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NHL-History: Das Jahrzehnt von 2010 bis 2017

Drei Teams holen sieben Titel. Zwei deutsche und ein schweizerischer Cup-Gewinner.

von Bernd Rösch / NHL.com/de Chefautor

Die NHL feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum blickt NHL.com/de an jedem ersten Samstag eines Monats in chronologischer Reihenfolge auf jeweils ein Jahrzehnt in der ruhmreichen Geschichte der NHL zurück.

Die Jahre 2010 bis 2017:

Das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist noch nicht beendet, doch eines lässt sich jetzt schon feststellen: Die 2010er werden als jene Jahre in die Geschichte der NHL eingehen, in denen sich vor allem drei Teams anschickten die Liga zu dominieren. Mit den Chicago Blackhawks (2010, 2013, 2015), den Los Angeles Kings (2012, 2014) und den Pittsburgh Penguins (2016, 2017) gab es zwischen 2010 und 2017 gleich drei mehrmalige Stanley Cup Champions. Nur die Boston Bruins konnten 2011 die Phalanx dieses Trios durchbrechen. Unabhängig davon, welche Mannschaften in den folgenden zwei Jahren noch zu Meisterehren kommen, seit den 80ern (New York Islanders, Montreal Canadiens, Edmonton Oilers) teilten sich in keinem Jahrzehnt weniger Teams die begehrte Trophäe. 19 Jahre nachdem ein Champion seinen Titel zum letzten Mal verteidigen konnte (Detroit Red Wings 1998), gelang den Penguins dieses Kunststück im vergangenen Frühjahr.

Es lohnt sich ebenfalls ein Blick auf die Finalverlierer des aktuellen Jahrzehnts: Acht verschiedene Mannschaften mussten sich in den acht Finalserien mit dem wenig tröstenden zweiten Platz begnügen - interessanterweise wurden diese Teams von nur fünf verschiedenen Trainern betreut. Peter Laviolette unterlag 2010 als Headcoach der Philadelphia Flyers und 2017 mit den Nashville Predators jeweils in sechs Spielen. Alain Vigneault hatte 2011 mit den Vancouver Canucks in sieben Partien das Nachsehen und zog 2014 mit den New York Rangers nach fünf Spielen den Kürzeren. Der Dritte im Bunde ist Peter DeBoer, der 2012 die New Jersey Devils und 2016 die San Jose Sharks in die Finalspiele führte, jedoch in diesen jeweils mit 2:4 Siegen unterlag.

Mit den Blackhawks und den Bruins konnten sich zwei 'Original Six' Teams den langgehegten Wunsch nach einem erneuten Titelgewinn erfüllen. Chicago hatte 49 Jahre warten müssen, ehe 2010 der Cup wieder einmal den Weg in die 'Windy City' fand und die Fans in 'Beantown' sehnten sich seit 1972, 39 Jahre lang, nach einem Champion der sich Bruins nennt.

Schon jetzt lässt sich konstatieren, dass die 2010er-Jahre kein Jahrzehnt der kanadischen Franchises war, obwohl sie, seit dem Umzug der Atlanta Thrashers nach Winnipeg im Jahre 2011, mit den Winnipeg Jets, einen siebten Klub ins Rennen um den Cup-Gewinn schicken konnten. Von den 16 Endspielteilnehmern stammte mit den Canucks nur eine Mannschaft aus dem Mutterland des Eishockeys - ein Novum in der 100-jährigen NHL-Historie. Am Ende der Spielzeit 2015/16 fanden die Stanley Cup Playoffs sogar ohne jegliche Beteiligung einer kanadischen Mannschaft statt. Das eishockeyverrückte Land wäre mitten im Frühling 2016 in eine Herbstdepression verfallen, hätte nicht sein 'Wunderkind' Sidney Crosby, durch den Titelgewinn mit den Penguins, etwas Glanz auf die Ahornblätter strahlen lassen.

Pittsburghs Teamkapitän wurde zweimal in Folge (2016, 2017) mit der Conn Smythe Trophy als wertvollster Spieler in den Playoffs ausgezeichnet und trat damit in die Fußstapfen seines Ziehvaters Mario Lemieux (1991, 1992) und eines Bernie Parent (1974, 1975) von den Philadelphia Flyers.

