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Haie geben sich vor der Herausforderung locker

In Köln war beim Abschlusstraining vor dem Spiel gegen die Edmonton Oilers die Vorfreude zu spüren

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Deutlich mehr Betrieb als sonst üblich herrschte am Dienstagvormittag beim Abschlusstraining der Kölner Haie vor dem lang erwarteten Spiel der NHL Global Series Challenge 2018 zwischen den Gastgebern aus der Domstadt und den Edmonton Oilers, die mit dem deutschen Nationalspieler Leon Draisaitl und Superstar Connor McDavid antreten.

Neben einigen lokalen Medienvertretern hatte sich diesmal gleich ein ganzer Tross von Reportern aus Nordamerika in der Trainingshalle an der Gummersbacher Straße im Ortsteil Deutz versammelt.

Die Haie brachte dies jedoch keineswegs aus der Ruhe. Fröhliche Gesichter, wohin man auch blickte. Offenbar ist die Vorfreude auf das Kräftemessen am Tag der Deutschen Einheit bei den Kölnern größer gewesen als die Angst vor einer drohenden sportlichen Abreibung.

Von Nervosität oder gar Druck war in Deutz rein gar nichts zu spüren. Dies bestätigte Coach Peter Draisaitl, der Vater von Leon, gegenüber nhl.com/de: "Wir bereiten uns nicht wesentlich anders vor als sonst auch. Es gibt einige Videosequenzen von ihnen zu sehen, die wir entsprechend analysieren. Aber das war es dann auch schon. Wir stehen schließlich mitten im Ligabetrieb. Und da geht es bei uns gerade Schlag auf Schlag."

Video: Der Haie-Trainer spricht vor dem Spiel gegen Edmonton

Doch das Spiel gegen seinen Sohn ist für Vater Peter schon etwas Besonderes. Allerdings aus etwas ungewöhnlich anmutenden Gründen: "Ich freue mich natürlich auf das Spiel gegen Leon, doch ich bin auf der anderen Seite froh, wenn es dann wieder vorbei ist, die Jungs weiter nach Schweden reisen und wir wieder in unseren normalen Alltag starten können. Ich schaue mir die Oilers spiele zwar alle an, seit er in Edmonton ist, doch nicht live. Das mag ich gar nicht. Als Vater eines Spielers hat man da eine völlig andere Perspektive, denn als Trainer", so Draisaitl am Dienstag, mit einem leichten Lächeln im Gesicht.

Im anstehenden Kräftemessen mit den Kanadiern sieht der Übungsleiter in erster Linie eine Herausforderung, die es für seine Truppe zu meistern gilt.

"Sportlich wird es eine tolle Aufgabe für uns. Selbst die NHL-Spieler können einen Spieler von der Klasse eines McDavid ja nicht stoppen. Wir werden sehen, was wir gegen Spieler eines solch herausragenden Kalibers in diesem Spiel ausrichten können."

Video: Der Torwart der Haie freut sich auf die Oilers

Torhüter Hannibal Weitzmann schien ebenfalls bereits zu ahnen, was ihn am Mittwochnachmittag in der Lanxess Arena erwarten dürfte: "Leon zu stoppen wird natürlich schwer. Wir werden den Job irgendwie unter allen aufteilen müssen, wenn es tatsächlich gelingen soll."

Steve Pinnizotto, der früher selber einmal für Edmonton in der NHL aktiv gewesen war, inzwischen jedoch für die Rheinländer auf dem Eis steht, sah nach der Übungseinheit in erster Linie den langfristigen Effekt, den dieser Vergleich für das Eishockey insgesamt haben könnte. Er wies jedoch zugleich auf das Können der eigenen Mannschaft hin: "Das ist eine sehr große Sache für das deutsche Eishockey. Die Jungs auf der anderen Seite sind einfach ganz besondere Spieler. Jetzt können alle einmal sehen, was die so drauf haben. Doch auch wir haben Spieler in unseren Reihen, die einiges zu leisten im Stande sind, die ihre Tore erzielen können. Das wollen wir natürlich gegen die Oilers für jedermann sichtbar beweisen. Wir sind schließlich alle Profis und ein Profisportler weiß, was er grundsätzlich zu leisten imstande ist."

Über einige NHL-Erinnerungen verfügt auch der jetzige Kölner Ryan Jones. Trotz seiner Erfahrung aus 334 NHL-Begegnungen weiß Jones diesen Vergleich durchaus sehr zu schätzen, wie er betonte: "Wenn einem die tolle Möglichkeit geboten wird so ein Spiel zu bestreiten, dann ist das eine sehr seltene Gelegenheit. Für die Fans wird das natürlich ebenfalls eine riesige Sache. Sicherlich wollen von ihnen am Mittwoch fast alle 17 Tore von Leon Draisaitl und gleich noch einmal so viele von Connor McDavid sehen. Wir dürfen jedoch vielleicht auch eines machen. Aber mal ernsthaft, die Leute wollen diese Leute einfach einmal live spielen sehen. Die Atmosphäre in der Halle wird sicherlich toll werden. Es dürfte bestimmt, wie das in Deutschland ja üblich ist, viele Fahnen und Schlachtrufe in der Halle geben. Unsere Fans sind da völlig anders als die Eishockey-Zuschauer in Nordamerika. Das wird so oder so ein riesiges Spektakel, da bin ich mir ganz sicher."

 

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Doch wo schon viele Fans vorhanden sind, dürften aus Sicht von Jones zukünftig gerne noch weitere hinzukommen: "Die Auswirkungen auf das Eishockey in Deutschland insgesamt kann ich nur schwer abschätzen. Viele Leute hierzulande verfolgen natürlich begeistert der NHL, haben dort jedoch nicht unbedingt ein spezielles Lieblingsteam. Diese Fans wollen wir beim Spiel gegen Edmonton möglichst von uns überzeugen. Vielleicht können wir ja einige von ihnen zukünftig für uns gewinnen."

Video: Draisaitl zeigt den Oilers auf einer Tour Köln

Haie-Kapitän Moritz Müller dachte in seinem Statement nach dem Training in erster Linie an die Verbesserung der Nachwuchssituation: "Es ist eine Ehre für uns, dass wir diese Möglichkeit gegen die traditionsreichen Oilers erhalten haben. Die Fans dürfen sich auf viele ganz große Namen freuen. Die Medienpräsenz wird helfen Eishockey hierzulande zu entwickeln. Sportlich wird es selbstverständlich eine riesige Herausforderung für uns diese Spieler auf dem Eis zu stoppen. Diese Spieler dienen vielen Nachwuchsspielern hierzulande ja als ein Vorbild. Es ist doch herrlich, wenn wir nun einmal direkt gegen sie antreten dürfen. Wir rechnen uns dabei natürlich schon etwas aus."

Der SC Bern hat es am Montagabend vorgemacht und den New Jersey Devils alles abverlangt. Die Schweizer unterlagen erst nach Verlängerung mit 2:3. Sollte den Haien am Mittwoch ähnliches gelingen, es wären am Ende des Tages bestimmt alle Beteiligten zufrieden.

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