Partie ist Dominik Kahun. Der deutsche Stürmer wechselte als Bestandteil des Maatta-Trades zu den Penguins. Die Blackhawks dürften ihn nicht allzu gerne abgegeben haben, mussten jedoch ein Pfund in die Waagschale werfen, um den finnischen Verteidiger an Land ziehen zu können. Kahun legte eine starke Rookie-Saison in Chicago hin. Er bestritt 2018/19 alle 82 Partien der Hauptrunde und sammelte 37 Punkte (13 Tore, 24 Vorlagen).

Die Schlüsselspieler
Nach langer Zeit verfügen die Blackhawks mit Corey Crawford und Robin Lehner wieder über zwei gleichwertige Top-Goalies. Wenn sie gesund bleiben, dürften sie sich die Starts weitgehend teilen. Im Angriff liefen Kapitän Jonathan Toews und Patrick Kane im Vorjahr nach einem Durchhänger in der Saison 2017/18 zur gewohnten Klasse auf. Toews verbuchte 81 Punkte (35 Tore, 46 Assists) in 82 Einsätzen. Kane stellte mit 110 Zählern (44 Tore, 66 Assists) in 81 Spielen sogar eine persönliche NHL-Bestleistung auf.

In der Verteidigung sind die zwei Altstars Duncan Keith und Brent Seabrook nach wie vor nicht wegzudenken, obwohl die beiden Blueliner nicht mehr beständig das hohe Niveau aus ihren Glanztagen aufs Eis bringen. Eine bemerkenswerte Entwicklung im Defensivverbund machte Erik Gustafsson. Er war mit 60 Punkten (17 Toren, 43 Vorlagen) der offensivstärkste Verteidiger in der letzten Saison. In eine Führungsrolle hineinwachsen könnte auch Neuzugang Maatta, der mit Pittsburgh zweimal den Stanley Cup gewann. Mit seinen erst 24 Jahren hat er seine beste Zeit noch vor sich.

Sie könnten nachrücken
Mit Dominik Kubalik, Anton Wedin und Alexander Nylander kämpfen drei neue Stürmer um einen Platz im 23-köpfigen NHL-Kader für die kommende Runde. Kubalik glänzte beim HC Ambri-Piotta in der Schweizer National League mit 57 Punkten (25 Tore, 32 Assists) in der regulären Saison. Der Tscheche erhielt bei den Blackhawks einen Einjahresvertrag. Die gleiche Laufzeit hat Wedins Kontrakt, der zuletzt für Timra IK in der zweiten schwedischen Liga aktiv war und dort 27 Punkte (14 Tore, 13 Vorlagen) in 32 Begegnungen einsackte.

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Nylander kommt von den Buffalo Sabres, bei denen es der Gesamtpick Nummer 8 vom NHL Draft 2016 aufgrund von Verletzungen und Leistungsschwankungen nur auf 19 Spiele und sechs Punkte (drei Tore, drei Vorlagen) in den zurückliegenden drei Spielzeiten gebracht hatte. Sein ursprünglich in Buffalo unterzeichneter Vertrag, den die Blackhakws nun übernahmen, läuft noch bis Ende 2020/21.

Stärken
Prunkstück der Mannschaft ist eindeutig die Offensive. Neben Toews und Kane überzeugten letzte Saison auch Alex DeBrincat (82 Spiele -41 Tore/35 Vorlagen/76 Punkte), Dylan Strome (78 - 20/37/57) und Brandon Saad (80 - 23/24/47) mit ihren Scorerqualitäten. Neuzugang Shaw (63 - 19/28/47) fügt sich nahtlos in diese Liste ein. Mit dem künftigen Duo Crawford und Lehner sind die Blackhawks auch zwischen den Pfosten optimal aufgestellt.

 

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Entwicklungspotenzial
Um wieder an erfolgreiche Zeiten anknüpfen zu können, müssen die Blackhawks in der Defensive deutlich zulegen. Wenn man hinten derart anfällig ist, tut sich selbst die stärkste Offensive schwer, die Kastanien aus dem Feuer zu holen. Eine Lösung zu finden gilt es außerdem für das schwache Penalty-Killing. Mit einer Ausbeute von 72,7 Prozent schadlos überstandener Unterzahlsituationen landeten die Schützlinge von Trainer Jeremy Colliton abgeschlagen auf dem letzten Platz aller 31 Teams.

Playoff-Chancen
Von der Papierform her ist Chicago stärker besetzt als in der Vorsaison. Wenn die neu hinzugekommenen Spieler die in sie gesteckten Erwartungen erfüllen, die Löcher in der Defensive gestopft werden und die Abteilung Attacke wie gewohnt zum Angriff bläst, dürfen sich die Blackhawks berechtigte Hoffnungen machen, eine der beiden Wildcards im Westen für die Playoffs zu ergattern. Um sich bei der harten Konkurrenz in der Central Division direkt zu qualifizieren, müsste schon alles zugunsten des sechsfachen Stanley-Cup-Champions laufen.

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