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Die Gesundheit von Price ist das Thema bei den Habs

von Sean Farrel / NHL.com

NHL.com bietet im August detaillierte Analysen aller 30 Teams. Heute die größten Gründe für Optimismus und die größten Fragezeichen bei den Montreal Canadiens:

Hier sind vier Gründe für Optimismus vor dem Saisonstart:


1. Carey Price ist zurück

Die Canadiens begannen die letzte Saison auf historische Art und Weise, schraubten ihre Startbilanz nach einem 2:1-Erfolg am 1. Dezember gegen die Columbus Blue Jackets dabei auf 19-4-3. In den vier Monaten danach aber stellten die Canadiens mit 15-32-3 dann das schwächste Team in der Liga. Das muss man so erst einmal sacken lassen. Montreal hatte in einer Spanne von 50 Spielen tatsächlich einen Punkteschnitt von nur 0.330. Und das zwischen dem 3. Dezember und dem 26. März. Die Kanadier mussten in dieser Zeit einen der besten Spieler der Liga ersetzen. Logisch also, dass ihnen nun nichts Besseres passieren kann als die Rückkehr eines gesundeten Carey Price.

2. Die Anwesenheit von Shea Weber

Der Kapitän der Chicago Blackhawks, Jonathan Toews, drückte es bei Twitter ganz klar aus, was für eine Bedeutung er im Abgang von Weber in Richtung Montreal sieht:

“Hey Webbs, viel Glück in Montreal! Danke dafür, dass Du unsere Division verlässt! #Erleichterung“ So lass sich sein Tweet , der wahrlich viel darüber aussagte, wie entscheidend die Rolle von Weber aus seiner Sicht war und ist. Price dürfte von seiner Anwesenheit in Zukunft wohl am meisten profitieren. Der 1,93-Meter Hüne dürfte einen großen Einfluss auf die Defensive der Canadiens haben.

Montreals Beitrag in den Playoffs des Jahres 2014 war recht kurz, weil Price, nach einer Verletzung durch eine Kollision mit Chris Kreider von den New York Rangers im ersten Spiel des Eastern Conference Finales mit einer Knieverletzung plötzlich ausfiel. Zwar konnte Price ein klein wenig Genugtuung erfahren als er Kreider dann in der Vorsaison einmal hinter seinem Netz niederstrecken konnte, doch sollten die Canadiens die Selbstverteidigung zukünftig besser wohl nicht länger Price selber überlassen.

3.Die Rückkehr von Kirk Muller verbessert das Überzahlspiel

Es ist schwer zu erklären wieso das Powerplay der Canadiens in den letzten Jahren mit Spielern wie Subban, Max Pacioretty, Andrei Markov, Brendan Gallagher, Jeff Petry, Tomas Plekanec und Alex Galchenyuk nicht wirklich gut funktionierte. Doch woran auch immer es lag, die Statistiken lügen nicht.

Dieser Schwachpunkt war auch schon offensichtlich während der Playoffs 2015. Es gelangen dem Team lediglich zwei Treffer in 36 Anläufen. Und das in insgesamt 12 Spielen. Und auch in der Vorsaison konnte das Problem nicht behoben werden. Im Ligavergleich lagen die Canadiens nur auf Rang 25, bei einer Erfolgsquote von 16,2 Prozent. In Sachen Powerplaytreffer lag man mit 42 Torerfolgen auf einem geteilten Rang 23.

Muller kehrt nun für einen weiteren Versuch zurück das Problem zu lösen. Als Co-Trainer mit der speziellen Aufgabe diese Herausforderung zu meistern. Nach dem Stanley Cup-Erfolg als Spieler mit der Franchise im Jahre 1993 half er dem Club als Co-Trainer bereits zwischen den Jahren 2006-11 zu einem der stabilsten Power-Plays der Liga. Ähnliches gelang ihm auch zuletzt zwei Jahre lang mit den St. Louis Blues, welche immerhin auf Rang 6 (21,5 Prozent) beim Überzahlspiel in der Vorsaison abschlossen, während sie im Jahr zuvor am Ende sogar auf Rang 4 (22,3 Prozent) lagen.

