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Die einseitigsten Spiele der NHL-Geschichte

Mit einem schmerzhaften 10-0 schickten die Blue Jackets die Canadiens nach Hause. Die Geschichte zeigt, dass dies nicht der höchste Shutout war

von Marc Rösch / NHL.com/de Autor

Die Columbus Blue Jackets feierten am Freitagabend einen 10-0 Kantersieg gegen die Montreal Canadiens -- die wohl schmerzhafteste erste Saisonniederlage in der NHL-Geschichte. Doch es war nicht die höchste Packung, die ein NHL-Team je erhalten hatte. Schon andere Torsteher als Price-Backup Al Montoya im Kasten der Canadiens erlebten Abende zum vergessen. Zum Trost der Habsfans zeigten die Canadiens in ihrer über 100-jährigen Geschichte selbst einige Male kein Erbarmen mit ihren Gegnern.

30. Januar 1969: Chicago Blackhawks 12, Philadelphia Flyers 0

In den späten 60er Jahren waren die Original-Six Teams den in den Erweiterungsphasen beigetretenen Mannschaften deutlich überlegen. Als am 30. Januar 1969 die Chicago Blackhawks im nagelneuen Philadelphia Spectrum gastierte, spielten sie mit den Philadelphia Flyers Katz und Maus. Nach sechs Toren im Eröffnungsdrittel blieb Torsteher Doug Favell direkt in der Kabine. Auch seine Vertretung, der 23-jährige Bernie Parent, dürfte nicht Glücklich über seinen Einsatz gewesen sein, ließ er doch sechs weitere Schüsse passieren.

22. Februar 1979: Montreal Canadiens 12, Pittsburgh Penguins 0

Von 1976 bis 1979 gewannen die Canadiens vier Stanley Cups in Folge. Auf dem Weg zu ihrem vierten Titel verspeisten sie am 22. Februar die Pittsburgh Penguins förmlich zum Frühstück. Die Anzeigetafel im altehrwürdigen Forum de Montreal zeigte in großen Lettern den Endstand: 12-0  

Backup Goalie Michel "Bunny" Larocque machte 25 Saves und durfte sich über einen Shutout freuen. Denis Herron auf Seiten der Penguins wäre wohl lieber im Bett geblieben. Im zweiten und dritten Drittel kassierte er jeweils fünf Glocken.

4. Dezember 1987: Detroit Red Wings 12, Chicago Blackhawks 0

Es dauerte keine 24 Sekunden, da ertönte das Goalhorn am 4. Dezember 1987 zum ersten mal in der Joe Louis Arena in Detroit. Dieser Klang der Torsirene sollte den Fans noch einige Zeit nicht aus dem Kopf gehen -- hörten sie diese beim 12-0 Sieg gegen die Blackhawks doch noch elf weitere Male ertönen. Tim Higgins schnürte seinen ersten NHL Hattrick für die Red Wings. Kapitän der Red Wings war übrigens damals schon Steve Yzerman, der mit zwei Toren auch seinen Beitrag leistete. Bei den Blackhawks teilten sich Bob Mason und Darren Pang die 12-Tore-Schmach

2. Januar 1971: Toronto Maple Leafs 13, Detroit Red Wings 0

Ob da noch Alkohol im Spiel war -- Wirklich ausgenüchtert schienen die Red Wings nach den Silvesterfeierlichkeiten noch nicht, als sie am 2. Januar 1971 bei den Toronto Maple Leafs gastierten. Mit einer 13 zu 0 Klatsche sollte das neue Jahr doch eigentlich nicht beginnen. Mit Norm Ullman, Darryl Sittler, Paul Henderson und Billy MacMillan trafen gleich vier Maple Leafs Spieler doppelt. Insgesamt 49 Schüsse fanden den Weg auf das Detroitgehäuse. Die Auswechslung von Jim Rutherford, der im ersten Spielabschnitt drei Tore kassierte, sollte sich für die Red Wings nicht auszahlen. Ersatzmann Don McLeod griff zehn weitere Male daneben.  

8. November 1985: Edmonton Oilers 13, Vancouver Canucks 0

Die Edmonton Oilers waren in den 80er Jahren ein berüchtigtes Team, doch so schlagfertig wie am 8. November 1985, als sie zuhause 13 Tore gegen die Vancouver Canucks schossen, waren sie sonst nie. Das verblüffendste: Wayne Gretzky traf an diesem Abend kein einziges Tor. Überragender Mann auf Seiten der Oilers war Dave Lumley. Gegen Canucks Schlussmann Frank Caprice gelang ihn ein lupenreiner Hattrick, zwei weitere Buden legte er auf. Bei Edmonton stand Andy Moog zwischen den Pfosten. Mit 25 Saves und weiteren fünf Canucks-Powerplays musste er sich für den Shutout gewaltig anstrengen.

23. Januar 1944: Detroit Red Wings 15, New York Rangers 0

Das einseitigste Spiel der NHL-Geschichte fand zweifellos am 23. Januar 1944 in Detroit statt, als die Red Wings die New York Rangers mit 15-0 abschossen. Sicherlich kann man den Rangers zugutehalten, dass die Partie mitten im Zweiten Weltkrieg stattfand und die Kader doch stark dezimiert waren, doch ein solches Endergebnis stimmt dennoch ungläubig. Syd Howe -- nicht mit Mr. Hockey verwandt -- erzielte im Schlussabschnitt einen astreinen Hattrick. Allein in den letzten 18 Sekunden gelangen ihm zwei Treffer. Ob Ken McAuley im Tor der Rangers da überhaupt noch mitspielen wollte, ist nicht überliefert. Detroits Keeper Connie Dion erlebte, während seine Vorderleute wirbelten, einen entspannten Abend: Lediglich neun Schüsschen musste er abwehren. Bis auf Verteidiger Cully Simon erzielte jeder Red Wings Akteur mindestens einen Punkt.

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