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Wer könnte 2019 in die HHOF einziehen?

Alfredsson galt schon dieses Jahr als Favorit, aber auch einige Verteidiger warten seit drei Jahren vergebens

von Stefan Herget / NHL.com/de Chefautor

Das 18-köpfige Ernennungskomitee der Hockey Hall of Fame um die Vorsitzenden Lanny McDonald und John Davidson weiß meist zu überraschen, wenn sie jährlich Ende Juni die im November aufzunehmenden Geehrten für die Ehrenhalle in Toronto bekannt geben. So auch in diesem Jahr, als der derzeit aktive NHL Commissioner Gary Bettman nach bereits über 25-jähriger Tätigkeit dazu gehört. Neben ihm werden Torhüter Martin Brodeur, Stürmer Martin St. Louis, Willie O'Ree, Alexander Yakushev und Jayna Hefford in einer Zeremonie am 12. November 2018 in die Hall of Fame in Toronto aufgenommen. Aber genau so, wie es stets Überraschungen gibt, müssen andere Kandidaten geduldig warten, bis sie an die Reihe kommen.

Wir wagen daher einen Ausblick, wer im Jahr 2019 zu den potenziellen Anwärtern gehört:

Daniel Alfredsson, Stürmer

Der schwedische Stürmer galt bereits in diesem Jahr als einer der Top-Kandidaten, da er schon seit zwei Jahren nach den Bestimmungen wählbar wäre. Sie sehen vor, dass das Karriereende eines Spielers länger als drei Jahre zurückliegen muss. Der Flügelstürmer der Ottawa Senators und Detroit Red Wings erzielte in seiner Laufbahn in 1.246 Spielen 444 Tore (Nr. 62 der ewigen Liste) und 1.157 Punkte (Nr. 51). Er gewann die Calder Trophy als bester Rookie und spielte in seiner gesamten aktiven Zeit sehr konstant, allerdings kam er nur einmal in der Saison 2005/06 über 100 Punkte. Er gewann zwar nie den Stanley Cup, aber dafür Olympisches Gold. Alfredsson ist ohne Zweifel durch seine bescheidene Art und sein Auftreten als Gentleman ein wichtiger Botschafter für den Eishockeysport, auch heute noch.

Nachdem seit drei Jahren kein Verteidiger mehr unter den Auserwählten war, sollte in 2019 wieder einer dabei sein. Mögliche Kandidaten:

Sergei Gonchar, Verteidiger

Der Russe beendete erst 2015 seine Karriere und wäre 2018 erstmals zur Auswahl gestanden. In 1.301 Spielen verbuchte er 811 Punkte und liegt damit auf dem 17. Platz der ewigen Scorerliste unter den Defensivleuten. Er war vier Mal in den Top 5 für die Norris Trophy des besten Verteidigers der Saison, gewann sie aber nie. Einmal holte er mit den Pittsburgh Penguins den Stanley Cup.

 

[Ähnliches: Bettman und Brodeur führen Hall of Fame Klasse 2018 an]

 

Kevin Lowe, Verteidiger

Seit 18 Jahren könnte Kevin Lowe aufgenommen werden. Er gewann sechs Mal den Stanley Cup, darunter fünf Mal mit den Edmonton Oilers in deren Glanzzeit Mitte der 80er Jahre und gehörte stets zu den Leistungsträgern. Er hat zusätzlich keine Trophäe gewonnen, aber das war für andere wie Mark Howe auch kein Manko, der nach bereits 13 Jahren Wartezeit in die Hockey Hall of Fame kam.

Doug Wilson, Verteidiger 

Wilson gewann einmal die Norris in 1982 und war in dieser Kategorie drei weitere Male unter den Top vier. Die offensiven Werte des heutigen General Managers der San Jose Sharks von durchschnittlich 0,81 Punkte pro Spiel bedeuten den achten Platz unter den Verteidigern, die mindestens 657 Spiele absolviert haben (wie Bobby Orr). Er spielte zwar nie um den Stanley Cup, stünde aber seit 23 Jahren zur Auswahl, was eine sehr lange Wartezeit bedeutet.

Sergei Zubov, Verteidiger

Zubov gewann zwei Mal 1994 mit den New York Rangers und 1999 mit den Dallas Stars den Stanley Cup und war zwischen 1996 bis 2009 neben Stürmer Mike Modano das Gesicht der Stars und leitete deren Defensive. Er erreichte in 1.068 Partien durchschnittlich 0,72 Punkte pro Spiel und seine 112 Punkte in den Stanley Cup Playoffs sind die zwölftmeisten aller Zeiten. Der derzeitige Trainer des HC Sotchi in der KHL lief vier Mal im All-Star Game auf, gewann aber nie eine persönliche Trophäe. Seine Wartezeit beträgt sieben Jahre.

 

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Natürlich gibt es neben Alfredsson auch weitere Kandidaten aus dem Sturmbereich:

Alexander Mogilny, Stürmer

Er war der erste Russe, der es gen Westen wagte und fand sich schnell in der NHL und dem neuen Umfeld zurecht. Seine 76 Tore in der Saison 1992/93 waren die Bestleistung zusammen mit Teemu Selanne und darüber hinaus kam er auf 127 Punkte. Ein Jahr später wurde er von den Buffalo Sabres zum zweiten europäischen Kapitän nach Peter Stastny in der NHL-Geschichte benannt. Der sechsmalige All-Star markierte in 990 NHL-Spielen 473 Tore und 559 Vorlagen zu 1.032 Punkten. Er ist Mitglied des IIHF Triple Gold Club, was bedeutet, dass er Gewinner vom Stanley Cup, olympischem Gold und der Weltmeisterschaft ist.

Jeremy Roenick, Stürmer

In 1.363 Spielen erreichte JR 513 Tore und 1.216 Punkte. Neun Mal wurde er ins All-Star Spiel berufen. Zahlen, die eigentlich für eine Nominierung ausreichen könnten, aber nach drei Spielzeiten mit jeweils über 100 Punkten und mehr als 45 Toren, nahm seine Produktion jedoch deutlich ab. Roenick ist allerdings als TV-Analyst weiterhin präsent und bringt sich so in das Geschehen rund um die NHL ein, so dass irgendwann eine Aufnahme erfolgen könnte. Aber schon in 2019?

Als Torhüter kämen noch in Frage:

Chris Osgood, Torhüter

401 Siege, 50 Shutouts, dreimaliger Stanley Cup Champion und zweimaliger Jennings Trophy Gewinner. Er war lange Zeit der Rückhalt eines großartigen Teams der Detroit Red Wings.

Curtis Joseph, Torhüter

454 Siege, 51 Shutouts, Goldmedaille bei Olympia, dreimaliger Finalist für die Vezina Trophy zum besten Torhüter der Saison, allerdings kein Stanley Cup Champion.

Weitere Spieler mit Chancen: Keith Tkachuk, C; Pierre Turgeon, C; Theo Fleury, RW; Rod Brind'Amour, C; Boris Mikhailov, RW; Peter Bondra, RW; Dale Hunter, C; Steve Larmer, RW; Pat Verbeek, RW; Tim Thomas, G

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