4. Der Aufstieg von Alex Galchenyuk als Center der Top-Reihe

Seit seinem NHL-Debut als 18-Jähriger in der Saison 2012-13 spielte Galchenyuk in der Mehrheit der Spiele seiner ersten drei Spielzeiten in erster Linie noch auf dem linken Flügel. Trainer Michel Therrien predigte damals Geduld bei der Entwicklung des Jungstars und verschob ihn nach und nach in Richtung der Center-Position, seiner eigentlichen Funktion. Galchenyuk schien dann seinen Durchbruch in dieser Rolle geschafft zu haben, als er als Center zwischen Pacioretty und Gallagher fungierte. Gegen Ende der Spielzeit funktionierte die Reihe auf beeindruckende Art und Weise, und Galchenyuk und Pacioretty gelangen jeweils 30 Treffer.

Hier sind drei Kernfragen bei den Canadiens:

1. Wird Carey Price diesmal die ganze Saison über gesund bleiben?

Die Rolle von Price kann insgesamt gar nicht groß genug bewertet werden. Er gewann 10 seiner 12 Auftritte vor seinem verletzungsbedingten Aus. Der tolle Saisonstart folgte auch bereits einem Top-Wert von 44 Siegen während der Spielzeit 2014-15, wodurch er die Vezina Trophy mit neun Shutouts gewann. Er führte die Statistiken der Liga mit einem Gegentorschnitt von 1,96 an, verzeichnete eine Save-Percentage von .933.

„Was gerne vergessen wird, und das ist schon sehr wichtig, ist, dass wir Carey Price, abgesehen von 12 Spielen, fast das gesamte Jahr über ersetzen mussten“ beklagte dann auch Bergevin im Vormonat. „Das war eine riesige Schwächung für unser Team. Wir hätten dann auch nur 0.500 nach seinem Ausfall erreichen müssen um mit dann ca. 100 Punkten letztendlich in die Playoffs einziehen zu können. Doch das haben wir offensichtlich nicht geschafft.“

2.Wird sich Alexander Radulov in Montreal durchsetzen?

General Manager Marc Bergevin nutzte die Gelegenheit mit Radulov am 1. Juli einen Einjahresvertrag abzuschließen, welcher mit rund 5,75 Mio. US$ dotiert ist. Dies könnte sich durchaus auszahlen.

Radulov erzielte 169 Tore und 492 Punkte in 391 Spielen (in 8 Jahren) in der KHL (Kontinental Hockey League). Er erreichte auch 47 Tore und 102 Punkte in 154 bei seinen zwei Aufenthalten in Nashville (2006-08 und 2011-12).

“Was vergangen ist, das ist vergangen” versuchte dann auch Radulov nach seine Vertragsunterschrift in Montreal zu relativieren. „Die NHL ist die beste Liga auf der Welt, und ich bin in einem guten Alter (30). Und ich fühle mich gut, wollte unbedingt in die beste Liga zurückkehren, gegen die besten Spieler antreten. Und natürlich möchte ich den Stanley Cup gewinnen.“

3. Können die Canadiens an die Form des letzten Saisonstarts anschließen?

Es ist schwer vorstellbar, dass der Verlust eines einzigen Spielers so einen großen Einfluss hatte, doch es ist offenkundig, was der Verlust von Price, rund zwei Monate nach dem Start im Vorjahr, mit den Canadiens gemacht hat.

Aber es wurden auch andere Spieler im Saisonverlauf schmerzlich vermisst. Gallagher konnte in nur 53 Spielen mitwirken. Trotzdem erreichte er noch 19 Tore und 40 Punkte. Auch Petry viel zweimal längerfristig aus. Ein Leistenbruch, welcher operiert werden musste, beendete schließlich seine Saison auch vorzeitig.

Es bleiben daher Zweifel welches Gesicht der Canadiens denn nun ihr ‚echtes‘ ist? Das vom starken Saisonstart, oder das vom Ende der Spielzeit, als das Team regelrecht auseinanderfiel?

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