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NHL-Dominanzen: Die großen Teams der letzten Jahre

Die Serie über die herausragenden Dominanzen der Ligageschichte beschäftigt sich mit den erfolgreichen Teams der Gegenwart

von Robin Patzwaldt @RobinPatzwaldt / NHL.com/de Autor

Als der Puck am 1. Januar 2017 beim Eröffnungs-Bully des NHL Centennial Classic in Toronto erstmals auf das Eis fiel, eröffnete die National Hockey League zugleich offiziell die Feierlichkeiten rund um ihren 100. Geburtstag. Im Jahre 1917 gegründet, ist die Ligageschichte inzwischen reich an Eishockeygeschichten und Ikonen des Sports, spielten schier unzählige Teams und Aktive in ihr eine große Rolle.

An jedem Samstag während des gesamten Jahres 2017, wird NHL.com/de die herausragenden Personen und Teams dieser 100-jährigen Geschichte an dieser Stelle vorstellen.

Innerhalb der Reihe tauchen wir ein in eine Serie über die herausragenden Mannschaften, denen es gelang zu echten Sportdynastien ihrer Generation heranzureifen und zu ihrer Zeit die Liga zu dominieren.

In dieser Ausgabe: Die erfolgreichsten Teams der Gegenwart.

In den vergangenen Monaten dieses Jahres haben wir uns, hier an dieser Stelle, mit den großen NHL-Dominanzen der vergangenen Jahrzehnte beschäftigt. Stets galt es dabei herausragenden Seriensiegern zu gratulieren, ihre beeindruckenden Leistungen zu huldigen. Und das auch völlig zu Recht.

In der letzten Ausgabe werfen wir den Blick auf die jüngere Vergangenheit und die Eishockey-Gegenwart richten. Welche Teams haben zuletzt überzeugt, welche ungewöhnliche Konstanz gezeigt, ihre Dominanz in der Liga aufblitzen lassen?

Um dies entsprechend würdigen zu können, muss man sich vor Augen führen, dass die Liga ihre Mannschaftsstärke im Laufe ihrer Geschichte immer weiter ausgebaut hat. Durch mehrere Expansionsstufen wurde es im Laufe der Jahre automatisch immer schwieriger ein Team aufzubauen, das über mehrere Jahre hinweg dominiert. 

Nach Aufnahme der Vegas Golden Knights in den Spielbetrieb zu Beginn der laufenden Saison sind es schon 31 Teams, die um den begehrten Stanley Cup kämpfen. Wer es innerhalb weniger Jahre mehrere Male schafft, den Titel zu gewinnen, darf sich besonders freuen.

Umso erstaunlicher ist es, dass die Pittsburgh Penguins, die Chicago Blackhawks und auch die Los Angeles Kings im vergangenen Jahrzehnt häufiger als einmal die Meisterschaft erringen konnten. 

Die Kings feierten die Championships in den Jahren 2012 und 2014, die Blackhawks in 2010, 2013 und 2015. Den Penguins gelang es nicht nur den Titel im Jahre 2009 zu erkämpfen, sie konnten (als erstes Team seit den Detroit Red Wings in 1997 und 1998) nach 2016 im Jahre 2017 ihren Erfolg wiederholen. 

In Zeiten einer durch ein strenges Salary Cup-System regulierten Liga und einem mit so vielen starken Teams bestückten Wettbewerb ist das eine umso bemerkenswertere sportliche Leistung.

Wie immer jemand eine solch besonders erfolgreiche Phase der Teamgeschichte persönlich für sich definieren mag, es ist unstrittig, dass Chicago zwischen den Jahren 2010 und 2015 auf eine dominante Phase zurückblicken kann. 

Doch genauso schnell, wie sie diese erfolgreiche Phase damals eingeleitet haben, so schnell war sie auch wieder vorbei, nachdem das Team in den Playoffs der Jahre 2016 und 2017 durch das Ausscheiden in der ersten Runde keine entscheidende Rolle mehr spielen konnte. Der noch immer hochkarätig besetzte Kader des Teams droht langsam in die Jahre zu kommen, ohne dass das Franchise in einem mit Salary Cap organisierten Ligasystem viele Spielräume für einen grundlegenden Neuaufbau hätte. 

Unter diesen komplizierten wirtschaftlichen Voraussetzungen ist es allerdings umso höher einzuschätzen, dass die Blackhawks den NHL-Titel in den Jahren 2010, 2013 und 2015 gewinnen konnte. Zwischen 2009 und 2015 siegte das Original Six-Franchise aus der 'Windy City' in stolzen 73 Playoff-Begegnungen, das nächstbeste Team, die Boston Bruins, 'nur' deren 54 Mal. 

Spielerpersönlichkeiten wie Patrick Kane und Jonathan Toews, beide ganz entscheidende Faktoren für die jüngsten Erfolge Chicagos, gehören zweifelsohne bereits jetzt einer Kategorie von Spielern an, die in die Geschichte eingehen werden. Ebenso Cheftrainer Joel Quenneville, der in die Riege der erfolgreichsten NHL-Trainer aller Zeiten einzusortieren ist.