Auch in Deutschland und der Schweiz durften sich die Anhänger der schnellsten Mannschaftssportart, den Penguins sei Dank, für einen Landsmann freuen. Tom Kuhnhackl konnte als zweiter Deutscher nach Uwe Krupp (1996, 2002) den Stanley Cup zweimal gewinnen. Doch im Gegensatz zu Krupp, dessen Name nur einmal auf dem Pokal eingraviert wurde, da er als Mitglied der Red Wings aufgrund einer Verletzungsmisere die Kriterien nicht erfüllte, taucht der Name des geborenen Landshuters zweimal darauf auf. Zusammen mit Kuhnhackl im Kader der Penguins gewann 2017 Mark Streit, als erster Schweizer Feldspieler, Lord Stanleys Trophäe.

Eine ganz besondere Finalserie war das Aufeinandertreffen der Bruins und Canucks im Jahre 2011: Auf beiden Seiten wirkte ein deutscher Verteidiger mit - eine 'Win-win-Situation' für den deutschen Eishockeysport. Christian Ehrhoff stand im Kader der Canucks und Dennis Seidenberg trug das Jersey der Bruins. Am Ende dieser hart umkämpften Serie konnte es jedoch nur einen Sieger geben, und der hieß Seidenberg, nachdem die Bruins Spiel 7 in Vancouver 4:0 gewannen. Seidenberg war in den Finalpartien an drei Treffern seiner Bruins mit der Vorarbeit beteiligt gewesen, Ehrhoff brachte es auf einen Assist.

Wird es in diesem Jahrzehnt noch weitere Cup-Sieger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz geben? Die Chancen darauf sind nicht schlecht: Aktuell stehen sieben Deutsche, 13 Schweizer und drei Österreicher bei 16 verschiedenen Teams unter Vertrag. Mit Nino Niederreiter (24 Jahre, MIN), Sven Baertschi (24, VAN), Tobias Rieder (24, ARI), Sven Andrighetto (24, COL), Christoph Bertschy (23, MIN), Leon Draisaitl (22, EDM), Mirco Mueller (22, NJD), Kevin Fiala (21, NSH), Timo Meier (21, SJS), Denis Malgin (20, FLA) und Nico Hischier (18, NJD) haben elf von ihnen noch nicht ihr 25. Lebensjahr vollendet. Goldene Aussichten!

Namhafte Spieler aus dieser Epoche:

Brent Burns, Verteidiger, Stanley Cup Champion (-)
Dustin Byfuglien, Verteidiger, Stanley Cup Champion (2010)
Zdeno Chara, Verteidiger, Stanley Cup Champion (2011)
Sidney Crosby, Stürmer, Stanley Cup Champion (2009, 2016, 2017)
Drew Doughty, Verteidiger, Stanley Cup Champion (2012, 2014)
Ryan Getzlaf, Stürmer, Stanley Cup Champion (2007)
Claude Giroux, Stürmer, Stanley Cup Champion (-)
Patrick Kane, Stürmer, Stanley Cup Champion (2010, 2013, 2015)
Erik Karlsson, Verteidiger, Stanley Cup Champion (-)
Duncan Keith, Verteidiger, Stanley Cup Champion (2010, 2013, 2015)
Phil Kessel, Stürmer, Stanley Cup Champion (2016, 2017)
Anze Kopitar, Stürmer, Stanley Cup Champion (2012, 2014)
Henrik Lundqvist, Torwart, Stanley Cup Champion (-)
Evgeni Malkin, Stürmer, Stanley Cup Champion (2009, 2016, 2017)
Alex Ovechkin, Stürmer, Stanley Cup Champion (-)
Corey Perry, Stürmer, Stanley Cup Champion (2007)
Jonathan Quick, Torwart, Stanley Cup Champion (2012, 2014)
Steven Stamkos, Stürmer, Stanley Cup Champion (-)
John Tavares, Stürmer, Stanley Cup Champion (-)
Joe Thornton, Stürmer, Stanley Cup Champion (-)
Shea Weber, Verteidiger, Stanley Cup Champion (-)

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