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Elite-Torhüter stoppen Offensivfeuerwerk

Rinne, Dubnyk und Vasilevskiy sichern selbst bei über 40 Torschüssen noch den Sieg für ihr Team

von Alexander Gammel / NHL.com/de Autor

Für den objektiven Fan ist die aktuelle NHL-Saison eine Augenweide, denn lange war Eishockey nicht mehr so von der Offensive dominiert. 2,94 Tore schießt jedes Team im Durchschnitt pro Spiel, so oft ertönte die Torsirene in der besten Liga der Welt seit der Saison 2006/07 nicht mehr, damals waren es 2,95 Tore pro Spiel. Umso beeindruckender ist es aber auch, was einige Torhüter selbst unter diesen Bedingungen zeigen. Dafür war auch der gestrige Spieltag wieder ein Paradebeispiel.

Drei Teams, die am Samstag zwei Punkte mitnahmen, kassierten über 40 Schüsse. Die Tampa Bay Lightning hatten einige Probleme mit der Arbeit gegen die Offensive der Los Angeles Kings und haben es den 44 Saves ihres Schlussmanns Andrei Vasilevskiy zu verdanken, dass sie das Spiel noch 4:3 gewannen.

Devan Dubnyk machte es sogar noch besser im Tor der Minnesota Wild, denn obwohl seine Vorderleute gegen die Chicago Blackhawks 44 Schüsse zuließen, blieb er ruhig, behielt eine weiße Weste und heimste für sein Team beim 3:0 nicht nur zwei Punkte, sondern auch einen Shutout ein. Das sind die zweitmeisten Schüsse bei einem Shutout in der Geschichte des Teams, nur Niklas Backstrom musste am 19. Februar 2012 härter für die Null arbeiten und damals 48 Versuche abwehren.

Video: NSH@MTL: Rinne beraubt Galchenyuk mit tollen Save

Der dritte Held des Abends war ein weiteres Mal Pekka Rinne im Tor der Nashville Predators, auf den ganze 49 Pucks der Montreal Canadiens einprasselten, bevor die Predators in der Verlängerung das 3:2 machten.

"Er ist nicht ohne Grund unter den fünf besten Torhütern der NHL", zollte auch Canadiens Stürmer Jonathan Drouin Rinne Respekt. "Er hat die nötige Größe und Reichweite."

 

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Die Feldspieler werden immer noch athletischer, das Spiel schneller, die Schüsse härter und platzierter, die Ausrichtung der Teams offensiver, all das macht den Torhütern das Leben schwer. Doch die Elite hält mit der Entwicklung mit und passt sich den neuen Gegebenheiten an. Genau dieser Umgang mit der gesteigerten Torproduktion kann den Unterschied bringen, zwischen einem guten Team und einem erstklassigen Team, oder auch zwischen einer Playoff-Teilnahme und einer verfrühten Sommerpause.

"Ich danke Gott für Vasilevskiy", ist sich auch Lightning Verteidiger Anton Stralman des Wertes seines Teamkollegen bewusst. "Er hat dieses Spiel definitiv für uns gewonnen. So sollte es im dritten Drittel nicht sein, mit so einer Führung. Es ist nicht fair, das wir uns so sehr auf ihn stützen, das ist nicht gut genug von uns."

Video: LAK@TBL: Vasilevskiy rettet hinter seinem Rücken

Man sollte sich nicht zu sehr auf seinen Torwart verlassen, doch in einer Liga, in der nur die besten Akteure der Welt vertreten sind, in einem Sport, der so schnell ist, lässt sich das nicht immer verhindern. In einer Saison mit 82 Spielen und weiteren Partien zur Vorbereitung und in den Playoffs, in der die Teams, die im Finale stehen über 100 Spiele hinter sich bringen müssen, kann keine Mannschaft in jeder einzigen Partie, jedem Drittel, jeder Minute perfekt wie ein Uhrwerk funktionieren.

Daher brauchen Teams, die etwas mit dem Kampf um den Stanley Cup zu tun haben wollen, auch einen Schlussmann von solcher Qualität, der in der Lage ist, ein Spiel über die Zeit zu retten, wenn die Mannschaft den Gegner nicht stoppen kann, der mit dieser hohen psychischen Belastung zurechtkommt.

Manchmal muss der Torhüter einfach vorübergehend die komplette Last auf sich nehmen, wenn die weniger guten Spiele Punkte abwerfen sollen. Den Einfluss den ein Spitzentorwart haben kann, sieht man deutlich, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft. Sieben der acht Torhüter mit der besten Fangquote, spielen für die sechs Teams mit den meisten Punkten der Liga. Man kann davon ausgehen, dass am Ende ein Team den Stanley Cup in die Höhe stemmen wird, das einen solchen Elite-Torwart zwischen den Pfosten hat, der solche Aufgaben meistert, selbst in einer solchen Sturm und Drang Saison.

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