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Todd McLellan ist der große Hoffnungsträger

NHL.com/de 31 in 31: Die Los Angeles Kings setzen in erster Linie auf den Effekt des Trainerwechsels

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Ab dem 1. August nimmt NHL.com/de mit seiner 31 in 31 Serie jedes Team genauer unter die Lupe. Von den wichtigsten Geschehnissen und Spielern bis hin zu Stärken und Schwächen, bieten wir eine umfassende Bestandsaufnahme der Klubs in der Liga.

In dieser Ausgabe geht es um die Los Angeles Kings.

Nach dem Erstrunden-Aus in den Stanley Cup Playoffs 2017/18 gegen den damaligen Liganeuling Vegas Golden Knights, sollte bei den Los Angeles Kings alles besser werden. Der selbsternannte Mitfavorit auf den Stanley Cup wollte zu alter Stärke zurückfinden. Groß war die Sehnsucht nach einer Wiederholung der beiden zuvor errungenen Meisterschaften, die den Kaliforniern 2012 und 2014 zeigten, wie süß der sportliche Erfolg schmecken kann.

 

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Die Realität war eine völlig andere. Es folgte die schwächste Spielzeit der Kings in 13 Jahren, 2006/07 waren 68 Zähler die traurige Bilanz. Mit lediglich 71 Punkten (31-42-9) präsentierte sich die Mannschaft meilenweit von dem entfernt, was die Verantwortlichen noch vor Saisonbeginn vom Team erwarten hatten. Selbst ein Trainerwechsel brachte nicht den erhofften Umschwung. Willie Desjardins hatte nach einem Start von 4-8-1 im vergangenen November die Verantwortung an der Bande von John Stevens übernommen. Doch auch er konnte die Saison in Los Angeles nicht retten. 

Von allen 31 Teams der NHL waren nur die im Umbruch befindlichen Ottawa Senators in der Eastern Conference schwächer. Nicht wirklich überraschend also, dass Desjardins nach Saisonende ebenfalls von seinen Aufgaben entbunden wurde. Am 16. April präsentierten die Kings Todd McLellan als seinen Nachfolger. Unter seiner Leitung soll die Mannschaft in Zukunft den Weg zurück zum Erfolg finden. Auf ihm ruhen fast alle Hoffnungen. 

Bilanz 2018/19: 31-42-9, 15. Platz in der Western Conference
Playoffs 2019: nicht qualifiziert
Trainer: Todd McLellan, seit April 2019
Zugänge: Joakim Ryan, Martin Frk, Mario Kempe
Abgänge: Dion Phaneuf

 

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McLellan war sich bei seiner Ankunft der Schwere der Aufgabe vollauf bewusst: "Ich habe realisiert, wo das Team steht, vielleicht sogar mehr als die Spieler. Ich kann mich mit den mir präsentierten Plänen identifizieren, diese Mannschaft wieder nach oben zu führen. Dazu brauchen wir Geduld, die ich habe. Nur bei einem werde ich nicht geduldig mit den Spielern sein, und das ist ihr Engagement und ihre Leidenschaft. In diesem Bereich wird meine Geduld ihnen gegenüber vergleichsweise klein sein."

Das klingt nach einer harten Hand, die das Team in den kommenden Wochen auf die neue Spielzeit vorbereiten wird. Nachdem die Kings, trotz ihres durchaus noch immer hochkarätig besetzten Kaders, in zwei der vergangenen drei Saisons das Mindestziel KO-Runde verpasst haben, eine normale Herangehensweise. 

Nach dem Titelgewinn im Jahre 2014 gelang es der erfolgsverwöhnten Organisation nicht mehr in die zweite Runde der Playoffs in der Western Conference einzuziehen. McLellan soll mit seiner bekannt zielstrebigen Art dafür sorgen, dass die Fans im Staples Center zukünftig zumindest wieder regelmäßig das Gefühl haben, dass das Team auf dem Eis alles für den Erfolg gegeben hat. 

McLellan betreute in den vergangenen elf Jahren die Teams der San Jose Sharks und Edmonton Oilers. In der Saison 2016/17 führte er die Oilers mit Leon Draisaitl erstmals seit elf Jahren wieder in die Playoffs. Nach einem Start von 9-10-1 trennte sich die Organisation am 20. November 2018 allerdings von ihm, nachdem die Verantwortlichen die angestrebte KO-Runden-Teilnahme im April 2019 ernsthaft gefährdet sahen und am Ende trotz Trainerwechsel zu Ken Hitchcock bestätigt wurden.

Den Kader der Kings soll der neue Verantwortliche an der Bande ohne größere personelle Veränderungen zurück an die Ligaspitze führen. Zu Beginn der Free-Agency-Periode am 1. Juli verpflichteten die Kings lediglich Joakim Ryan und Martin Frk, jeweils für ein Jahr. Es folgte Neuzugang Mario Kempe ein paar Tage später. Für nennenswerte Schlagzeilen außerhalb der Organisation sorgten diese Neuzugänge in der Eishockeywelt nicht.

"Ich denke, dieses Team hat die beiden Titel gewonnen, weil es viel Charakter und die richtige Einstellung hatte. Es war aus meiner Sicht nie das talentierteste Team von allen in der Liga", erläuterte McLellan seine Herangehensweise an neuer Wirkungsstätte. 

"Die richtige Einstellung kann dich im Leben überall sehr weit bringen, auch und gerade im Eishockey. Es kommt hierbei natürlich in entscheidendem Maße auf die Spieler an, wie sie in Zukunft an die ihnen von mir übertragenen Aufgaben herangehen werden. Ich werde ihnen dann auf diesem Weg im Rahmen meiner Möglichkeiten bestmöglich helfen."

Der 51-Jährige McLellan setzt dabei weiterhin auf die Dienste von Co-Trainer Marco Sturm, der die deutsche Nationalmannschaft bei Olympia im Februar 2018 sensationell zur Silbermedaille führte und in diesem Turnier genau die angesprochenen Attribute mit Erfolg einforderte.

Beiden ist damit zuzutrauen, dass sie die Zukunft der Kings wieder positiver gestalten können. Immerhin wurde McLellan in der NHL schon zwei Mal zum Trainer des Jahres ernannt. 2009 gewann der den begehrten Jack Adams Award in Diensten der Sharks und 2017 mit den Oilers. 

Von den namhaften Spielern ist nur Verteidiger Dion Phaneuf als Abgang zu verzeichnen, den die Kings am 15. Juni nach einer schwachen Saison aus seinem Vertrag herauskauften. Sollte das Team mit der notwendigen Entschlossenheit an die Aufgaben herangehen, dann ist ihnen eine Trendwende durchaus zuzutrauen.

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