Auch die Kings dürfen sich über ein ungewöhnlich erfolgreiches Jahrzehnt freuen. Mit lediglich zwei Titeln in dieser Zeitspanne, erfüllen sie jedoch nur bedingt die Voraussetzung in die Aufnahme in die Liste der ganz großen Teams der Ligahistorie. Doch Eishockeygeschichte geschrieben haben sie mit ihren Erfolgen zweifelsohne. 

Bis zum Sommer 2011 war an solche Triumphe nicht zu denken, doch dann verpflichteten die Südkalifornier Center Mike Richards. Zudem nahm die Organisation Spieler eines Kalibers von Simon Gagne unter Vertrag. Coach Darryl Sutter wurde kurz darauf eingestellt und die Dinge nahmen für das Franchise ihren erfolgreichen Lauf. 

In der ersten Runde der Playoffs trafen die Kalifornier auf die Vancouver Canucks. In der Serie setzte sich das Team mit 4:1 durch und stand zum ersten Mal seit der Spielzeit 2000/01 wieder in einem Western Conference Halbfinale. 

In diesem gewann das Team in vier Spielen gegen die St. Louis Blues, ehe es im Western Conference Finale die Phoenix Coyotes nach fünf Spielen ausschaltete und in das Stanley Cup Finale des Jahres 2012 einziehen konnte. 

Mit einem 4:2 in der Finalserie gegen die New Jersey Devils sicherten sich die Kings tatsächlich erstmals den Stanley Cup. Stammtorhüter Jonathan Quick wurde aufgrund seiner guten Leistungen mit der Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler der Playoffs geehrt.

Die Saison 2013/14 schloss Los Angeles lediglich auf dem sechsten Platz der Western Conference ab und traf diesmal in der ersten Runde der Playoffs auf die stark eingeschätzten San Jose Sharks. Die Kings drehten jedoch überraschend einen 0:3-Serienrückstand mit vier aufeinander folgenden Siegen und zogen als vierte Mannschaft, der dieses Kunststück in der Ligageschichte gelang, in die nächste Runde ein. 

In der zweiten Runde der damaligen KO-Phase traf die Mannschaft auf ihren Lokalrivalen, die Anaheim Ducks. Nach fünf Spielen lag Los Angeles erneut hinten, doch am Ende hatten sie einen 2:3-Rückstand in einen 4:3-Sieg verwandeln können. 

Im Western Conference Finale setzten sich die Kings in der Verlängerung von Spiel sieben glücklich, aber nicht unverdient, gegen die enorm starken Chicago Blackhawks durch und standen zum zweiten Mal in nur drei Jahren im großen Finale. 

Die New York Rangers waren als Eastern Conference Champion ihr Gegner, den sie in fünf Aufeinandertreffen mit 4:1-Siegen bezwingen und damit den zweiten Stanley-Cup-Sieg in ihrer Klubgeschichte verzeichnen konnten. Kings-Angreifer Justin Williams erhielt im Frühsommer 2014 als Anerkennung für seine Leistung die Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler in den Playoffs überreicht.

Video: Kings zerstören NYR Cup Hoffnungen in 2OT

Das nächste NHL-Team, das Ansprüche auf eine Eishockeydynastie anmeldete, waren dann die Penguins. In der Saison 2007/08 konnten diese zum ersten Mal seit 1998 wieder den Divisions-Titel gewinnen. 

In der gleichen Saison erreichten sie erstmals seit der Spielzeit 1991/92 wieder das Stanley-Cup-Finale, das sie noch mit 2:4 gegen die Detroit Red Wings verloren. 

Ein Jahr später zogen sie erneut in das Stanley Cup Finale ein, wiederum hieß ihr Gegner Detroit Red Wings. Nach drei Auswärtsniederlagen und drei Siegen auf heimischem Eis, kam es zum erst 15. Mal seit Einführung der 'Best-of-Seven'-Regel zu einem entscheidenden siebten Spiel, das die Penguins mit 2:1 knapp gewannen und sich somit ihren dritten Stanley-Cup-Sieg in der Ligageschichte sicherten. Stürmer Evgeni Malkin, der sowohl in der regulären Saison, als auch in den Playoffs die meisten Scorerpunkte erzielte, wurde im Anschluss der Finalserie die Trophäe als wertvollster Spieler der Playoffs überreicht. 

In der Saison 2015/2016 gewannen die Penguins zum vierten Mal den Stanley-Cup. Im Finale des Jahres 2016 wurden die San Jose Sharks mit 4:2-Siegen bezwungen. Den Cup schnappten sie sich am 12. Juni 2016 mit einem 3:1-Erfolg im kalifornischen San Jose auf fremdem Eis. Die Conn Smythe Trophäe ging an Superstar Crosby. Im vergangenen Frühsommer erreichte Pittsburgh erneut das Cup-Finale und setzte sich dort gegen das Überraschungsteam der Nashville Predators in der Serie mit 4:2 durch. Wieder einmal wurde ihr Teamkapitän mit der Trophäe als wertvollster Spieler geehrt. Diese persönliche Auszeichnung zu verteidigen, gelang zuletzt Mario Lemieux in den Jahren 1991 und 1992.

Sollten Crosby, Malkin, und ihre Kollegen zum dritten Mal in Folge den Stanley Cup-gewinnen können, die Aufnahme in die kurze Liste der ganz großen Teams der Ligageschichte wäre ihnen endgültig sicher.

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